Conjuring - Die Heimsuchung (2013)

OT: The Conjuring - 112 Minuten - Horror / Thriller
Conjuring - Die Heimsuchung (2013)
Kinostart: 01.08.2013
DVD-Start: 24.01.2014 - Blu-ray-Start: 24.01.2014
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Filmkritik zu Conjuring - Die Heimsuchung

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Bereits vor 20 Jahren soll Produzent Tony DeRose-Grund bei einem Treffen mit Ed Warren die Idee zu The Conjuring gekommen sein. Seitdem ließ ihn der Stoff, der auf einer wahren Begebenheit beruht, nicht mehr los. Die tatsächliche Produktion begann viel später, im Jahr 2011, unter der Regie von Saw-Macher James Wan und wird nun auch das Kinopublikum 2013 einige Zeit heimsuchen.

Ed (Patrick Wilson) und Lorraine Warren (Vera Farmiga) sind zwei international bekannte Dämonologen, die sich dem Austreiben von Geistern und Dämonen widmen. Die meisten ihrer Fälle sind harmlos, haben nichts mit Übernatürlichem zu tun und lassen sich einfach erklären. Doch da gibt es einen Fall, der selbst diese beiden abgebrühten „Ghostbusters“ verstört: der Fall der Familie Perron. Carolyn (Lili Taylor) und Roger (Ron Livingston) ziehen mit ihren fünf Töchtern in ein altes Farmhaus, das bereits längere Zeit leer steht. Seltsame Vorkommnisse häufen sich und bald wird der Familie klar, dass sie es mit einem paranormalen Phänomen zu tun haben. Schließlich bitten sie die Warrens um Hilfe. Diese kommen durch Kamera- und Tonaufnahmen zum Schluss, dass der Dämon, der im Haus sein Unwesen treibt, eine Hexe ist, die hier vor Jahren hier gewohnt hat und einen Fluch über alle zukünftigen Bewohner des Hauses verhängt hat, seitdem haben sich auf diesem Grund viele Morde und Selbstmorde ereignet. Es beginnt ein Exorzismus, der die Dämonologen an ihre Grenzen treibt..

The Conjuring bedient sich eines breiten Spektrums an üblichen Horrorfilmpraktiken: ein gruseliger Keller voller Spinnweben, quietschende Türen, die sich durch unsichtbare Hand öffnen, knarzende Böden, Falltüren, das Monster im Schrank und unter dem Bett. Bereits beim Einzug weigert sich der Familienhund ins Haus zu kommen, ein übler Gestank verbreitet sich im neuen Domizil, die Uhren bleiben alle jede Nacht um 3.07 exakt stehen. Die Mutter Carolyn hat nach der ersten Nacht mysteriöse blaue Flecken am Körper, die sich mit jeder Nacht häufen. Beim Hide and Clap- Spiel (Versteckspiel mit Augenbinden) finden die Kinder einen Keller, von dem sie nichts gewusst haben. Die jüngste Tochter hat einen neuen unsichtbaren Freund namens Rory, der im selben Haus gewohnt hat.

Mit jedem Tag und jeder Nacht werden die paranormalen Aktivitäten stärker und für den Zuseher, der sich pünktlich zur Geisterstunde 3.07 am Sitz festkrallen muss, wird es immer ungemütlicher. In den haarsträubendsten Szenen sind allerdings weder Blut, noch Gewalt, oft nichteinmal ein Monster zu sehen- der Fantasie der Zuseher wird freien Lauf gelassen. In den USA hat der Film trotzdem keine Jugendfreigabe bekommen und zwar eben nicht aufgrund der Brutalität, sondern schlichtweg wegen der intensiven Schreckmomente.

Nachts werden die schlafenden Mädchen von einer unsichtbaren Hand berührt, dies steigert sich von Nacht zu Nacht so weit, dass eins der Mädchen am Fuß aus dem Bett gezogen wird und sich danach ängstlich im Zimmer umblickt. Mit Blick unters Bett und hinter die Tür sagt sie mit zitternder Stimme immer wieder zu ihrer Schwester, da sei noch jemand im Raum, hinter der Tür. Erst nach einigen Minuten löst sich einer der gruseligsten Momente im Film wieder auf. Nervenaufreibend sind auch die bereits genannten Hide and Clap-Szenen: als die Mutter mit der Kleinsten Verstecken spielt und nichts ahnend dem Klatschen eines Geistes folgt. Wiederum löst sich die Szene ohne gravierende Vorkommnisse auf.

Noch bevor die Geister zum tatsächlichen Angriff starten, ist die Spannung bereits so aufgebaut, dass es fast nicht mehr zum Aushalten ist. Erst in der zweiten Hälfte des Films zeigen die Dämonen ihr Gesicht, herausgefordert von den Warrens. Wenn selbst die Warrens, die wahrhafte Geisterexperten sind, in Angst und Schrecken versetzt werden, weiß man, die Sache wird ernst. Alles spitzt sich zu einem, sowohl für die Leinwandfiguren als auch für die Zuseher, Energie raubenden Exorzismusfinale zu.

The Conjuring bietet ein tolles und auch intelligentes Gesamtpaket, das sich sehr wohl seines Genres bewusst ist und selbstreflexiv zeit- und genrebezogen zu arbeiten versucht. Der Film ist klar in den Siebzigern, in einer der Hochzeiten des Horrorgenres, angesiedelt: beim Einzug läuft Time of the Season von den Zombies im Hintergrund, die Kleidung unterstreicht dies zusätzlich. Anspielungen auf Texas Chainsaw Massacre sind in Einstellungen eines Landhauses mit Windspiel und Hollywoodschaukel nicht von der Hand zu weisen. Chuckie lässt in Form der Gruselpuppe Annabelle grüßen, Lorraines Fähigkeiten, tote Menschen zu sehen erinneren stark an The Sixth Sense und man mag sogar bei den verrückt gewordenen Vögeln an Hitchcock denken- wenn man genau hinsieht, lassen sich sicherlich Dutzende Anspielungen finden. Somit sind mit The Conjuring sowohl diejenigen, die die Gruselmomente suchen, als auch die anspruchsvolleren Kinobesucher gut bedient. Am Schluss gibt es noch Originalfotos von den Warrens und Perrons, sowie von der Gruselpuppe Annabelle um den Zuseher endgültig aus der Fassung zu bringen.

Fazit:
The Conjuring ist in vielerlei Hinsicht ein gut gelungener Horrorfilm, der sich nicht nur auf herkömmliche Schreckmomente verlässt, sondern- dank eines dichten Drehbuchs, jahrelanger (Recherche-)Arbeit und Hingabe zum Thema- auch die Figurenzeichnung und Authentizität des Geschehens im Auge behält. Niemand rennt hier blind ins Verderben- alle ist stets möglichst gut begründet. Der Umstand einer wahren Begebenheit, dass sowohl die Warrens als auch die Perrons historisch reale Personen sind und waren und dass Lorraine Warren selbst bei den Dreharbeiten zugegen war und viel Zeit mit den Hauptdarstellern verbrachte, verstärkt die Glaubwürdigkeit und versetzt das Publikum in Angst und Schrecken. Man mische noch typische Haunted House- Effekte hinzu, die selbst den abgebrühtesten Horrorfans das Zittern beibringen und voilà hat man einen der, wenn nicht den, Genrefilm des Jahres. Der Horrorfilm lebt!

Wertung:
8/10 Punkte
Filmering.at
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Ø Wertung: 7.9/10 | Kritiken: 1 | Wertungen: 24
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