Chroniken der Unterwelt - City of Bones (2013)

OT: The Mortal Instruments: City of Bones - 130 Minuten - Action / Abenteuer / Drama / Fantasy / Mystery / Romanze
Chroniken der Unterwelt - City of Bones (2013)
Kinostart: 30.08.2013
DVD-Start: 23.01.2014 - Blu-ray-Start: 23.01.2014
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Filmkritik zu Chroniken der Unterwelt - City of Bones

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Ein Hollywoodrezept zum Nachkochen: man nehme einen Bestseller als Filmvorlage, eine Reihe  vielversprechender, gut aussehender Jungschauspieler und schicke sie in eine Parallelwelt, in der Monster ihr Unwesen treiben und sie die Menschheit vor selbigen schützen. Seit den Twilight-Filmen, waren Filmproduzenten auf der Suche nach einer vergleichbaren Story für den Young-Adult-Markt. Als die Produzenten Robert Kulzer und Don Carmody auf die Chroniken der Unterwelt-Reihe von Autorin Cassandra Clare stießen, holten sie sich Regisseur Harald Zwart zu sich ins Blockbuster-Boot und schufen den Auftakt einer neuen, modernen Fantasy-Saga.

Chroniken der Unterwelt – City of Bones erzählt die Geschichte von Clary Fray (Lily Collins), die entdeckt, dass außerhalb ihrer New Yorker Welt eine Parallelwelt existiert, voll von Dämonen, Vampiren und Werwölfen, in der Schattenjäger gegen das Böse ankämpfen. Als ihre Mutter auf mysteriöse Weise verschwindet, schließt sie sich den Schattenjägern Jace (Jamie Campbell Bower), Alec (Kevin Zegers) und Isabelle (Jemima West) an. Die Suche nach ihrer Mutter stellt sich jedoch als schwieriger heraus als gedacht, da sie zugleich verhindern müssen, dass der Kelch der Engel nicht in die Hände des finsteren Valentine Morgenstern (Jonathan Rhys Meyers) gerät.

Wem dieses Sujet äußerst bekannt vorkommt, der ist damit sicher nicht alleine. Zuseher sind es mittlerweile gewohnt, in (Unter-)Welten einzutauchen, wo Vampire, Dämonen und Werwölfe gegeneinander kämpfen und einige Auserwählte ihr Leben aufs Spiel setzen, um die Welt der Normalos zu retten. Es handelt sich hierbei nicht nur um geeigneten Stoff für Kinofilme, sondern auch zahlreiche Fernsehserien machen davon Gebrauch. Zwart blätterte ebenfalls eifrig im selben Kochbuch und machte daraus einen weiteren Fantasy-Blockbuster. Beim genaueren Hinsehen stellt sich bald heraus, dass die Überraschung dennoch größer ist, als die Erwartungen niedrig waren.

Zwart, der zuletzt im Jahr 2010 mit seinem Karate Kid-Remake mit Kinderstar Jaden Smith von sich reden machte, kam es offensichtlich zu Gute, dass er kein Genreregisseur ist. Als Neuling im Fantasy-Fach, bringt er neue Ideen und Blickwinkel mit ein. Im Gegensatz zu ihm, bringen die meisten Darsteller bereits Filmerfahrung aus dem Genre mit. Sowohl Lily Collins (Spieglein Spieglein - Die wirklich wahre Geschichte von Schneewittchen), Jamie Campbell Bower (Twilight - Filme, Harry Potter und die Heiligtümer des Todes Teil 1+2) und auch Robert Sheehan (Der letzte Tempelritter) sind im Spiel mit unwirklichen Kreaturen vertraut. Mit Jonathan Rhys Meyers holten sich die Filmemacher noch einen beliebten Publikumsschönling dazu.

Viele der Charaktere werden aber nur schemenhaft porträtiert, wobei vor allem Clary besonders oberflächlich bleibt. Schließlich bleibt den Kinobesuchern bis zum Schluss verborgen, wie dieses Mädchen es so locker wegstecken kann, dass sich - von einem Tag auf den anderen - ihr Leben um 360 Grad dreht und sie nun Teil einer Welt ist, die viele sonst nur aus ihren Alpträumen kennen. Stattdessen bekommt der Zuseher eine taffe Persönlichkeit zu sehen, die furchtlos und ohne sich lange bitten zu lassen ihr neues Leben selbst in die Hand nimmt. Immerhin lassen die Filmemacher Clary nie von ihrem eigentlichen Weg abkommen, sodass sie nicht in eine langwierige Dreiecksgeschichte zwischen Jace und ihrem Menschenfreund Simon (Sheehan) abdriftet.  

Die Figuren bewegen sich zudem in einem besonders urbanen Setting. Anstatt die Unterwelt mit der irdischen Welt in Kontrast zu setzen, verschmelzen beide Welten miteinander. Die Schattenjäger und die Kreaturen, die sie jagen, bewegen sich in randvollen New Yorker Clubs, in leer stehenden Hotels und mischen sich unbemerkt unter die Menschheit. Gleich nach den ersten Filmminuten wird das Erzähltempo vorgegeben. Zwart hält sich nicht lange mit einer Einführung in die Geschichte und ausführlichen Figurenbeschreibungen auf. Clary wird bereits früh mitten ins Geschehen geworfen. Schlag auf Schlag folgen Kampfszenen, visual Effects und neue mystische Gadgets. Die Verschnaufpausen dazwischen drosseln das Tempo wieder ein wenig, zumeist durch  romantische Momente und immer wieder witzigen Einlagen, für die vor allem der frech-sarkastische Jace zuständig ist.

Chroniken der Unterwelt - City of Bones ist zwar insgesamt recht gelungen, dennoch ist es eine ständige Gratwanderung zwischen Romantik und Kitsch, gelungenen visual Effects und eifriger Effekthascherei.

Fazit:
Auch, wenn sich aufgrund der Parallelen von Genre und Storyline Vergleiche zu der Twilight-Reihe anbieten, sind sie dennoch nicht gerechtfertigt. Obwohl Anleihen aus anderen Fantasy-Filmen nicht abzustreiten sind, schuf Zwart ein eigenständiges Werk, das mit vielen neuen Ideen aufwarten kann. Die Auswahl der Schauspieler und die temporeichen Szenen, die einen immer wieder mit lebendigen Effekten und neuen Details dieser fremden Welt überraschen, bringen zwar Bewegung in das Fantasy-Abenteuer, doch durch den  durchgängigen Tempodruck leidet die eigentliche Geschichte, die dadurch wesentlich an Gehalt einbüßt. Und obwohl Chroniken der Unterwelt – City of Bones nicht als reiner Teenie-Film abgestempelt werden kann, wird er dennoch eine recht enggefasste Zielgruppe ansprechen. Zumindest für Fans von Fantasy-Filmen, die auf einer Romanvorlage basieren, kann an dieser Stelle eine Kinoempfehlung ausgesprochen werden.

Wertung:
6/10 Punkte
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