I kori - The Daughter (2012)

OT: I kori - 87 Minuten - Drama
I kori - The Daughter (2012)
Kinostart: Unbekannt
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu I kori - The Daughter

Die Wirtschaftskrise in Griechenland ist immer noch aktuell. In den Nachrichten werden uns die Ursachen dargelegt und darüber hinaus auch die Proteste griechischer Staatsbürger gegen die Sparmaßnahmen präsentiert. Doch wie sieht es tatsächlich in Griechenland aus? Wie reagieren die Bürger und wie fühlen sich deren Kinder, die später mal die Wirtschaft ankurbeln sollen? Diese Fragen versucht der griechische Regisseur Thanos Anastopoulos (Diorthosi – Correction, 2008) mit seinem Sozialthriller Í kori – The Daughter zu beantworten und erschafft dabei einen zwiespältigen Film, der zwar Antworten bietet, aber sich zugleich auch in die Länge zieht.

Die 14-jährige Myrto (Savina Alimani) versucht erfolglos mit ihrem Schlüssel in die Wohnung ihres Vaters zu kommen. Vor der Wohnungstür findet sie nichts als Rechnungen. Es stellt sich heraus, dass der Vermieter das Schloss gewechselt hat, um seinen Mieter zum Zahlen zu bringen. Da Myrtos Vater (Yorgos Symeonidis) aber spurlos verschwunden ist, sucht sich Myrto eine andere Bleibe, denn bei ihrer Mutter (Ornela Kapetani) möchte sie wegen ihres Stiefvaters nicht wohnen. Demnach verbringt sie die meiste Zeit in einem Holzlager. Gesellschaft leistet ihr ein kleines Kind (Aggelos Papadimas). Gleichzeitig erfährt Myrto, dass nicht nur ihr Vater, sondern auch der Sohn eines Bekannten seit Tagen nicht mehr zuhause war...

Í kori – The Daughter beginnt wie eine Coming-of-Age Story und entfaltet sich langsam in einen Thriller. Der Regisseur Thanos Anastopoulos legt beim Erzählen seiner Geschichte keinen Wert auf einen linearen Handlungsaufbau und skizziert die Geschehnisse somit willkürlich. Als Zuseher erhält man die Aufgabe das Chaos zu lösen, um die Handlung nachvollziehen zu können. Diese Herangehensweise hat aber nicht nur ihre schlechten Seiten, denn je tiefer der Zuseher in den Film gerät, umso besser kann er die Fäden verbinden. Der Spannungsbogen entwickelt sich infolgedessen äußerst langsam. Darüber hinaus nimmt sich der Regisseur viel Zeit, um das Verhältnis zwischen den Beteiligten zu veranschaulichen. Aufgrund dessen trampelt der Film auf den gleichen Beziehungen herum, anstatt nacheinander Fakten abzuliefern.

Eine weitere Schwäche ist die fehlende Kompromisslosigkeit am Ende des Thrillers. Zwar stellt Anastopoulos, der in Zusammenarbeit mit Vassilis Giatsis das Drehbuch anfertigte, eine zufrieden stellende Auflösung dar, allerdings hätte ein gnadenloseres Ende den Zuschauer mehr zum Denken angeregt. Aus diesem Grund wird Í kori – The Daughter auch nicht lange im Gedächtnis des Betrachters bleiben.

Die Proteste in Griechenland und explizit in Athen werden ferner nur knapp angeschnitten. Im Endeffekt konzentriert sich der Film mehr auf die sozialen Auswirkungen der Euro-Krise und zeigt diese aus den Augen einer 14-jährigen. Ansonsten belegt der Thriller, dass die soziale Misere zwar ökonomische Ursachen haben kann, aber genauso ein internationales Problem ist.

Fazit:
Alle Blicke richten sich zurzeit auf Griechenland, doch letztendlich spielen sich überall soziale und ökonomische Krisen ab. Der Thriller Í kori – The Daughter des griechischen Regisseurs Thanos Anastopoulos präsentiert sich dem Zuschauer in einem verschlüsselten Gewand. Im Zuge dessen entfaltet sich der Spannungsbogen auch besonders langsam. Außerdem kaut der Regisseur und Drehbuchautor stets auf den gleichen Gebieten herum, anstatt Fakten abzuliefern. Trotzdem kann man einen Blick in den Film werfen, da es interessant ist mit anzusehen wie die Wirtschaftskrise in Griechenland behandelt und präsentiert wird.

Wertung:
6/10 Punkte
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