Frances Ha (2012)

OT: Frances Ha - 86 Minuten - Komödie / Drama
Frances Ha (2012)
Kinostart: 13.09.2013
DVD-Start: 03.12.2013 - Blu-ray-Start: 03.12.2013
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Filmkritik zu Frances Ha

Heutzutage werden Schwarz-Weiß-Filme nur schwer produziert. Das Argument, das dagegen spricht, lautet: Es versammeln sich zu wenige Leute in den Kinos, die diese Filme sehen möchten. Die Produktionskosten lohnen sich also nicht. Trotzdem kamen in den vergangenen Jahren zwei Schwarz-Weiß-Filme in die Kinos, die einen bleibenden Eindruck hinterlassen haben. Die Rede ist hier von Michel Hazanavicius’ Stummfilm The Artist (2011) und Jan Ole Gersters Selbstfindungsdrama-Komödie Oh Boy (2012). Beide Filme strahlten eine unverfehlbare Nostalgie aus und versetzten seinen Zuseher dadurch in eine alte Zeit. Hier knüpft der Regisseur Noah Baumbach, der auch als Drehbuchautor zusammen mit Wes Anderson gearbeitet hat, an und liefert somit Abseits des Mainstreamkinos einen erfrischenden und liebevollen Film über die Freundschaft ab.

Frances (Greta Gerwig) und Sophie (Mickey Sumner) sind beste Freundinnen. Sie leben zusammen in New York und haben damit neben den eigenen Insiderwitzen ihre spezielle Umgangsart miteinander entwickelt. Trotzdem ist Sophie auf der Suche nach ihrer Traumwohnung. Kurz darauf zieht sie mit einer anderen Freundin nach Tribeca. Zudem läuft die Jobsuche für Frances eher schlecht. Sie möchte als Profitänzerin arbeiten. Ihr fehlt aber anscheinend die benötigte Qualifikation. Aus diesem Grund kann sie sich die Wohnung nach Sophies Auszug nicht mehr leisten. Dennoch verliert sie nicht ihren Mut und zieht mit Lebensfreude in eine Wohngemeinschaft. Dort versucht sie neue Freundschaften zu schließen. Allerdings kann sie in keiner Bekanntschaft und / oder Freundschaft das finden, was sie mit Sophie hatte…

Es gibt unzählige Filme über die Liebe. Sobald jemand über den Verlust seiner Liebe spricht, so versteht jeder seinen Schmerz. Doch wie sieht es mit der Freundschaft aus? Ist das Gefühl, welches hervorkommt, wenn man einen Freund verliert, weniger schmerzhaft oder wieso reden wir weniger darüber? Eine Antwort auf diese Frage bietet Noah Baumbach mit seinem Film Frances Ha zwar nicht, aber dafür beleuchtet er das Thema Freundschaft mit Sorgfalt und Humor – vergisst außerdem nicht in die Tiefe zu gehen. Die Ereignisse werden aus der Sicht von Frances erzählt, sodass die Gedanken von Sophie nur dann ans Licht kommen, wenn diese der Titelfigur offenbart werden. Demzufolge merkt der Zuseher auch, dass sich Sophie von Frances distanziert, kann daraufhin mit Frances mitfühlen, die gerade dabei ist ihre beste Freundin zu verlieren.

Die Identifikation mit der Hauptfigur gelingt besonders gut, da Greta Gerwig den Zuschauer wie üblich mit ihrer charmanten und lustigen Art zuvor um den Finger gewickelt hat. Sie verkörpert die tollpatschige und liebenswerte Frances mit Bravur und führt indessen den Zuseher durch die Strapazen der Freundschaft und des Lebens. Gerwig überzeugt sogar dann, wenn die Taten ihrer Figur nicht direkt nachvollzogen werden können. Dies geschieht jedoch nur selten, sodass dieses Missgeschick eigentlich nicht der Rede wert ist. Neben der bezaubernden Greta Gerwig fällt auch die von Noah Baumbach ausgewählte Musik zum Film positiv auf. Beispielsweise kann David Bowies Modern Love und Some Girls von den Rolling Stones im Film gehört werden. Darüber hinaus verwendet Baumbach auch andere Songs aus der damaligen Musikzeit und erweckt damit, in Kombination mit dem Schwarz-Weiß-Bild, nostalgische Gefühle beim Zuseher.

Fazit:
Noah Baumbach arbeitet nach Greenberg (2010) erneut mit Greta Gerwig zusammen. Diesmal agiert die Schauspielerin aber nicht nur vor der Kamera, sie hat auch in Zusammenarbeit mit dem Regisseur hinter den Kulissen äußerst gute Arbeit geleistet und das Drehbuch zum Film Frances Ha verfasst. Diese Kollaboration hat einen nostalgischen und kurzweiligen Film über die Freundschaft zur Folge, der im Hinblick auf die Regie sehr an Jan Ole Gersters Oh Boy erinnert.

Wertung:
8/10 Punkte
Filmering.at
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Liste von Tasse
Erstellt: 12.10.2015
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