Only God Forgives (2013)

OT: Only God Forgives - 90 Minuten - Krimi / Drama / Thriller
Only God Forgives (2013)
Kinostart: 19.07.2013
DVD-Start: 18.11.2013 - Blu-ray-Start: 18.11.2013
Will ich sehen
Liste
19124
Bewerten:

Filmkritik zu Only God Forgives

Von am
“Bore Gore” ist das neue Genre, das Nicolas Winding Refns “Only God Forgives” zu begründen scheint. Als der wohl meist erwartete Film dieses Jahr in Cannes, war die breite Enttäuschung nach seiner Premiere im Wettbewerb deutlich spürbar.

Speziell schade ist das, weil es all jenen, die Refns „Drive“ schon hassten, noch mehr Öl ins Feuer gießt: „Style over substance“ wäre ja ganz schlecht, heißt es plötzlich wieder, ganz so, als hätte man auch Virtuosen auf diesem Gebiet, wie etwa Michael Mann nie gut gefunden. „Drive“ jedenfalls (nicht nach einem Drehbuch von Refn selbst), hob das Stilprinzip hoch an, war aber mit Substanz balanciert. Im selbst verfassen „Only God Forgives“ dagegen multipliziert sich Refns Stil (und seine eigene Stilverliebtheit) wie ein exzessiver Parasit, der jeglicher Substanz ihre Kraft aussaugt.

Dünn ist demnach noch ein fettes Wort für die Story, die übrigbleibt: Ein Amerikaner, Julian (Ryan Gosling), Betreiber eines Box-Clubs Schrägstrich Drogenrings, soll im Auftrag seiner Mutter Crystal (Kristin Scott Thomas) in Bangkok den Mord an seinem Bruder rächen. Nun war der Bruder aber auch kein Lämmchen und hatte einfach so eine minderjährige Prostituierte umgebracht, was wiederum deren Vater und dem gerechtigkeitsfanatischen Polizeichef missfiel. Eigentlich wäre Julian ganz froh, dass der große Bruder, auf den er („vor allem wegen seines immens großen Schwanzes“, O-Ton Crystal) immer eifersüchtig war, aus dem Weg ist, aber seine angebetete Mutter hat halt Rache bestellt.

Ödipus alias Julian tut also das, was Ryan Gosling am besten kann. Mit treuem, immer ganz, ganz leicht süffisantem Hundeblick brutale Dinge verrichten. In diesen Szenen ist Refn besonders manieristisch: Grafisch, aber stilistisch so überhöht, dass sie pervertiert „schön“ anzusehen sein können. Diese Bilder sind perfekt komponiert, flüssig gefilmt, oft geradezu geometrisch durchdacht, aber sie stehen im Prinzip immer für sich allein in einer Reihe.

Konkurrenz – und seinen Meister – jedenfalls findet Julian allein im Polizeichef Chang (Vithaya Pansingarm), gleichermaßen Profi am Schwert wie am Karaoke-Mikrofon. Diese Musik-Einlagen zählen noch zum Besten in einem Film, der sich paradoxerweise geradezu pompös in seinem Minimalismus suhlt und an jeder Stelle daran erinnern möchte, wie großartig es doch sei, was man gerade sieht.

Kristin Scott Thomas als brutale Bling-Pimp-Mutter-Bitch mag zudem am Papier als gute Idee erschienen sein, in ihrer Rolle aber tut sich Thomas sichtlich schwer, böse Wörter wie „cum dumpster“ zu sagen und überhaupt in einem Film mitzuwirken, von dem keiner der Beteiligten so richtig gewusst zu haben scheint, was das alles eigentlich soll. Denn auch wenn sich hier ein Regisseur noch so bemüht, zu provozieren, generiert er nie mehr als unreifes, unter massiver Pseudo-Coolheit verstecktes Gestrampel um ein bisschen Aufmerksamkeit, von Gott, oder wem auch immer.

Alexandra Zawia

Wertung:
4/10 Punkte
Filmering.at
Community
Ø Wertung: 4.9/10 | Kritiken: 1 | Wertungen: 13
10 /10
0%
9 /10
0%
8 /10
15%
7 /10
8%
6 /10
0%
5 /10
23%
4 /10
38%
3 /10
15%
2 /10
0%
1 /10
0%
Vielleicht interessiert dich auch
Pusher II (2004)
Pusher 3 (2005)
Pusher (1996)
All Beauty Must Die (2010)
Savages (2012)
The Hateful 8 (2015)
Victoria (2015)
Broken City (2013)
Alle Empfehlungen anzeigen
Der Film ist in diesen Listen
Will ich sehen
Liste von Jaws666
Erstellt: 18.10.2013
Alle Listen anzeigen