Saiten des Lebens (2012)

OT: A Late Quartet - 105 Minuten - Drama / Music
Saiten des Lebens (2012)
Kinostart: Unbekannt
DVD-Start: 13.09.2013 - Blu-ray-Start: 13.09.2013
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Filmkritik zu Saiten des Lebens

Der musikalische Drehpunkt des Dramas Saiten des Lebens ist Beethovens Streichquartett Nr. 14., das Opus 131 in cis-moll. Beeindruckend daran ist, dass das Stück laut Beethoven attaca und zwischen den sieben Sätzen ohne Pause gespielt werden soll. Um dies zu bewältigen wird viel Übung benötigt. Schließlich spielt man 40 Minuten lang ununterbrochen. Dabei entsteht ein Problem: während der Spielzeit verstimmen die Instrumente. Da keine Pausen eingelegt werden dürfen, müssen sich die Musiker der individuellen Veränderung des jeweiligen Instruments anpassen. Dieses musikalische Können verwendet der Regisseur und Drehbuchautor Yaron Zilberman als Metapher und überträgt das Problem somit auf die Beziehung der vier Mitglieder des Quartetts und deren langjährige Beziehung. Verändert sich ein Mensch in einem Freundeskreis, so müssen sich die anderen anpassen, sonst zerbricht die Bindung.

Robert Gelbart (Philip Seymour Hoffman), Peter Mitchell (Christopher Walken), Juliette Gelbart (Catherine Keener) und Daniel Lerner (Mark Ivanir) feiern bald ihr 25. Jubiläum als weltbekanntes Streichquartett und müssen sich demnach auf ihren großen Auftritt vorbereiten. Nachdem sich aber Peters gesundheitlicher Zustand ins Negative verändert, bahnen sich weitere Probleme an, die den Auftritt und Tourauftakt des Streichquartetts gefährden. Die Ehe zwischen Robert und Juliette droht zu zerbrechen. Alexandra (Imogen Poots), die Tocher des Paares, benimmt sich gegenüber ihrem Lehrer Daniel merkwürdig und dieser hat neben der Musik eine andere Leidenschaft gefunden. Die Teilnehmer des Beziehungskreises beginnen verschiedene Wege zu gehen. Die Saiten des Lebens stehen kurz vor dem Riss…

Beethovens Musikstück mag zwar der Drehpunkt der fünf Charaktere des Dramas sein. Jedoch handelt es sich hierbei nicht um einen Musikfilm, sondern um ein Beziehungsdrama. Yaron Zilberman skizziert folglich besonders das Zusammenleben der vier Freunde. Zum Vorschein kommen damit lang unterdrückte Gefühle, ernsthafte Eheprobleme sowie nie geäußerte Wünsche, die das Verhältnis der Beteiligten aus dem Gleichgewicht bringen. Das Drama beginnt recht zuversichtlich mit der Krankheit von Peter. Daraus wird ersichtlich wie jeder Charakter jeweils zu den anderen Mitgliedern des Streichquartetts steht. Die Konflikte werden vorbereitet und die Figuren zugleich vorgestellt.

Einen großen Pluspunkt verzeichnet die Besetzung des Films. Zilberman, der mit Saiten des Lebens sein Spielfilmdebüt feiert, konnte hervorragende und renommierte Charakterdarsteller für sein Drama gewinnen, die von der ersten Minute an mit ihrem schauspielerischen Talent voll und ganz überzeugen und ein beachtenswertes Zusammenspiel abliefern. Besonders erwähnenswert sind Philip Seymour Hoffman (Capote, 2006) und Catherine Keener (Maladies, 2013), die das zerbrechende Ehepaar porträtieren und demzufolge ein berührendes Schauspiel bieten. Aber auch Ivanir (360, 2011) und Walken (7 Psychos, 2012) spielen in der gleichen Liga und können infolgedessen die Lage, in der sich ihre Charaktere befinden, glaubhaft und mit viel Feingefühl veranschaulichen. Die Jungschauspielerin Imogen Poots (Fright Night, 2011) verblasst des Weiteren nicht neben den aufgeführten Darstellern und liefert eine gute Leistung ab.

Der Regisseur kann sich also für seine Besetzung glücklich schätzen, da er es dieser zu verdanken hat, dass sein Drehbuch funktioniert. Die Schauspieler sind es nämlich, die dieses Drama zum Leben erwecken und aus den vorgefertigten Konflikten die nötige Dramatik herausfeilen. Da die Entwicklung der Beziehungen und daraufhin der Handlungsverlauf stereotypisch ausgefallen ist, warten keine großen Überraschungen auf den Zuseher. Die Familen- und Beziehungsprobleme, welche während des Dramas behandelt werden, gleichen partiell denen einer Seifen-Oper, sodass hin und wieder der ein oder andere Zuschauer laut ausatmen wird. Saiten des Lebens ist aber trotz der altbekannten Probleme der Figuren sehenswert. Einerseits ist die angewandte Metapher vom gespielten Musikstück auf das Beziehungsquartett erfrischend und andererseits werten die Schauspieler das Drama in jeder Hinsicht auf.

Fazit:
Saiten des Lebens ist ein Beziehungsdrama, das mit seiner herausragenden Besetzung überzeugt, allerdings an stereotypischen Handlungssträngen erkrankt. Sehenswert ist das Ganze dennoch, da Schauspieler wie Philip Seymour Hoffman, Catherine Keener und Christopher Walken berührende Performances bieten und daraufhin den Film aufwerten.

Wertung:
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Liste von Radleey
Erstellt: 07.10.2012