The East (2013)

OT: The East - 116 Minuten - Action / Drama / Mystery / Thriller
The East (2013)
Kinostart: 19.07.2013
DVD-Start: 15.11.2013 - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu The East

Große Konzerne wachsen mithilfe ihrer kapitalistischen Aktivitäten. Beispielsweise kommen jährlich zahlreiche Medikamente auf den Markt, die bei Einnahme schwerwiegende Nebenwirkungen mit sich bringen. Allerdings werden diese Nebenwirkungen nicht wie üblich aufgelistet. Wichtig ist nur, dass das Medikament verkauft wird, sodass Geld in die eigenen Kassen fließt. Doch nicht nur die Pharmaindustrie geht über Leichen, auch große Chemiekonzerne lassen ihre Abfälle in Flüsse verschwinden, verschmutzen damit die Natur und gefährden zudem noch viele Leben. Diese Themen, welche laut des Regisseurs Zal Batmanglij (Sound of my Voice, 2011), auf wahre Begebenheiten beruhen, werden im Thriller The East thematisiert. Demnach vereinen die Drehbuchautoren Batmanglij und Brit Marling in ihrer zweiten gemeinsamen Zusammenarbeit reale Fakten mit fiktiven Handlungssträngen, um den Zuseher zum Denken anzuregen, lassen sich jedoch dabei zu sehr von vorgefertigten Hollywoodschablonen beeinflussen.

Sarah (Brit Marling) war früher einmal für das FBI tätig und arbeitet nun für das Unternehmen Hiller Brood, welches für seine Kunden wichtige Informationen ausspioniert. Aus diesem Grund erhält Sarah von ihrer Vorgesetzten Sharon (Patricia Clarkson) den Auftrag die richtigen Identitäten sowie die nächsten Schritte der Mitglieder der aktivistischen Terrorgruppe The East herauszufinden. Die Agentin schleust sich erfolgreich in die Hütte der Gruppe ein und muss sich der Lebensweise der Mitglieder anpassen. Sie baut eine engere Bindung zu Benji (Alexander Skarsgard) und Izzy (Ellen Page) auf. Aufgrund dieser Bindungen entwickelt sich ein gefährliches Dilemma für die Agentin…

Ähnlich wie bei Sean Durkins Martha Marcy May Marlene (2011) skizziert der Regisseur in The East die Aktivitäten innerhalb der Gruppe. Für Außenstehende und somit für den Zuschauer erscheinen die Traditionen und Spiele der Gruppe erstmal etwas skurril. Ähnlich wie in Durkins Drama wird das Innenleben der Gruppenmitglieder erst im späteren Verlauf des Films offenbart, da Sarah selbst eine Weile benötigt, um das Vertrauen der Mitglieder zu gewinnen, sodass dem Zuseher die Motive der restlichen Figuren erst lange nicht bekannt sind. Deswegen erhalten beispielsweise die Figuren Izzy und Benji nicht genug Zeit um sich zu entfalten.

Allerdings bringt die Entscheidung, den Film aus Sarahs Perspektive zu erzählen, auch einen großen Pluspunkt mit sich. Da der Zuschauer das Vorhaben der aktivistischen Terrorgruppe stets kurz vor der Durchführung erfährt, gelingt es den Drehbuchautoren auch einen guten Spannungsbogen zu kreieren. Langsam nähert sich Sarah den Mitgliedern und demnach erhält der Zuschauer die Informationen in kleinen Häppchen. Als Sarah vor einem Dilemma steht, stellt sich der Zuseher selbst die Frage, wie er in dieser Situation handeln würde. Was ist richtig und was falsch?

Neben diesen Denkanstößen bietet der Thriller The East auch eine Wendung kurz vor Ende des Films. Mit diesem ausgewählten Erzähltrick begeben sich die Drehbuchautoren dann schließlich auf dünnem Mainstream-Eis. Auch der Liebes-Nebenplot sowie die Darstellung der männlichen Darsteller Alexander Skarsgard (True Blood) und Shiloh Fernandez (Red Riding Hood), welche beide im Film hüllenlos erscheinen, ist ein Teil des Mainstreamkinos, wie wir es aus Hollywood kennen. Die Rolle des Benji hätte folglich auch ein anderer, attraktiver sowie gut gebauter Darsteller verkörpern können. Zudem hinterlassen nicht nur diese schablonenhaften Faktoren einen faden Beigeschmack, auch kleine Details in der Handlung werfen Logikfehler beim Betrachten hervor und trüben deswegen zusätzlich das Sehvergnügen.

Fazit:
Zal Batmanglij und Brit Marling verknüpfen in ihrem Thriller The East, der von der Filmbewertungsstelle mit dem Prädikat „besonders wertvoll“ versehen wurde, wahre Momente mit fiktiven Erzählungen und kreieren damit einen Film, der seinen Zuschauer zum Denken anregt. Leider greifen die Drehbuchautoren im Endeffekt zu sehr in die Hollywoodfilmkiste. Demnach kristallisieren sich zahlreiche bereits bekannte Handlungsstränge, Darstellungsformen und Erzähltricks heraus, die trotz gelungenem Spannungsbogen das Sehvergnügen trüben.  

Wertung:
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Filmering.at
Community
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Liste von arienette
Erstellt: 23.04.2013