Bobby - Der letzte Tag von Robert F. Kennedy (2006)

OT: - 120 Minuten - Drama
Bobby - Der letzte Tag von Robert F. Kennedy (2006)
Kinostart: 09.03.2007
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Bobby - Der letzte Tag von Robert F. Kennedy

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Für Bobby konnte der bekannte Schauspieler Emilio Estevez, der Sohn von Martin Sheen, eine Unmenge an Stars an Land ziehen. Angefangen von seinem Vater Martin Sheen, über Anthonny Hopkins und Demi Moore, bis hin zu Sharon Stone scheint er für jeden Charakter einen passenden Star gefunden zu haben um seine Geschichte rund um die Ermordung von Robert F. Kennedy virtuos zu erzählen.

 

4. Juni 1968: Der Bruder des ermordeten Präsidenten John F. Kennedy ist auf dem besten Weg der neue Präsident der Vereinigten Staaten zu werden. "Bobby" Kennedy hatte gerade die Vorwahl der Demokraten gewonnen und liegt in allen Umfragen vorne. An diesem Abend soll er im Hotel Ambassador in LA eine Dankesrede halten. In eben diesem Hotel befinden sich 22 Menschen deren Wege sich des öfteren überschneiden. Am Abend wird Bobby erschossen und alle Handlungsstränge werden mit Hilfe dieses schrecklichen Ereignisses ineinander verknotet...

 

Emilio Estevez wollte in keiner Sekunde eine genaue Rekonstruktion der damaligen Ereignisse erzeugen und genaue Nachforschungen zu den Personen anstellen welche im Hotel lebten, wie es Paul Greengrass für Flug 93 tat. Bobby besteht aus fiktiven Charakteren, deren Tagesablauf nicht genau recherchiert wurde, sondern frei erfunden ist. So hatte man genügend künstlerische Freiheit um Charaktere zu erschaffen, die einem auf der Leinwand nicht langweilen.

 

Der Film selbst ist in ziemlich abgetrennten Episoden aufgeteilt die miteinander wenig bis gar nichts zu tun haben. Nur in den wenigsten Fällen kommt es zu Kontaktpunkten der Teilhandlungsstränge. Der Namensgeber des Films Bobby Kennedy erscheint nur durch Archivaufnahmen die geschickt in den Film geschnitten wurden und ist nicht oft auf der Leinwand zu sehen. Der Film dreht sich hauptsächlich um die 22 Charaktere in dem Hotel, die durch Bobby Kennedy miteinander verbunden sind. Am besten lässt sich dieser Aufbau mit einem Karussell vergleich in dem die Charaktere die Sitzplätze darstellen und Bobby Kennedy das Kugellager um das sich alles dreht. Am Ende werden dann alle Schicksale miteinander durch das Attentat, mit einem Knall, verbunden.

 

Die größte Stärke des Films sind eben jene Charaktere um die es Hauptsächlich auch geht. Emilio Estevez hat es geschafft eine Vielzahl an wunderbaren Figuren zu entwickeln die alle etwas besonderes sind und in Erinnerung bleiben. Das einzige Problem des Film ist vielleicht dass fast schon zu viele wunderbare Charaktere darin vorkommen. Man würde sich wünschen von allen etwas mehr zu erfahren, doch es ist einfach nicht genug Zeit dafür dar.

 

Die Schauspieler dürfen sich allesamt zur Topliga Hollywoods zählen und es fällt schwer einen besonders hervorzuheben. Alle liefern eine makellose Vorstellung ab und jede Darbietung hat etwas magisches an sich. Für viele Lacher wird vor allem Ashton Kutschers Part als Drogendealer sorgen, aber auch alle anderen können ihr Talent voll und ganz ausspielen. Es ist Emilio Estevez perfekt gelungen ein homogenes Gemenge aus Stars zu erzeugen, die ohne sich aufzuspielen eine perfekte einheitliche Vorstellung abgeben. Es gibt eigentlich keine Figur deren Geschichte man als Haupterzählstrang benennen könnte und somit gibt es auch keinen Hauptdarsteller. Alle sind gleich wichtig für den Film und dies ist auch zu jedem Zeitpunkt erkennbar.

 

Am Anfang von Bobby fällt es zwar etwas schwer den Sinn in dem Film zu sehen, aber es ist wohl am besten einfach die Suche nach dem größerem Kontext aufzugeben und statt dessen die Geschichten um die wunderbaren Figuren einfach zu geniessen. Spätestens bei der Ansprache von Bobby Kennedy wird einem dann klar werden warum die Charaktere so genau gezeichnet wurden. Eben diese Rede, in Archivaufnahmen gezeigt, ist der inszenierungstechnische Höhepunkt des Films. Unterlegt mit Simon and Garfunkels Sound of Silence sieht man Bobby sprechen. Dazu werden Szenen aus Vietnam eingeblendet und die Reaktionen der Charaktere die wir die letzten 90 Minuten beobachtet hatten. Der Zuseher ahnt bereits was nun folgen wird und zum Zeitpunkt des Attentats sind die vorher losgelösten Fäden wieder vollends miteinander Vberknüpft und die gesamte Geschichte erhält ihren Sinn.

 

Insgesamt ist Bobby ein wundervolles Filmereignis und bietet vor allem gegen Ende hin eine emotionale Berg- und Talfahrt. Negativ ist nur dass der Film so viele wunderbare Figuren hat, von denen man am liebsten noch mehr wissen würde, was sich allerdings zeitlich nicht ausgeht. Etwas weniger wäre hier vermutlich mehr gewesen. Vor allem die Episode rund um Elijah Wood will nicht richtig durchstarten und man hätte eigentlich darauf verzichten können. Auch die etwas plakative Werbung für Bobby Kennedys Politik und die simple Kritik an Vietnam hätte man sich sparen können, da die kritischen Botschaften viel zu einfach gestrickt sind um auch ihre Wirkung zu erreichen.

 

Fazit:

Ein wunderbarer Film mit starken Charakteren, der jedoch auch einige Schwächen aufweist.

 

Wertung:

8/10 Punkte

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