Jack Ryan: Shadow Recruit (2014)

OT: Jack Ryan: Shadow Recruit - 105 Minuten - Action / Mystery / Thriller
Jack Ryan: Shadow Recruit (2014)
Kinostart: 28.02.2014
DVD-Start: 17.07.2014 - Blu-ray-Start: 17.07.2014
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Filmkritik zu Jack Ryan: Shadow Recruit

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Eine namhafte Besetzungsliste (Chris Pine, Kevin Costner, Keira Knightley), ein ordentliches Drehbuch (Tom Clancy-Vorlage), ein profilierter Regisseur (Kenneth Branagh). Man möchte meinen, dass hier eigentlich nichts schiefgehen könne, um daraus einen packenden Polit-und Agenten-Thriller zu machen. Weit gefehlt! Wer Dinge halbherzig angeht, wird mit langweiliger Mittelmäßigkeit bestraft.

Neben Alec Baldwin („The Hunt for Red October“, 1990), Harrison Ford („Patriot Games“, 1992, und „Clear and Present Danger“, 1994) und Ben Affleck („The Sum of All Fears“, 2002) spielt nun auch Chris Pine in einer verjüngten Kinoversion den aus der Feder des im letzten Jahr verstorbenen Schriftstellers Tom Clancy stammenden CIA-Agenten Jack Ryan. Chris Pines CIA-Agent Ryan ist dynamischer und attraktiver als seine Vorgänger, fällt ihm doch das schwere Los zu, einer bereits etwas in Vergessenheit geratenen Figur neues Leben einzuhauchen.

Neu erfunden hat er das Rad mit seiner Performance nicht, doch macht er sich ganz gut darin, die zahlreichen actionbeladenen Szenen zu meistern. Ob dieses Reboot und die Starqualitäten Pines für eine geldbringende Franchise à la J. J. Abrams „Star Trek“ reichen, lässt sich anhand der Box-Office-Zahlen beantworten. Der Film blieb hinter den Einspiel-Erwartungen zurück, wird aber aller Wahrscheinlichkeit nach, zumindest seine Produktionskosten decken können.

Zum Inhalt: Nach den Anschlägen auf das World Trade Center beschließt Ryan (Chris Pine) – damals noch Student, der US-Marine beizutreten und somit seinem Land zu dienen. Der nach einem Afghanistan-Einsatz Verwundete zieht sich daraufhin zurück, bis ihn eines Tages Harper (Kevin Costner) aufspürt, um – nach Fertigstellung seiner Dissertation – seine exzellenten Analyse-Kenntnisse wieder im Dienste des Staates an der Wall Street zu erproben.

Nach zögerlichem Hin und Her fristet er schließlich jahrelang ein langweiliges Büro-Dasein. Als Ryan irreguläre Finanz-Transaktionen seitens einer russischen Quelle beobachtet, lässt ihn das aufhorchen. Er reist nach Moskau, um der Sache auf den Grund zu gehen. Dies führt ihn direkt zu Victor Cherevin (Kenneth Branagh), der dem US-amerikanischen Finanzsektor dem Cyber-Krieg erklärt hat. Hat er nicht schon genug am Hals, folgt ihm seine Freundin Cathy (Keira Knightley) nach Moskau, die ihrerseits Ryans Geheimnistuerei überdrüssig ist. Ab diesem Zeitpunkt allerdings kommt der Film ins Rollen.

Wir leben in einer Zeit, wo das Agentenkino nicht mehr das ist, was es einmal war. Durch Filme wie die „Bourne“-Reihe und die „Mission: Impossible“-Franchise – um ein paar jüngere Beispiele zu nennen – sind wir schier übersättigt und meinen, alles gesehen zu haben. Sogar alteingesessene Kinohelden wie James Bond müssen sich Modernisierungen unterwerfen und stets neu erfinden, damit sie weiterbestehen können. Neue Konflikte und Bösewichte müssen herhalten, wie das Sam Mendes in „Skyfall“, im 23. Bond-Streifen beweist.

Angestaubte USA-Russland-Interessenskonflikte in die Ära der technologischen Errungenschaften zu versetzen – wie es in „Jack Ryan: Shadow Recruit“ der Fall ist – heißt nach wie vor noch in der Agenten-Vergangenheit zu leben. Die Macher bemühten sich sichtlich, ein neues und viel jüngeres Publikum anzusprechen. Eines, das den Kalten Krieg nur aus Geschichtsbüchern und Lichtspielhäusern kennt. Wer allerdings die alten Filme kennt, bekommt hier lediglich Aufgewärmtes geboten, trotz der Einbindung von Themen wie Finanzkrise und Cyberkriminalität.

Fazit:
„Jack Ryan: Shadow Recruit“ stellt unter Beweis, wie verbraucht das Genre des Agenten-Thrillers im Grunde ist. Dass es viel mehr als eine solide Regie seitens Kenneth Branagh bedarf, um daraus ein Sehvergnügen für das Kinopublikum zu machen. Viel zu stumpfsinnig und vorhersehbar schreitet Undercover-Agent Jack Ryan zur Tat. Viel zu augenscheinlich böse und berechenbar entpuppt sich Oligarch Viktor Cherevin. Keira Knightley, die wir aus weitaus besseren Rollen kennen, spielt eine nervige „damsel in distress“ und könnte deplatzierter nicht sein. Einziger Lichtblick in diesem durchschnittlichen Actionstreifen ist Kevin Costner, der zwar nicht auftrumpfen kann, was wohl eher an der Rolle als an seiner Leistung liegt.

Wertung:
6/10 Punkte
Filmering.at
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