Pacific Rim (2013)

OT: Pacific Rim - 131 Minuten - Action / Abenteuer / SciFi
Pacific Rim (2013)
Kinostart: 19.07.2013
DVD-Start: 22.11.2013 - Blu-ray-Start: 22.11.2013
Will ich sehen
Liste
18913
Bewerten:

Filmkritik zu Pacific Rim

Von am
Nach der TRANSFORMERS-Reihe dachte ich, es ist eigentlich kaum möglich in Sachen opulenter Kriegsführung die Maßstäbe höher zu setzen. Überdimensionale Krieger, die in überdimensionalen Schlachten große Räume einnehmen, und die Menschen mit ihrer Kriegsmaschinerie als explosives Beiwerk leisten ihren Anteil an der visuellen Orgie für Jung und Alt. Für Regisseur Guillermo del Toro schien es naheliegend ein altbekanntes Motiv, das uns seit den Godzilla-Anfängen verfolgt, wieder neu in Szene zu setzen. Wenn Autobots und die Decepticons schon so einen Krach veranstalteten, wie wird es erst sein, wenn die Größenverhältnisse multipliziert werden. Eine einfache Rechnung die aufgehen muss, nicht wahr?

Groß, Größer, 2.500 Tons of Awesome!!! In Guillermo del Toros Titanen-Wrestler Film kämpfen wolkenkratzergroße Eidechsen gegen Riesenroboter. Ja, da passiert noch ein bisschen mehr und dieses „mehr“ dient eigentlich nur als dramaturgischer Lückenfüller. Man möchte es keineswegs beanstanden, es stellt sich nur die Frage, ob sich der Film nun ernst nehmen will oder nicht? Diese Verwirrung rührt aus einer ungewöhnlichen Cast/Figuren-Mischung her und ihren Interaktionen bei denen man zwischen alternativem Comic-Universum und unserer Welt hin und her geschleift wird. Alle Versuche einen Christopher Nolan-Bezug herzustellen mögen hierbei von einem Jaeger-Roboter in den Boden gestampft werden.
 
Abgesehen von übertriebener Dramatik bei krasser Vorhersehbarkeit und einigen bekannten stereotypen Figurencharakteristika wie der verrückte Wissenschaftler, ist das TOP GUN-Déjà-vu, das ich hatte, besagtem Ernst noch weniger zuträglich: Ein Pilot keift den „verlorenen Sohn“ an, weil dieser viel zu lange nicht mehr im Gefecht war. Auch im Angesicht der nahe bevorstehenden Apokalypse eine immer noch vertretbare psychologische Motivation, wenn die zwei bloß nicht auf Maverick und Iceman machen würden. Wer TOP GUN nicht gesehen hat, sollte meiner Empfehlung möglichst bald nachkommen. Moment, es geht um PACIFIC RIM!!!

PR bietet angeblich das große Spektakel, die Königsklasse des Bombastischen, das Cirque du Soleil des CGI-Massakers, Transformers hoch zehn nur ohne dem Transforming aber mit so viel Feuerkraft, dass selbst die Nippel vor Erregung rot werden. Falsch gedacht. Wer seinen Verstand nicht längst auf die Künstlichkeit des modernen Kinos umgepolt hat wird a) eben genau das was vorher angekündigt wurde nicht zwingend erwarten und b) öfters damit beschäftigt sein die Kampfszenen zu analysieren. Mit Analyse sind simple Fragen gemeint wie: Wer verpasst gerade wem eine Abreibung? Wieso wird hauptsächlich in tiefster Nacht gekämpft und wieso so oft im Wasser? Alles in diesem Film bewegt sich auf einer streng oberflächlichen Ebene mit der steten Andeutung, tiefer in seiner narrativen Essenz gehen zu wollen. Die vielen Kämpfe im oder unter Wasser verkommen hierbei zu einer unfreiwillig ironischen Allegorie.

Den Kampfszenen fehlt das konsequent Brutale, die Klangkulisse ist zu dünn, womit leider verpasst wird dem Film eine klare Richtung zu geben. Dass PACIFIC RIM eine Dauer von 132 Minuten vorweist, macht es nicht einfacher. Bestenfalls zeichnen sich narrative Durchhänger durch ihren positiven Nebeneffekt aus – Vorfreude auf die kommenden Actionsequenzen aufzubauen – wie es bei IRON MAN 3 der Fall ist. In PR hingegen hofft man als Zuseher das nächste Mal ein bisschen mehr zu erkennen. Persönlicher Vorschlag: möglichst weit hinten sitzen. Oder Regisseur del Toro einen Gefallen tun und sich die 2D-Version zu Gemüte führen.

Wie fühlt sich PACIFIC RIM an? Zu einem ist es nur bedingt eine Ehrbezeugung an die alten Godzilla-Klassiker eines Ishirō Honda, zu anderem hinterlassen die Giganten aus der Retorte einen faden Nachgeschmack. Wildes Treiben mit bunten Lichtern im Finsteren der Nacht bleiben ohne jegliche Wucht. Die Geistlosigkeit dieser rein Computer-animierten Bilder evozieren nichts weiter als ein AVATAR-Traumata. Somit wird PR zu einer langen Rave-Party mit kleineren Dramen zwischenmenschlicher Beziehungen in einer absolut drogenfreien Zone.

Fazit:
Überlang, trocken (obwohl so viel im Wasser gefightet wird !!!) und streckenweise die reinste Reizüberflutung. Die zwei wichtigsten Faktoren für ein gelungenes apokalyptisches Ereignis – nämlich die Zerstörung in möglichst breitem Umfang zu visualisieren und diese nach einer spezifischen Vorstellung fürs Publikum glaubwürdig zu machen – haben nicht mehr als Autorenseriencharakter und verfehlen die Schlagkraft und  Kurzweiligkeit eines aufregenden Kinoabends. Zu unbestimmt, zu groß, die Pointe zu breit getreten. Was will PACIFIC RIM sein? Ich weiß, del Toro hatte einen Plan aber ich kann nichts drauf erkennen! Ohne die Leistungen des restlichen Casts untergraben zu wollen ist Idris Elba und seine Figur Stacker Pentecost besonders hervor zu heben – die einzige durchgängig erträgliche und gern gesehene Gestalt in diesem Film. Ansonsten kann man mit diesem Giganten-Geplänkel bei Discoatmosphäre viel oder eben rein gar nichts anfangen. Schließlich gab es nicht wenige, die AVATAR toll fanden.

Wertung:
5/10 Punkte

Basagic Igor
Filmering.at
Community
Ø Wertung: 6.8/10 | Kritiken: 2 | Wertungen: 19
10 /10
0%
9 /10
5%
8 /10
32%
7 /10
26%
6 /10
16%
5 /10
16%
4 /10
5%
3 /10
0%
2 /10
0%
1 /10
0%
Vielleicht interessiert dich auch
Aliens - Die Rückkehr (1986)
Tron (1982)
Dune - Der Wüstenplanet (1984)
The Time Machine (2002)
The Day After Tomorrow (2004)
Marvel
Ghostbusters 2 (1989)
Iron Man 3 (2013)
Alle Empfehlungen anzeigen
Der Film ist in diesen Listen
Will ich sehen
Liste von speaccy
Erstellt: 15.08.2014
Will ich sehen
Liste von Jaws666
Erstellt: 18.10.2013
Will ich sehen
Liste von fette_sau
Erstellt: 13.08.2013
Alle Listen anzeigen