Escape Plan (2013)

OT: Escape Plan - 115 Minuten - Action / Mystery / Thriller
Escape Plan (2013)
Kinostart: 15.11.2013
DVD-Start: 27.03.2014 - Blu-ray-Start: 27.03.2014
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Filmkritik zu Escape Plan

Von am
Ray Breslin (Silvester Stallone) ist für Gefängniskomplexe als Sicherheitsexperte in der Feldforschung tätig. Im wahrsten Sinne des Wortes, denn er lässt sich inkognito als Haftinsasse einschleusen, um Gefängnisse auf ihre Sicherheitsmaßnahmen zu prüfen. Die Rechnung ist einfach: Schafft es Breslin zu fliehen, ist das Gefängnis nicht sicher genug. Nach Annahme eines Auftrags der CIA, ein privat finanziertes, von der Öffentlichkeit unbemerktes Hochsicherheitsgefängnis zu testen, wird ihm bewusst, dass Fluchtplanungen nicht mehr ein Teil seines Berufs, sondern zum Überlebenskampf geworden sind. Vorerst scheint die Lage ausweglos, doch als er den ebenfalls inhaftierten Emil Rottmayer (Arnold Schwarzenegger) kennenlernt, scheint eine Flucht mit seiner Hilfe möglich.

Sylvester Stallone und Gefängnis. War da nicht etwas? Nicht wenig, wenn man die Zeit zusammenzählt, die seine Charaktere in diversen Filmen in Gefangenschaft verbracht haben. Nur um ein paar zu nennen: RAMBO, RAMBO 2, TANGO & CASH, DEMOLITION MAN, JUDGE DREDD, VICTORY und nicht zu vergessen – der Gefängnisfilm LOCK UP. Letzter bekam nur mäßige Kritiken, bewies aber mit seiner düsteren Atmosphäre und einem stark aufspielenden Stallone durchaus vorzeigbare Qualitäten. 24 Jahre nach LOCK UP und zig gedrehten Filmen später, ist mit Stallones engem Figurenrepertoire (meistens Gesetzesvertreter/Gesetzesbrecher) ein weiterer Gefängnisfilm seiner persönlichen Filmgeschichte zuliebe gar wünschenswert gewesen. Dass mit ESCAPE PLAN die Fans des rauen 80er-Actionkinos als schmackhafte Beilage noch den alteingesessenen Vorzeigemuskelprotz und einst Stallones stärksten Konkurrenten (Arnold Schwarzennegger) bekommen, verspricht unterhaltsames Kino. Seit EXPENDABLES, wird ihr gemeinsamer Leinwandauftritt keinen Hund mehr aus der Hütte locken aber wirklich als Duo treten sie zum ersten Mal auf. Viel zu spät und es bleibt nicht viel Zeit es richtig zu machen.

Nach TERMINATOR 2 und TRUE LIES erreichte Arnies Karriere den absoluten Höhepunkt. Stallone hatte nicht die gleichen Blockbuster-Kracher aufzuweisen, trotzdem waren sie sich in ihrer Erscheinung als Größen des Actionkinos ebenbürtig. Immer stand die Frage im Raum wann sie endlich gemeinsam auf der Leinwand erscheinen würden. Sie zusammen in einem Gefängnisfilm zu sehen wäre in den 90ern eine witzige Metapher gewesen: weil, sonst kriegt man sie nicht dazu einen gemeinsamen Film zu drehen. Mit ESCAPE PLAN wird den Fans der beiden doch leider nicht viel mehr als die Vergänglichkeit des Menschen auf eine schmerzhafte Weise vorgeführt. Beide gehen auf die 70 zu und die erbitterte Rivalität wird ihnen heute vermutlich etwas Leid tun. Obgleich beide physisch betrachtet nach wie vor echte Brocken sind, können sie die Vitalität von einst bei größten darstellerischen Bemühungen kaum spielen. Das bleibt leider nicht der einzige große Makel.

Vieles ist in ESCAPE PLAN schlichtweg unglaubwürdig und erreicht den Zuseher nicht so wie es möchte. Die räumliche Enge des Hochsicherheitsgefängnisses, die Brutalität der Gefängniswachen, das Martyrium des Hauptprotagonisten Breslin und nicht zuletzt das Zusammenspiel Schwarzenegger/Stallone wirkt streckenweise hölzern. Wobei fairerweise dazu erwähnt werden muss, dass im Gegensatz zu Stallone Schwarzeneggers darstellerisches Potential recht schnell ausgeschöpft ist und somit die Sterilität ihres Beisammenseins eher seinem Part geschuldet ist - womit infolgedessen der „Buddy-Anteil“ dieses Buddy-Movies erhebliche Einbußen einfährt. Mitunter ist zu bemerken, wie sich jenes distanzierte und sterile Interagieren mit dem halbherzigen Herantreten der Kamera an das Geschehen unvorteilhaft einheitlich zusammenschließt und Mikael Hafstroms Regiearbeit folgerichtig nach unaufrichtigem Voyeurismus riecht. Als Schwarzenegger in einer Szene zwecks Ablenkungsaktion verrückt spielen soll, ist die Komödie perfekt: Arnie brüllt unter Einfluss von Foltermaßnahmen völlig wirres Zeug auf Austroamerikanisch-Deutsch und komplettiert mit beiderseits akzentbehafteter Zweisprachigkeit die Metapher eines Filmes, der nicht weiß ob er ein Actionfilm sein will oder sich noch anderen tiefgreifenden Genreelementen hinzugeben gedenkt. Dennoch muss ich eingestehen wie originell ich diese Szene fand – ungeachtet ihrer ursprünglichen Intention.

Jim Cavizel `s Figur des Gefängnisdirektors Hobbes, ist bei weitem die sympathischste. Im Rückgriff auf Cavizels öffentliche Aussagen, die seit dem snuff movie in spe PASSION OF CHRIST noch vielen in Erinnerung geblieben sind, steht die Rolle des kultiviert autoritären Despoten mit soziopahtischem Einschlag in entfernter Verwandtschaft zu seinem religiös bedingten Wahn. Wenn es nach ideologischen Bestimmungen der amerikanischen Film(groß)industrie und ihrer „Policy of Limitations“ geht, sollte Cavizel nur noch Figuren spielen, die nicht mehr alle Tassen im Schrank haben. Ein parodistischer Selbstläufer.

Fazit:
Im Grunde genommen ist ein guter Actionfilm mit den zwei altbackenen aber nicht verstaubten Haudegen gar nicht so schwer. Mit Originalität (Drehbuch) und Enthusiasmus (Regie) hätte ein Resümee unter ihrer gemeinsamen Filmgeschichte gezogen werden können. ESCAPE PLAN verweigert sich leider der Filmhistorie und pocht auf seine Unabhängigkeit. Ein bisschen ist es, als ob sich Stallone und Schwarzenegger nie gekannt hätten. Der Film selbst ist zu mittelmäßig, um diesen Umstand einfach so verschmerzen zu können. Stallone – der in beiden Professionen (Drehbuch/Regie) Talent bewies - hätte sich der Sache besser selbst annehmen sollen.

Wertung:
4/10 Punkte

Basagic Igor
Filmering.at
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Ø Wertung: 4.9/10 | Kritiken: 2 | Wertungen: 10
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