Das Leben ist nichts für Feiglinge (2012)

OT: Das Leben ist nichts für Feiglinge - 98 Minuten - Drama
Das Leben ist nichts für Feiglinge (2012)
Kinostart: 26.04.2013
DVD-Start: 04.10.2013 - Blu-ray-Start: 04.10.2013
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Filmkritik zu Das Leben ist nichts für Feiglinge

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Ob hinter der Kamera als Drehbuchautor, Regisseur oder als Schauspieler vor der Kamera – auf beiden Seiten ist André Erkau anzutreffen und scheint sich in seiner Rolle des Multitalents wohl zu fühlen. 2011 war er als Schauspieler in Ein Tick anders zu sehen. Er schreibt die Drehbücher zu seinen und zu diversen anderen Filmen wie für Selbstgespräche (2008) oder in Zusammenarbeit mit Gernot Gricksch für Mann tut was Mann kann (2012). Die Basis seines neuen Films Das Leben ist nichts für Feiglinge bildet der gleichnamige Roman von Gernot Gricksch. Das Endprodukt dieser Zusammenarbeit ist nun in Form einer Tragikomödie im Kino zu sehen.

Der plötzliche Tod der Ehefrau und Mutter überrascht Markus Färber (Wotan Wilke Möhring) und seine Tochter Kim (Helen Woigk) und reißt sie aus ihrem gewohnten Alltag heraus. Markus und Kim versuchen auf ihre jeweils eigene Art den Verlust zu verarbeiten. Aber die Arbeit kann Markus nicht vom Schmerz und der Trauer ablenken. In ihrer Trauerphase grenzt sich seine Tochter Kim immer weiter von ihrem Vater ab. Als wäre das nicht schon genug, kommt noch hinzu, dass Markus Mutter Gerlinde (Christine Schorn) die Diagnose Krebs gestellt bekommt. Sie lässt sich trotz der Erkrankung nicht davon abbringen, ihren Sohn und ihre Enkelin so gut es geht zu unterstützen. Zwischen Kim und Markus, die nie über ihre Gefühle sprechen, kommt es immer wieder zu Streitigkeiten, die Kim dazu veranlassen, eine ungeplante Fluchtaktion mit ihrem neuen Freund Alex (Frederick Lau) zu begehen. Als Kim nicht nach Hause kommt beginnt für die Daheimgebliebenen die Suche nach Kim, in der sie so manch Unerwartetes wiederfinden…

In der Besetzungsliste von Das Leben ist nichts für Feiglinge findet man einen Mix aus bekannten deutschen Schauspielerinnen und Schauspielern sowie Neulingen. Christine Schorn, die in diesem Film krebskranke Mutter von Wotan Wilke Möhring spielt, kann auf eine lange und erfolgreiche Karriere als Theater- und Filmschauspielerin zurückblicken. Unter anderem wurde sie 2008 mit dem Deutschen Filmpreis als Beste Nebendarstellerin für ihre Rolle in Frei nach Plan ausgezeichnet. Die Hauptrolle ist mit Wotan Wilke Möhring besetzt, der seit Neuestem als Tatort-Kommissar ermittelt. Er ist ein Schauspieler, der viele Facetten in seinen vielzähligen Rollen zeigt und deswegen in den vergangenen Jahren für diverse Filmpreise nominiert war und viele davon gewann. Sein Facettenreichtum kommt wohl daher, dass er erst auf vielen Umwegen zum Film gekommen ist und vor seiner Schauspielkarriere als Elektriker, Türsteher und Model gearbeitet hat und den Beruf des Schauspielers vergleichsweise spät für sich entdeckt hat.
 
Als Neuentdeckung könnte man hingegen Helen Woigk bezeichnen, die in Das Leben ist nichts für Feiglinge ihre erste größere Hauptrolle spielt. Als rebellische Tochter zeigt Helen, dass sie durchaus, trotz der noch geringen Erfahrung im Filmgeschäft dennoch neben solchen Schauspielprofis wie Möhring oder Schorn durch ihr Talent und ihre Ausdruckskraft eine gute Leistung liefern kann.

Das Leben ist nichts für Feiglinge ist ein sehr emotionsgeladener Film, der die Zuseher mit Themen wie Vergänglichkeit, Schmerz und Trauer konfrontiert und eine Möglichkeit zeigt, wie mit Verlust umgegangen werden kann. Die Akteure müssen sich in einem Spannungsfeld zwischen „Helden“ und „Feiglingen“ behaupten. Komik und Witz tauschen sich mit Ernst und Schmerz ab und bilden so ein Gleichgewicht. Die Musik, die eine wichtige Rolle im Film spielt, unterstreicht die Emotionen der Figuren, steht auch mal im Gegensatz zum Gezeigten oder füllt die Stellen aus, an denen mal wenig Worte fallen.

Regisseure, die einen Roman als Filmvorlage haben, sind oft der Gefahr ausgesetzt, einen Film mit zu vielen Bildern zu überladen weil sie den Stoff des Romans visuell darstellen wollen. André Erkau gelingt es aber zum Großteil, diese Gefahr zu umgehen, doch gegen Schluss des Films wird der Zuseher mit zu vielen Wendungen und Ereignissen überhäuft, die mit Sicherheit hätten weggelassen werden können.

Fazit:
Nichtsdestotrotz bietet der Regisseur in Das Leben ist nichts für Feiglinge den Darstellerinnen und Darstellern genug Raum für Emotionen, die aber nicht auf diesen verharren sondern sich in ihrem Charakter weiterentwickeln. Entstanden ist so nicht nur ein bewegender Film über den Umgang mit Verlusten und Ängsten sondern vor allem einer über das Weiterleben.

Wertung:
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