Die Brut (1979)

OT: Die Brut - 92 Minuten - Horror / SciFi
Die Brut (1979)
Kinostart: Unbekannt
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Die Brut

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Bekannt wurde David Cronenberg besonders durch seine Horrorfilme wie „Die Fliege“, „Scanners“ oder „Dead Zone“. Oft wirken seine Filme bizarr bzw. experimentell. Besonders „Die Fliege“ verhalf ihm zu weltweitem Ruhm. Er spielte mit diesem Film doppelt so viel Geld ein, wie in die Produktion gesteckt wurde und machte ihn zu einem der bekanntesten Regisseure im Bereich Horror. Zu beobachten ist, dass seine Filme oft auch einen „Hauch“ Science-Fiction haben, was seinen Filmen einen besonderen Reiz verleiht. In den letzten Jahren ging Cronenberg vermehrt von den Horrorfilmen weg und wandte sich auch anderen Gattungen zu. So drehte er vermehrt Filmdramen, wie zum Beispiel „Cosmopolis“ mit Robert Pattinson aus dem Jahre 2012. Er beweist somit, dass er nicht nur Menschen in mutierte Wesen verwandeln kann, sondern auch tiefergehende Stoffe verfilmen kann.

Der Architekt Frank Carveth (Art Hindle) lebt getrennt von seiner Frau. Diese, Nola Carveth (Samantha Eggar) und ihre gemeinsame Tochter Candy (Cindy Hinds), leben auf dem Gelände der Klinik des Psychotherapeuten Hal Raglan (Oliver Reed). Nola leidet unter einer psychischen Störung, die Dr. Raglan versucht zu heilen. Als Frank Merkmale einer Misshandlung am Körper seiner Tochter feststellt, setzt er alles daran, sie zu sich zu holen.

Es stellt sich heraus, dass Nola als kleines Mädchen von ihrer eigenen Mutter misshandelt wurde. Wenig später kommt es zu einem Zwischenfall: Nolas Mutter wird von einem missgestalteten Kind ermordet. Nach ihrer Beerdigung wird auch ihr Ex-Mann Barton von einem solchen Kind getötet. Als das Kind schließlich auch noch Frank angeht, wird es getötet und zur Obduktion freigegeben. Dabei kommen die Ärzte zu dem Entschluss, dass das Kind unmöglich auf natürliche Art und Weise geboren wurde, da es keinen Bauchnabel besitzt.

In der Zwischenzeit wird Candy von anderen missgestalteten Kindern entführt. Raglan findet heraus, dass Nola ihre Wut kompensieren kann, in dem sie diese Wesen gebärt. Diese Wesen töten die Menschen, die Nola zornig machen. Diese „Kinder“ werden an Hautblasen an ihrem Körper geboren. Raglan und Frank versuchen Candy zu befreien. Die Wesen töten dabei zuerst den Doktor und greifen dann Candy an. In der Zwischenzeit tötet Frank Nola, woraufhin die „Kinder“ auch sterben. Frank sieht sich am Ziel und bringt seine Tochter zurück in seine Wohnung. Jedoch sieht man an ihrem Körper ebenfalls Hautblasen, ähnlich wie bei ihrer Mutter...

Kinder sind beliebte Motive in Horrorfilmen. „The Ring“ ist ein Paradebeispiel dafür, wie furchteinflößend besonders kleine Mädchen sein können. In gewisser Weise spielt dabei das Paradox, dass Kinder doch eigentlich lieb und unschuldig sind, mit den Fantasien der Zuschauer. Denn werden sie plötzlich zu gefühllosen Killern, fürchten wir uns mehr davor, wie vor Freddy Krueger und Co.
 
Auch Cronenberg zeigt uns, dass Kinder auch gewalttätige „Wesen“ sein können, die keine Skrupel haben, jemanden auf brutale Art und Weise zu ermorden. Zu Anfang wirkt „Die Brut“ noch wie geisterhafte Erscheinungen. Sie lassen, wie wir es aus zahlreichen Geisterfilmen kennen, in der Küche Sachen aus den Regalen fallen und sitzen an der Decke und schauen auf das potentielle Opfer herab. Man kann sie kaum erkennen, sieht nur ihre rote Kleidung und ihre Hände, die keineswegs denen eines Kindes ähnelt. Vielmehr sehen sie „alt“ aus, faltig und stark. Schemenhaft laufen sie in der Wohnung umher und hinterlassen teilweise blutige Händeabdrücke. Später bekommen sie dann ein Gesicht, welches ähnlich wie bei den Händen, nichts mit dem eines Kindes zu tun hat. Sie sehen alt aus und entstellt. Jedoch haben sie Ähnlichkeit mit Candy: zum einen ihre Kleidung und zum anderen haben sie auch blonde Haare und sind gleich groß wie Candy. Sieht man sie von hinten, würde man keinen Unterschied erkennen können.

Allerdings differenzieren sie sich in ihrem Handeln ganz rapide von dem eines 7- jährigen Mädchens. Sie töten brutal, blutig und erkennen keine Grenzen. Ihren Opfern schlagen sie gekonnt die Schädel ein, sei es mit einem Fleischklopfer oder aber auch mit dem Holzhammer aus dem Kindergarten. Dabei wirken sie sehr zornig und kraftvoll. Es ist also nicht unschuldiges und zum Teil schwaches eines kleinen Kindes darin zu erkennen. Aber auch im Film distanziert man sich von dem Begriff „Kind“. Ein Artikel in einer Zeitung bezeichnet diese „Brut“ als „dwarf-killer“ – man geht also davon aus, dass Kinder solche Taten nicht umsetzen könnten.

Das treibende Glied in dieser Geschichte ist Nola. Am Ende des Films kann man klar die starke Beziehung zwischen ihr und den Wesen erkennen und welche Wirkung sie auf diese hat. Frank ist bei Nola und redet mit ihr. Zeitgleich versucht der Doktor Candy zu befreien, die mit den Wesen in einem „Kinderzimmer“ untergebracht ist und dort schläft. Es werden nun abwechselnd die Geschehnisse gezeigt. Nola wird immer zorniger, weil sie Frank zeigt, wie sie ein Kind aus einer Blase gebärt und dieser sich davor ekelt. Während sie immer zorniger wird, beginnen die Kinder den Doktor anzugreifen – hatten sie sich bis zu diesem Zeitpunkt zurückgehalten und mit angesehen wie er Candy aus dem Zimmer bringt. Es kommt zum Eklat und Nola erreicht den Zenit ihrer Wut – gleichzeitig ringen die Kinder den Doktor zu Boden und töten ihn. Frank tötet indessen seine Frau. Interessant hierbei ist, dass – sobald Nola tot ist- auch die Kinder gestorben sind.

Fazit:
Der Film überzeugt. Bis zum Ende des Films bin ich nicht auf die Idee gekommen, wie diese Kinder wohl wirklich entstanden sind. Der Film scheut nicht vor Blut oder Gewalt zurück. Auch die Szene mit der Geburt ist nichts für schwache Mägen, aber trotzdem fesselt Cronenberg den Zuschauer an die Kinosessel. Er hebt sich von anderen Horrorfilmen ab und bietet dem Zuschauer dadurch Abwechslung.

Wertung:
7/10 Punkte
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Ø Wertung: 7/10 | Kritiken: 0 | Wertungen: 1
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