Room 237 (2012)

OT: Room 237 - 102 Minuten - Dokumentation
Room 237 (2012)
Kinostart: 07.06.2013
DVD-Start: 02.05.2014 - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Room 237

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Nur wenige Filmemacher lassen sich so ergiebig analysieren wie Stanley Kubrick. Hintergrund ist, dass bereits die unglaublich lange Wartezeit zwischen seinen Filmen (er drehte zwischen 1953 und 1999 genau 13 Spielfilme) andeutet, dass Kubrick keiner war der einen Schnellschuss riskiert. Viel mehr nahm er sich unglaublich viel Zeit um seine Filme bis ins kleinste Detail zu planen und er war auch berüchtigt dafür seine Schauspieler bis zum Exzess Szenen wiederholen zu lassen. Das ist natürlich besonders ergiebig für die Filmanalyse, da man bei Kubrick viele versteckte Details erkennen kann und auch davon ausgehen kann, dass diese durchaus einen Sinn verfolgen und nicht bloßer Zufall sind. Diesem Thema widmet sich Rodney Asher mit seiner Dokumentation Room 237, die The Shining in seine Einzelteile zerlegt und einzelne Theorien zum Film erörtert - dabei aber leider völlig über die Stränge schlägt.

Die Struktur des Films ist einfach: Rodney Ascher hat sich sechs Gesprächspartner gesucht, die allesamt ihre eigenen Vorstellungen und Gedanken zu Kubricks großen Horrorfilm The Shining mitbringen. Jeder kommt zu Wort und jeder kann versuchen zu erklären welche Details er im Film und seiner Inszenierung zu erkennen glaubt, was aber schließlich zu völlig absurden und teilweise qualitativ enorm schwankenden Analysen führt. Hintergrund ist, dass es keine Hierachie zwischen den verschiedenen Theorien gibt und so durchaus ansprechende psychologische Überlegungen Hand in Hand mit völlig abgedrehten Verschwörungstheorien gehen.

Zu den ergiebigsten und interessantesten Aspekte des Films zählen die ästhetischen und psychologischen Analysen, die vor allem darauf abzielen wie Kubrick versucht den Zuseher auf subtile Weise aus dem Konzept zu bringen und zu verstören. So ist besonders die Architektur innerhalb des Films hoch interessant, wenn erläutert wird wie Kubrick die Räume teilweise architektonisch unmöglich positioniert und so den Zuseher verunsichert. Auch wenn die Unmöglichkeit der Strukturen vielleicht gar nicht bewusst auffallen, so ist es doch plausibel, dass sich Kubrick auf diese Weise im Unterbewusstsein der Zuseher festkrallen wollte. Allerdings fällt auch bereits in diesen Abschnitten auf, dass man sich schwer tut beabsichtigte Entscheidungen von potentiellen Filmfehlern zu unterscheiden.

Richtig absurd wird es aber dann, wenn versucht wird zu begründen, dass Stanley Kubrick die Mondlandung inszeniert hat und The Shining sein filmisches Geständnis dafür ist. Wie es nun mal so bei Verschwörungstheorien ist, finden sich selbst für die abstruseste Theorie Indizien und so darf man als Zuseher den wirren Schlussfolderungen eines Verschwörungstheoretikers lauschen, die im besten Fall für Amüsement sorgen, im schlimmsten Fall aber richtig auf die Nerven gehen. Nicht viel besser ist der Ansatz den Film in zwei Versionen übereinander zu legen und die rückwärts abgespielte Version über die normal abgespielte Version zu projizieren. Auch die Erkenntnisse, die aus diesem unsinnigen Experiment gewonnen werden, sind eher vernachlässigbar.

Fazit:
Trotz den unzähligen Problemen ist Room 237 dennoch kein völliger Reinfall. Manche Überlegungen zu The Shining sind tatsächlich ergiebig und auch wenn viele Theorien schlicht haarsträubend sind, so ist zumindest der Unterhaltungswert meistens gegeben. Eine richtige, handfeste und durchgehend plausible Auseinandersetzung mit dem Film wäre zwar wünschenswert gewesen, wer aber einmal in die Welt der Filmanalyse und die Gedankengänge die dahinterstehen hineinschnuppern möchte, kann Room 237 eine Chance geben. Allerdings ist es dennoch verwunderlich warum abgehobene Verschwörungstheorien hier genau so viel Raum bekommen wie Wahrnehmungspsychologische Überlegungen.

Wertung:
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Ø Wertung: 6.5/10 | Kritiken: 0 | Wertungen: 2
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