Jung & schön (2013)

OT: Jeune & jolie - 95 Minuten - Drama
Jung & schön (2013)
Kinostart: 29.11.2013
DVD-Start: 24.04.2014 - Blu-ray-Start: 24.04.2014
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Filmkritik zu Jung & schön

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Das französische Werk des Regisseur Francois Ozon, welches auch bei der diesjährigen Viennale gezeigt wird, handelt von einer jungen Frau, die sich freiwillig der Prostitution hingibt.

Schon bei der ersten Sexszene , welche am Strand zwischen Isabelle und ihrem deutschen Freund stattfindet, kristallisiert sich die Andersartigkeit der jungen Isabelle heraus. Mit Tränen in den Augen und einen erschreckend resignierenden Gesichtsausdruck lässt sie das Geschehen über sich ergehen. Von Leidenschaft und Lust, keine Spur.

Was genau in ihr vorgeht ist nur schwer zu erahnen und wird auch im Laufe des Filmes nur teilweise aufgeklärt. Isabelle bleibt dem Zuseher ein Rätsel und Regisseur Francois Ozon lässt uns nicht viel näher an sie heran, als das man ihre innere Verletzlichkeit spürt aber sie nie gänzlich versteht. Noch weniger lässt sie ihre Familie an sich heran und durch ironische Sprüche gegenüber ihren Stiefvater und ihren kleinen Bruder, wird ihre falsche Coolness noch untermauert. So wird Isabelle im späteren Teil des Filmes etwa zum Psychologen geschickt und man erhofft sich endlich einen emotionalen Ausbruch der jungen Frau mitzuerleben. Doch die Grenze zum Geheimnisvollen möchte Regisseur Ozon nicht durchbrechen. Einzig allein Isabelle selbst scheint zu wissen was wirklich in ihr vorgeht. Dem Zuseher bleibt es selbst überlassen, ob er mit gestrecktem Zeigefinger auf sie herabsieht, sie bedauert oder mit ihr sympathisiert.

Auch viele andere Figuren hinterlassen einen tieferen Eindruck beim Zuseher. Isabells kleiner Bruder etwa, der seine nackte Schwester mit dem Fernglas beobachtet, große Neugier bezüglich Isabells Liebesleben an den Tag legt und mit den Anfängen seiner Pubertät zu kämpfen hat. Isabells älterer Liebhaber. Der sich scheinbar in seine junge Geliebte verliebt und sie mit einen melancholischen Blick ansieht, indem sich einerseits die Sehnsucht nach Jugend, anderseits sein schlechtes Gewissen widerspiegelt. Isabells Mutter die mit der Schmach eine Prostituierte als Tochter zu haben und mit unzähligen dadurch einher gehenden Gefühlen, die sie zu erdrücken scheinen, zu kämpfen hat.

Alle werden aber von der Ausstrahlung der jungen Marine Vacth in den Schatten gerückt. Ihre junge Zartheit gepaart mit großen unschuldigen Augen und einer authentischen Mimik. Marine Vacth stellt mit dieser Rolle wahrlich ihr riesen Talent unter Beweis. Der Film krankt allerdings auch an einige Längen. Dafür kann das schöne Ende aber entschädigen.

Fazit:
„Jeune & Jolie“ ist ein tiefschichtiges Erotikdrama geworden. Eindringliche Charaktere hinterlassen bleibenden Eindruck und der Regisseur lässt die Zuseher gerade so nah an die Hauptfigur heran, dass zwar eine spürbare Verbindung zu jener entsteht, sie aber trotzdem ihr eigenes Urteil schaffen können. Marine Vacth spielt beeindruckend stark und schafft es allein mit ihrer Mimik einen in den Bann zu ziehen.

Wertung:
8/10 Punkte
Filmering.at
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