Elysium (2013)

OT: Elysium - 109 Minuten - Action / Drama / SciFi / Thriller
Elysium (2013)
Kinostart: 16.08.2013
DVD-Start: 17.12.2013 - Blu-ray-Start: 17.12.2013
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Filmkritik zu Elysium

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Mit District 9 ist Regisseur Neill Blomkamp ein viel beachteter Überraschungshit gelungen, der Publikum und Kritiker gleichermaßen begeistern konnte. Spätestens nach der überraschenden Oscar-Nominierung als Bester Film war ihm der Weg geebnet und man durfte gespannt sein was Blomkamp aus seinem neu gewonnenen Standing machen würde. Mit seinem Nachfolgeprojekt Elysium begibt er sich zunächst auf recht sicheres Terrain: Das dreckige Zukunftssetting mit gesellschaftskritischen Untertönen erinnert nicht gerade zufällig an District 9, allerdings muss leider gesagt werden, dass es Blomkamp diesmal nicht gelingt seine Stärken auszuspielen.

2154: Die Kluft zwischen arm und reich ist mittlerweile unerträglich weit auseinandergedriftet. Während sich die wohlhabenden Bürger längst auf die riesige Raumstation Elysium geflüchtet haben, wo sie ein behütetes Leben führen und alle Krankheiten geheilt werden können, leben die restlichen Menschen auf einer dystopischen Erde, die an einen gigantischen Slum erinnert. Doch auch auf Elysium bahnen sich Probleme an: Verteidigungsministerin Delacourt (Jodie Foster) plant einen Putsch und will mit Hilfe des Roboterherstellers Carlyle (William Fichtner) die Herrschaft an sich reißen. Dumm nur, dass Fabrikarbeiter Max De Costa (Matt Damon) in einer von Carlyles Fabriken eine tötliche Strahlendosis abbekommt und sterben wird, wenn er es nicht innerhalb von wenigen Tagen nach Elysium schafft. Also hat er quasi nichts mehr zu verlieren und sorgt für mächtige Probleme...

Zunächst zu den positiven Dingen: Dass Neill Blomkamp ein Talent dafür hat bemerkenswerte SciFi-Bilderwelten zu gestalten, hat er bereits mit dem (vergleichsweise ausgesprochen günstigen) District 9 bewiesen. Und auch in Elysium versteht er es wieder sehr gut die Zukunft visuell zum Leben zu erwecken und mit spannenden optischen Kontrasten zu versehen. Nett ist auch, wie die Erde zu als dystopischer Moloch gezeichnet wird und der Film damit visuell in den Fußstapfen zahlreicher entsprechender Klassiker wandelt, während Elysium als absolut klinsch-großartige Location geschildert wird, die an ganz andere Genre-Klassiker erinnert. Dieses Spiel mit den verschiedenen Zukunftsvisionen ist durchaus spannend, allerdings versteht es Blomkamp nicht so wirklich Reibflächen zu erzeugen.

Denn wenn man sich ehrlich ist, dann gibt es in seiner filmischen Vision keine Meinungsvielfalt oder verschiedenen Ansichten. Nein, Blomkamp weiß von Anfang an ganz genau welche Seite im Recht ist und wer die Guten und wer die Bösen sind. Und diese Schwarz-Weiß-Malerei hämmert er dem Zuseher auch konstant entgegen, sodass man selbst eigentlich kaum mehr ins Grübeln kommt, sondern vornehmlich der imposanten Action und eben den Schauwerten frönen kann. Das mag per se nichts verwerfliches sein, aber Elysium will eigentlich mehr sein als bloße Unterhaltung und zumindestens dieser Vorsatz wurde definitv nicht erfüllt.

Denn auch die gesellschaftspolitischen Probleme, die der Film anspricht, sind eher flacher Natur. Nicht, dass die aufklaffende Schere zwischen reich und arm, bzw. die Zuwanderungsthematik nicht genug hergeben würde, aber Blomkamp macht es sich leider in allen Punkten viel zu leicht und hat kaum Energie in die Erzeugung eines wirklich packenden Szenarios gesteckt. Des Setting mag zwar auf dem ersten Blick nett sein, aber bei genauerer Betrachtung, bzw. in der Form wie es im Film verwendet wird, ist es nicht viel mehr als ein einfaches Instrument um die Figuren in zwei bequeme Schubladen zu stecken.

Hinzu kommen noch kleinere Detailprobleme, die an der inneren Konsistenz der Welt nagen: Etwa wenn Matt Damon in einer Warteschlange kleine Sticheleien gegen den Roboter-Polizisten loslässt, um dann verprügelt zu werden - obwohl er selbst ja schon sein ganzes Leben in dieser Welt verbringt und genau weiß wie alles abläuft. Oder wenn mögliche Angreifer auf Elysium von einem Agenten auf der Erde mittels Raketenwerfer abgeschossen werden (statt dass die Raumstation selbst über Abwehranlagen verfügt). Noch schlimmer wird es aber, wenn es im Laufe des Films scheinbar ohne Grund immer einfacher wird auf Elysium zu landen. Hier gibt es einfach zu viele logische Brüche innerhalb der Welt, die rein dem dramaturgischen Interesse der Erzählung dienen und so die Glaubwürdigkeit des Universums schädigen.

Natürlich ist nicht alles schlecht. Die Konfrontation zwischen Sharlto Copley und Matt Damon etwa ist durchaus launig, und das Setting an sich hätte durchaus Potential gehabt. Doch während in District 9 Unterhaltungselemente und der sozialkritische Unterbau perfekt ineinandergeglitten sind, ist Elysium eindeutig mehr ein eher simpel gestrickter Actionfilm, der seine gesellschaftskritischen Statements viel zu lauthals vor sich herposaunt, als dass man wirklich angeregt werden würde sich mit den Themen auseinanderzusetzen. Oder kurz gesagt: Elysium ist einfach noch ein gutes Stück mehr Hollywood, und das merkt man auch deutlich.

Fazit:
Elysium ist leider ein Film mit viel verschenktem Potential. Die geschilderte Welt ist in sich leider zu inkonsitent und zu simpel erdacht, als dass man wirklich das Bedürfnis hätte sich näher mit den geschilderten Problemen auseinanderzusetzen. Neill Blomkamp hat es sich in allen Belangen zu einfach gemacht, was leider dazu führt, dass Elysium zwar durchaus für solides Unterhaltungskino sorgt, aber zwischen all der Action wären etwas mehr Überlegungen durchaus angebracht gewesen.

Wertung:
6/10 Punkte
Filmering.at
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Ø Wertung: 6.4/10 | Kritiken: 1 | Wertungen: 19
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