2 Guns (2013)

OT: 2 Guns - 109 Minuten - Action / Krimi / Drama / Thriller
2 Guns (2013)
Kinostart: 27.09.2013
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: 06.02.2014
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Filmkritik zu 2 Guns

Von am
Robert „Bobby“ Trench (Denzel Washington) und Michael „Stig“ Stigman (Mark Wahlberg) verstehen sich wie Brüder und doch arbeiten sie als Undercover-Agenten für zwei verschiedene Behörden der Vereinigten Staaten. Als beide nach einem Banküberfall vom doppelten Spiel des anderen erfahren, wird die Verwirrung um die Frontenverteilung kaum geringer. Stattdessen müssen die zwei Ballerhelden gegenüber einer Unzahl von Feinden wieder neu zusammenfinden und herausbekommen was eigentlich vor sich geht.  

Das hat uns gefehlt: Ein weiterer Mixed-Race-Buddy Movie. Nein ernsthaft, das ist keineswegs ironisch gemeint. Das Kino kann niemals ein wirksames Rezept als verstaubtes Erfolgsversprechen abstempeln, wenn es sich in jedem weiteren Jahrzehnt zeitgemäß neu zusammensetzen lässt. Und wer mit Charakteren wie Sergeant Murtaugh (Danny Glover) und Sergeant Riggs (Mel Gibson) in LETHAL WEAPON, John McClane (Bruce Willis) und Zeus Carver (Samuel L. Jackson) in DIE HARD 3  oder mit Cates (Nick Nolte) und Hammond (Eddie Murphy) in 48 HRS. aufgewachsen ist, der weiß, dass mit einer optimalen Mischung des Duos schon die halbe Arbeit getan ist.

Andersrum formuliert, wenn das Fundament eines Buddy Movies nicht funktioniert oder über die Stränge schlägt, ist der Film schlichtweg nicht sehenswert. RUSH HOUR mag zwei Fortsetzungen bekommen haben, dies wird aber nicht über die Tatsache hinwegtäuschen, dass Chris Tucker ein altbackenes Klischee eines penetrant herumfuchtelnden Afroamerikaners spielte, ausgestattet mit einem recht geringen Intelligenzquotienten. Zuweilen verfielen die Macher von LEATHAL WEAPON in dieser Hinsicht genauso kolonialen Vorstellungen eines dunkelhäutigen Menschen, dennoch bleibt ebenso anzumerken, dass sie in der Gleichung unterschiedlicher Hautfarben vieles richtig gemacht haben.

2 GUNS ist nach MONEY TRAIN oder 16 BLOCKS auf einer Stufe angekommen wo man behaupten kann, dass man sich vom Karikaturhaften ihrer Figuren gerne distanzieren möchte und den Begriff „mixed race“ irrelevant machen. Was den afroamerikanischen Part angeht, gibt es mittlerweile eine Reihe seriöser wie großartiger Darsteller - und für 2 GUNS brauchte es jemanden mit Obermacker-Status. Dass die Wahl auf Denzel Washington fiel, überrascht kaum.

Die Zusammenarbeit zwischen Washington und Wahlberg ist zweifelsohne gelungen und dennoch fehlt etwas. Ihre Figuren verhaken sich niemals im klassischen Sinne, wie man es aus Buddy-Movies kennt. Von den charakteristischen Veranlagungen her, bleiben sie fast zur Gänze konfliktfrei. Wie es aussieht wollte Drehbuchautor Blake Masters mit diesem traditionell festen Bestandteil keine Zeit verlieren, sondern lieber den Fokus auf die eigentliche Geschichte legen. Konflikte zwischen den zwei Hauptprotagonisten entstehen nämlich aus Missverständnissen und Unwissen. Wer verschweigt wem etwas? Was sind die Ziele und auf welcher Seite steht der Einzelne? Von welchen Gruppierungen werden sie verfolgt?

Die Story baut gar nicht so sehr auf ihre Twists auf, obwohl einige Wendungen vorhanden sind. Der Film ist von einem konstant gleichbleibenden Erzähltempo geprägt, mit dem Ziel, weder zu schnell noch zu langsam die Figuren durch den Film zu treiben. Ich bin mir meiner unsicher, ob ich so weit gehen darf, um an 2 GUNS eine Liebeserklärung ablesen zu können, aber oft wird man das Gefühl nicht los, Zeuge eines wiederbelebten Actionklassikers aus den 60er/70ern zu sein. Auch spricht die gezielt vereinfachtere inszenierungsweise des Regisseurs Baltasar Kormàkur ganz stark für ein Actionkino, das einst in Kinderschuhen steckte. Jeder und jede die mit GETAWAY, FRENCH CONNECTION, DIRTY HARRY,  BULLIT, VANISHING POINT etwas anfangen kann, sollte 2 GUNS unbedingt eine Chance geben. Es wird sich auf jeden Fall mehr lohnen, als eine weitere Monsterproduktion aus der Traumfabrik zu konsumieren und sich im Nachhinein über die eventuelle Lieblosigkeit zu ärgern.  

Fazit:
2 GUNS ist wie ein gutes Lied von Black Rebel Motorcycle Club. Geradeaus, wenig zurückhaltende aber nicht überbordende Coolness, eingängig aber nicht geistlos. Er macht einfach Spaß. Was könnte man mehr von einem Film mehr wollen, der sich selbst nicht mehr abverlangen will, als grundsolide zu sein wie Wahlbergs Kopfnüsse und Washingtons Arschtritte.

Basagic Igor

Wertung:
7/10 Punkte
Filmering.at
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Ø Wertung: 6.7/10 | Kritiken: 1 | Wertungen: 11
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