Eltern (2013)

OT: Eltern - 90 Minuten - Komödie
Eltern (2013)
Kinostart: 22.11.2013
DVD-Start: 02.05.2014 - Blu-ray-Start: 02.05.2014
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Filmkritik zu Eltern

Familienchaos ist vorprogrammiert bei einem Dual-Career-Couple. Christine, die Mutter, arbeitet als Anästhesistin im Krankenhaus und strebt eine Beförderung an. Konrad, der Vater, passt zwar auf die zwei Kinder, Käthe (10) und Emma (5), auf, möchte allerdings wieder als Theaterregisseur arbeiten. Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg und somit wird ein Au-Pair-Mädchen engagiert, welches erstmal in den Herbstferien auf die Kinder aufpassen soll. Der Plan hat aber ein Loch, denn das argentinische Au-Pair-Mädchen Isabel ist schwanger und muss sich schonen.

Auf die Kinder sollen doch die Eltern aufpassen, lieber in der Badewanne herumliegen und entspannen. Nervig, wenn dann auf einmal Käthe hereinplatzt und die Tür laut zuknallt. Sie ist böse auf ihren Vater und redet kein Wort mehr mit ihm. Moment - „Verpiss dich“, wirft sie ihm noch zu. Währenddessen fordert Emma einen neuen Specky. Da vor ein paar Tagen der alte Hamster verstorben ist, soll JETZT ein neuer Specky her und Emma akzeptiert keine Widerrede. Konrad ist überfordert. Seine Frau ist in der Arbeit und möchte nur ungern kurzfristig Urlaub beantragen. Das geplante „Kindermädchen“ entspannt sich gerade in der Badewanne und Konrads Theaterstück wird zudem noch heftig von den Schauspielern kritisiert. Eine Lösung muss schnellstens her. Das Eltern-Dasein ist nicht einfach. Ständig wichtige Entscheidungen treffen und ständig die Konsequenzen tragen müssen…

Regisseur Robert Thalheim (Am Ende kommen Touristen, 2007; Netto, 2005) ist dafür bekannt seinen Filmen eine äußerst authentische Atmosphäre zu verleihen. Dies ist ihm in seinem dritten Werk Eltern besonders mit der Gestaltung der Familienwohnung geglückt. Der Schauplatz wurde mit viel Liebe zum Detail dekoriert, sodass der Zuseher immer etwas Neues entdecken kann, das ihn eventuell an eigene Gewohnheiten erinnert. Dadurch gelingt die Identifizierung mit dem Familienleben an sich. Egal, ob man Kinder hat oder nicht, man kann sich in eine der Figuren beziehungsweise Szenen sicherlich hineinversetzen, denn schließlich waren wir alle einmal Kinder.

Des Weiteren weist Eltern keine Hauptfigur auf. Jedes Mitglied der Familie ist gleich präsent und bringt seine Probleme mit sich. Filmemacher Robert Thalheim nimmt mit dieser Entscheidung ein wenig Abstand von der Struktur eines Kinofilms und nähert sich der Struktur einer deutschen, wöchentlichen Fernsehserie an. Beispielsweise weist auch das Auftauchen der Figur Isabel (Clara Lago) auf serielles Erzählen (Series-Prinzip) hin. Man hat lange das Gefühl, dass in dieser „Folge“ das Thema „Isabel“ behandelt wird und am Ende eine Lösung für das Problem gefunden wird. Auch die Titelbilder, welche die Tage ankündigen erinnern zudem an die Erzählstruktur einer Serie.

Ferner wirkt die Figur Isabel lange Zeit als Fremdkörper im Film und in der Familie, obwohl sie von Anfang an in das Familienleben integriert wird. Mehr Sympathiepunkte können dagegen die Kinder, Emma und Käthe, gespielt von Emilia Pieske und Paraschieva Dragus, sammeln. Emilia Pieske ist ein kleines Multitalent und beherrscht die Schauspielerei und damit die vielen Launen eines Kindes auf Knopfdruck. Auch Paraschieva Dragus überzeugt in ihrer Rolle. Sie ist die ruhige Kraft und bevorzugt eher weniger mit ihrer Mimik zu spielen, als mit dem Overacting-Stempel stigmatisiert zu werden. Dagegen tragen Christiane Paul und Charlie Hübner dicker auf. Infolgedessen kann auch hier der Titel Fernsehproduktion nicht abgeschüttelt werden.

Trotz der Kritikpunkte kann der Film Eltern sehr wohl unterhalten. Das chaotische Familienleben bringt beispielsweise zahlreiche Lacher mit sich, die aus bekannten Alltagssituationen hervorkommen. Dadurch gelingt es Robert Thalheim den Betrachter der Drama-Komödie an das Filmgeschehen zu binden. Darüber hinaus funktionieren auch die ernsteren Szenen. Besonders gegen Ende fiebert man mit den Figuren mit und wünscht sich demzufolge mit ihnen ein Happy-End für die Familie.

Fazit:
Die Drama-Komödie Eltern des Regisseurs Robert Thalheim wurde auf dem Filmfest München 2013 in der Filmreihe Neues deutsches Kino vorgestellt, hätte aber genauso gut in die Filmreihe Neues deutsches Fernsehen gepasst. Die Erzählstruktur erinnert folglich mehr an eine deutsche, wöchentliche Serie als an einen Kinofilm. Aus diesem Grund weist der Film auch keine Titelfigur auf. Trotzdem kann Eltern unterhalten und das Interesse des Zusehers für sich beanspruchen. Dafür sorgen vor allem die Jungschauspielerinnen Emilia Pieske und Paraschieva Dragus. Eine Kinoempfehlung kann demnach besonders für Anhänger deutscher Fernsehserien ausgesprochen werden. Allerdings wird auch das restliche Publikum, welches einen gemütlichen Kinoabend verbringen möchte, gut unterhalten.

Wertung:
7/10 Punkte
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Ø Wertung: 7/10 | Kritiken: 0 | Wertungen: 1
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Liste von arienette
Erstellt: 27.10.2013