Interior. Leather Bar. (2013)

OT: Interior. Leather Bar. - 60 Minuten - Drama
Interior. Leather Bar. (2013)
Kinostart: Unbekannt
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Interior. Leather Bar.

Regisseur William Friedkin brachte 1980 den damals kontroversen Thriller Cruising in die Kinos. Der Film sorgte für Aufsehen, da 40 Minuten herausgeschnitten werden musste, um eine Kinoveröffentlichung zu ermöglichen. Die Uncut-Version, welche nie veröffentlicht wurde, soll homosexuelle Sexszenen in einer Gay-Leather-Bar enthalten haben, die als X-Rated eingestuft wurden. Nun, 32 Jahre später, versuchen James Franco (Francophrenia, Die fantastische Welt von Oz) und sein Kollege Travis Mathews in der fiktiven Dokumentation Interior. Leather Bar. diese 40 Minuten zu rekonstruieren und stellen dabei die Frage inwiefern gleichgeschlechtliche Sexszenen in Hollywoodfilmen Kunst ist.

Schauspieler Val Lauren wird darum gebeten die Hauptrolle in einem neuen Film zu spielen, der unter anderem von Hollywoodstar James Franco inszeniert wird. Es begibt sich ans Set und findet dort zahlreiche Männer vor. Männer die über ihre Sexualität sprechen, ob hetero- oder homosexuell. Val, der heterosexuell ist, stellt sich damit die Frage, ob es die richtige Entscheidung war die Rolle anzunehmen. Schließlich hat er sich noch nie explizit mit homosexueller Liebe beschäftigt. Des Weiteren hat er Angst mit dem Thema in Verbindung gebracht zu werden.

Die Regisseure James Franco und Travis Mathews, welche sich im Film selbst porträtieren, präsentieren mit Interior. Leather Bar. Eine Mischung aus Fiktion und Dokumentation. Die Darsteller am Set werden infolgedessen erstmal nach ihren Erwartungen befragt. Danach rückt Val Lauren in den Vordergrund, sodass seine Position zum gegebenen Thema veranschaulicht wird. Von der einen Minute zur anderen rutschen Franco und Mathews dann in die Fiktion und visualisieren einige der herausgeschnittenen Momente aus Friedkins Cruising. Da diese Szenen jedoch nie das Licht der Welt erblickt haben, handelt es sich bei den Szenen in der Leather-Bar um rekonstruierte Szenen.

Als Zuseher erhält man demnach einen Einblick in die Schwulen-Szene. Die Filmemacher zeigen hier keine Scheu und filmen Oralsex, so wie man ihn nur in Pornos sehen würde. Wieso das Ganze? James Franco, der selbst heterosexuell ist, hatte zuerst auch Probleme mit diesen Bildern. Ihm war explizite, homosexuelle Liebe unangenehm, doch nun findet er, dass genau dies Kunst sei. Mit Interior. Leather Bar. versucht er in Zusammenarbeit mit Travis Mathews das Thema an den Mann zu bringen und zeigt die Probleme am Hollywoodsystem auf, welches beinahe ausschließlich nur Liebe zwischen Mann und Frau skizziert. Darüber hinaus fungiert Val Lauren, der in die Rolle von Al Pacino schlüpft, welcher in Cruising die Titelrolle verkörperte, und sich zudem selbst spielt, als Beispiel eines heterosexuellen Zusehers, der mit homosexueller Liebe konfrontiert wird.  

Den Regisseuren gelingt es damit die Nachricht zu vermitteln, dass Homosexuelle in Filmen mit Heterosexuellen gleichgestellt werden sollten. Allerdings hätten Franco und Mathews doch mehr Fiktion als Dokumentation verwenden sollen, denn die langen Gespräche mit den Schauspielern bremsen das Vorhaben nur ab und ziehen den Vorgang der Vermittlung der geplanten Message nur in die Länge. Aus diesem Grund entstehen in einem Film, der nur 60 Minuten dauert einige Hänger, welche genauso hätten weggelassen werden können.
 
Fazit:
Mit ihrer fiktiven Dokumentation Interior. Leather Bar. versuchen James Franco und Travis Mathews das Tabu aufzubrechen, welches besagt, dass in Hollywood-Mainstreamfilmen keine homosexuellen Sexszenen gezeigt werden dürfen. Franco und Mathews greifen dafür den Thriller Cruising (1980) des Regisseurs William Friedkin, damals mit Al Pacino in der Hauptrolle, auf und rekonstruieren einen Teil der herausgeschnittenen und nie publizierten 40 Minuten. Dabei wird der Zuseher mit explizitem Sex zwischen Männern konfrontiert. Um das vorhandene Dilemma zu verdeutlichen dient der Darsteller Val Lauren im Film als Beispielzuschauer, der seine Bedenken und Ängste äußert. Die Filmemacher verknüpfen abwechselnd Fiktion und Dokumentation, erzeugen dadurch stets langatmige Hänger, welche den 60-minutigen Film in die Länge ziehen. Im Endeffekt vermitteln Franco und Mathews die richtige Nachricht: Homosexuelle sollten im Film mit Heterosexuellen gleichgestellt werden. Schließlich ist jeder Film Kunst und homosexuelle Liebe sollte ein Teil davon sein.    

Wertung:
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