Der Butler (2013)

OT: The Butler - 132 Minuten - Biographie / Drama
Der Butler (2013)
Kinostart: 20.12.2013
DVD-Start: 27.02.2014 - Blu-ray-Start: 24.02.2014
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Filmkritik zu Der Butler

Der jahrelange Rassismus gegenüber den Afroamerikanern wurde bis dato in zahlreichen Filmen behandelt. Dabei gibt es zwei Vorgehensweisen: die eher harte und konsequente Darstellung wie zum Beispiel in Andrea Arnolds Wuthering Heights (2011) sowie in Steve McQueens Twelve Years a Slave (2013) oder die familienfreundliche Visualisierung. Hier können die US-amerikanischen Kassenschlager The Help (2011) des Regisseurs Tate Taylor und John Lee Hancocks Blind Side – Die große Chance (2009) in Anbetracht gezogen werden. Zu diesen Filmen stößt nun auch Lee Daniels The Butler hinzu, welcher noch vor der heißen Oscarphase, die momentan auf Hochtouren läuft, zu den großen Favoriten gezählt wurde. Allerdings sollte das Rassismus- und Familiendrama aufgrund seiner als anstrengend erscheinenden Struktur nur eine kleinere Rolle bei der kommenden Oscarverleihung spielen.

Cecil Gaines (Forest Whitaker) ist in den 1920er Jahren in den USA aufgewachsen und musste als kleines Kind miterleben wie seine Mutter (Mariah Carey) vom Landherrn Thomas Westfall (Alex Pettyfer) vergewaltigt wurde. Kurz darauf konfrontiert Earl (David Banner), Cecils Vater, den Landherrn diesbezüglich und wird kaltblütig erschossen. An dieses Bild erinnert sich der alte Familienvater Cecil während er im Jahr 2009 darauf wartet den Präsidenten der Vereinigten Staaten zu besuchen. Weshalb er diese Ehre hat, wird im weiteren Verlauf des Films in Form einer Rückblende erzählt. Das Leben eines Butlers beginnt somit…

Lee Daniels hat sich mit dem Drehbuch zu seinem Film, welches aus der Feder von Danny Strong stammt und auf dem Artikel von Will Hygood basiert, ein vielseitiges Drama ausgesucht, das einerseits auf wahre, historische Begebenheiten beruht und zudem eine fiktive und ergreifende Familiengeschichte erzählt. Demzufolge spielt Cecils ältester Sohn Louis (David Oyelowo) eine tragende Rolle im historischen Teil des Films und stellt damit das Dilemma auf, mit dem der Vater später zu kämpfen hat. Der Sohn ist mit der unterdrückenden Position des Vaters im Weißen Haus nicht einverstanden. Cecil kann diese Stelle jedoch nicht aufgeben, da er damit seine Familie ernährt.

Die Konfrontationen, die sich deshalb in der Familie bilden und die Hintergründe der Charaktere sind darüber hinaus fein herausgearbeitet. Egal ob es sich um die Mutter des Hauses, Gloria Gaines, die von Oprah Winfrey verkörpert wird, oder um den jüngeren Sohn, Charlie (Isaac White), der Familie handelt, die Handlungen der Figuren werden stets nachvollzogen und mit Feingefühl präsentiert. Auch die alltäglichen familiären Situationen ziehen den Zuseher an, der sich damit besser mit der Familie identifizieren kann.

Schauspielerisch kann Lee Daniels’ The Butler durchaus überzeugen. Besonders Oprah Winfrey überrascht als fürsorgliche Mutter und bietet eine nuancierte Performance. Forest Whitaker ist hier sicherlich auch erwähnenswert, trotzdem muss der Darsteller den Kürzeren ziehen, da er durch seine imaginäre „Butler-Maske“, welche er während seines Aufenthalts im Weißen Haus trägt, nicht viele Gefühle zeigen kann. Das ist folglich umso bedrückender für den Zuseher.

Dazu kommen zahlreiche Präsidenten, welche von Robin Williams (Dwight D. Eisenhower), John Cusack (Richard Nixon), James Marsden (John F. Kennedy) und Alan Rickman (Ronald Reagan) porträtiert werden. Bei der Fülle an Präsidenten, geschichtlichen Hintergründen und familiären Situationen der Gaines muss hinzugefügt werden, dass den Präsidenten-Darstellern nicht viel Zeit und Freiraum bleibt sich in die Rolle der jeweiligen Figur hineinzufühlen, sodass ihre Leistungen nicht dem Qualitätsstempel „gut“ übertreffen. Aus diesem Grund macht der Film auch den Eindruck überfüllt zu sein. Viele Details werden außen vor gelassen und damit nur oberflächlich behandelt. Im letzten Drittel des Films tritt zusätzlich ein Sättigungsgefühl beim Zuseher ein. Der Rezipient stellt sich demnach die Frage, wie lange das Drama denn noch dauert. Abgerundet wird das Ganze schließlich mit einer berührenden Kollidierung der Ereignisse, die den Film letztendlich sehenswert macht.

Fazit:
Lee Daniels hat sich mit seinem historisch-fiktiven Drama The Butler sehr viel vorgenommen und verliert sich stellenweise in seiner eigenen Erzählstruktur, die nach einer bestimmten Zeit als anstrengend vom Zuseher wahrgenommen wird. Nichtsdestotrotz ist das Drama sicherlich sehenswert und bietet eine hochkarätige Besetzung sowie eine berührende Familiengeschichte.

Wertung:
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