The Da Vinci Code - Sakrileg (2006)

OT: - 148 Minuten - Thriller
The Da Vinci Code - Sakrileg (2006)
Kinostart: 18.05.2006
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu The Da Vinci Code - Sakrileg

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50 Millionen verkaufte Exemplare. Das alleine sollte schon Grund genug sein um für das erfolgreichste Buch unserer Zeit eine Leinwandadaption zu rechtfertigen. Vor allem da man erfahrungsgemäß davon ausgehen kann dass zumindest ein großer Teil der Buchbesitzer wissen will wie der Lesestoff visualisiert wurde. Dan Browns spannender Thriller rund um eine Verschwörung in der katholischen Kirche besticht vor allem durch die geschickte Verschmelzung aus historischen Fakten und detailliert erdachter Fiktion. Viele Menschen haben nur leider übersehen das dieser Roman "nur" ein interessanter Thriller ist, aber keinesfalls eine geschichtlich korrekte Dissertation. Dies erklärt auch die weltweiten Skandale die sowohl Buch als auch Film in der Kirchenwelt heraufbeschwört haben. Browns Fantasiegebilde sind sehr fein gezeichnet und können für Zuseher die nicht über alle historischen Fakten informiert sind leicht als die Wahrheit interpretiert werden. Im Endeffekt rechtfertigt dieser Film aber keinesfalls den Skandal der um ihn gemacht wurde. Ron Howard beschränkt sich viel zu sehr auf eine 1:1 Umsetzung des Buches um für Buchkenner noch Spannung zu erzeugen. Genau das ist auch das große Problem des Films: Wenn man das Buch gelesen hat wird einem schnell langweilig werden.

 

Ein Mord im Louvre: Der Direktor des berühmtesten Museum der Welt wurde tot aufgefunden. Doch nicht nur die Tatsache dass er tot ist, sondern vor allem die Symbole die rund um und auf der Leiche gezeichnet wurden stellen die Polizisten vor ein Rätsel. Zufällig befindet sich gerade der berühmte Symbologe Robert Langdon (Tom Hanks) in Paris, den die Beamten zu Hilfe holen um die Zeichen zu deuten. Im Louvre wird dieser von der jungen Ermittlerin Sophie Neveu (Audrey Tautou) gewarnt, dass er sich bereits im Fadenkreuz des französischen Polizisten Captain Bezu Fache (Jean Reno) befindet und als sein Hauptverdächtiger gilt. Sophie, die wie sich herausstellt die Enkelin des Ermordeten ist, glaubt allerdings nicht an die Schuld von Langdon. Sie hilft ihm zu fliehen und versucht gemeinsam mit ihm die Rätsel die der Verstorbene hinterlassen hat zu deuten um ein Geheimnis zu lüften dass das Christentum in seinen Grundfesten erschüttern kann. Doch nicht nur die beiden sind dahinter her: Im Auftrag von Opus Dei soll der Albinomönch Silas ihnen zuvor kommen. Bei dem gesuchten Geheimnis handelt es sich nämlich um nichts geringeres als um den heiligen Gral. Doch was ist dieser "Gral" eigentlich?

 

Eine große Stärke des Buches war es den Leser sehr plastisch in die verschiedenen Rätsel einzubinden und Brown nahm sich auch die Zeit seinen "Helden" Robert Langdon einmal scheitern zu lassen. Dies ließ die Hauptfigur viel menschlicher wirken und ermöglichte dem Leser eine starke Identifikation mit den Protagonisten. Im Film sind die Rätsel viel zu kurz geraten. Kaum hat es begonnen, ist es auch schon wieder zu Ende, ohne das es gelingt den Zuseher wirklich zu inkludieren. Hinzu kommt noch das Robert Langdon nie wirklich ins Stocken kommt und somit als allwissender Übermensch erscheint.

 

Ron Howard hat versucht eine möglich detailgetreue Umsetzung des Buches zu schaffen. Dies ist ihm bedingt auch gelungen: Er hält sich sehr genau an die Vorlage und setzt sie auch beinahe 1:1 um, ohne auch nur einen funken künstlerische Kreativität mit einzubringen. Schmerzlich hinzu kommt dass interessante Details die den Charakteren Tiefgang verleihen würden einfach weggelassen wurden, oder nur rudimentär angedeutet worden sind. Trotzdem wirkt der Film stellenweise zu lang, und obwohl er zu lang ist wirkte er stellenweise noch zu hektisch. Ron Howard hat den gesamten Inhalt des Buches lieblos in einen Film gepresst, ohne auf die Qualität Acht zu geben. Inszenierungstechnisch ist das Sakrileg schlichtweg schlecht, und auf pompöse Optik verzichtet Howard beinahe gänzlich.

 

Hinzu kommt auch noch das nicht einmal der begnadete Charakterdarsteller Tom Hanks dem Film Aufschwung verleihen kann. Er ist hart ausgedrückt einfach die falsche Besetzung für diese Figur und sein Spiel will sich nicht wirklich mit Browns detaillierter Figurenzeichnung überdecken. Auch die beiden anderen "Stars" des Films, Audrey Tautou und Jean Reno, bleiben hinter den Erwartungen zurück und erweisen sich für ihre Verhältnisse als ziemlich blass. Die einzigen darstellerischen Hoffnungsschimmer finden sich im jungen Paul Bettany, der den Albino Silas spielt und in Ian McKellen. Beiden gelingt es vortrefflich ihren Figuren Profil zu verleihen. Hätte sich Howard für diese Figuren mehr Zeit genommen, so hätte es dem Film sichtlich gut getan.

 

Allerdings muss an dieser Stelle erwähnt werden dass der Film nicht so schlecht ist wie es hier den Anschein hat. Für Nichtkenner des Buches liefert Das Sakrileg sicher spannende Unterhaltung. Wichtig ist das man nicht alles blind glauben darf was dieser Film zu erzählen versucht. Denn sowohl Brown als auch Howard verstehen es gut wilde Spekulationen als bewiesene historische Tatsachen zu verkaufen.

 

Ron Howard hat mit Das Sakrileg einen von vorne bis hinten mittelmäßigen Film abgeliefert der Kenner des Buches nur langweilen wird. Alle anderen könnten allerdings ihre Freude an diesem seichten  Unterhaltungsfilm finden.

 

Fazit:

Jeder der das Buch gelesen hat, kann auf die Leinwandadaption getrost verzichten. Alle anderen können einen Blick riskieren!

 

Wertung:

5,0/10 Punkte

Filmering.at
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Ø Wertung: 6.7/10 | Kritiken: 0 | Wertungen: 43
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