R.I.P.D. - Rest in Peace Department (2013)

OT: R.I.P.D. - 96 Minuten - Action / Komödie / Krimi
 R.I.P.D. - Rest in Peace Department (2013)
Kinostart: 30.08.2013
DVD-Start: 09.01.2014 - Blu-ray-Start: 01.07.2014
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Filmkritik zu R.I.P.D. - Rest in Peace Department

Von am
Nach derzeitigem Stand gegenwärtiger Kritiken über R.I.P.D., haben die Macher des Films ein riesiges Problem. Es gehört  jetzt schon zu den großen Blockbuster-Fehlschlägen dieses Jahres. Ich habe dieses Jahr bereits einige davon gesehen und weigere mich dieser Meinung anzuschließen. Gewiss, der Film hat in Regiefragen seine unübersehbaren Schwächen, doch was macht ihn schon zu einem schlechteren Film als HANSEL & GRETEL oder FAST & FURIOUS 6?

Nick Walter (Ryan Reynolds) wird bei einem Polizeieinsatz von seinem Partner Bobby Hayes (Kevin Bacon) niedergeschossen, kaum zwei Minuten später sitzt er schon im Boston Rest In Peace Department vor seiner neuen Chefin (Mary-Louise Parker), die ihn gleich ohne Umschweife einweist und ihm seinen neuen Partner Roy Pulsipher (Jeff Bridges) vorstellt. Roy sträubt sich ein bisschen, aber nicht zu viel, damit die eigentliche Geschichte sofort in die Gänge kommen kann. Die handelt von zwei (un)toten Polizisten deren Aufgabe es ist, widerspenstige Dämonen auf der Erde wieder ins Jenseits zu holen. Dabei erfährt N. Walter pikante Details über seinen ruchlosen Ex-Partner.

Nicht nur um die ersten zwanzig Minuten haben sich die Drehbuchautoren Phil Hay und Matt Manfredi wenig bemüht. Jeff Bridges’ und Ryan Reynolds’ eindimensionales Spiel wirkt wie eine strikte, aus dem Drehbuch befolgte,  Regieanweisung. Nun, angenommen es handle sich um keine Regiemängel wie sie Robert Schwentke vorgeworfen wurden, dann gehört es eben zum Konzept. Kein wirklich harmonisches Konzept, denn der Ex-Us-Marschal Pulsipher ist trotz jahrhundertlangem R.I.P.D-Dienst, immer noch aus dem 19. Jahrhundert wie frisch aufgetaut und Walter ein Wesen aus der Gegenwart. Normalerweise bieten starke Charakterabweichungen viel Potential für Situationskomik. Die blieb in der Tat meistens auf der Strecke. Insofern ist die gute Absicht vieler Kritiker, Jeff Bridges` Leistungen in diesem Film wie einen Lichtblick zu behandeln, weit überzogen. Natürlich geht Jeff meisterhaft zu Werke, aber da war nichts, was wir nicht bereits gesehen hätten. Er karikiert lediglich auf trivialste Weise seine eigene Figur Reuben „Rooster“ Cogburn aus dem Film TRUE GRIT.

Es kann ihm nicht so schwer gefallen sein einen alternden Kauz mit Südstaatenakzent zu spielen. Zum Gesamtbild trägt das eben wenig bei.
Erkenntnis: Auf ein wahrlich großartiges Duo warten wir dieses Jahr immer noch. Roy Pulsipher und Nick Walter sind auf eine befremdliche Art zu subtil, aber gewiss nicht ungenießbar.

R.I.P.D. verfährt sehr schnell und zielstrebig mit seiner Handlung, was dem Film ziemlich schlanke 96 Minuten einbringt. Die neuen Standards, bei denen man als Drehbuchautor wenigstens versuchen sollte die Geschichte möglichst originell zu gestalten, wurden sozusagen schwer verletzt. Diese Versuche scheiterten im modernen Blockbusterkino so oft, dass ich es kaum übers Herz bringe R.I.P.D. dieser Simplizität wegen zu verurteilen. Der Film steht knallhart zu seiner Einfachheit und macht sich nichts aus Aha-Momenten. Wer R.E.D (RETIRED EXTREMLY DANGEROUS) gesehen hat, dürfte  von Schwentkes neuer Arbeit kaum überrascht sein. Dazu handelt es sich bei R.I.P.D. um einen Actionfantasy-Film.

Wie wichtig die Glaubwürdigkeit des Phantastischen ist, bewies bereits Tommy Wirkola mit dem Negativbeispiel HANSEL & GRETEL: Ein Film, der sich zum Fantasy Genre zählt und auf Besen fliegende Hexen trotzdem keinen Sinn ergeben. Nein, ganz bestimmt nicht ist R.I.P.D. das Schlechteste was das Kino dieses Jahr gesehen hat. Dafür macht der Film, trotz seinen Schwächen, immer noch sehr viel Spaß. Und dieser geht mit den Actionsequenzen richtig los. Man mag mir die Künstlichkeit der Bewegungsabläufe vorhalten, doch wozu etwas beanstanden, das Natürlichkeit nie simulieren konnte? Was auf dem Fernsehschirm oder gar Computer zu synthetisch wirkt (wirken wird) liegt bei R.I.P.D. noch in der Grenze des passablen. Ein witziger Makel, der sich gut ins Gesamtwerk integriert, wenn man so will.   

Fazit:
Ein bisschen erinnert die liebevolle Naivität an GHOSTBUSTERS. Direkte Vergleiche wären jedoch schwer vermessen, weswegen ich lieber einen konkreten Bezug zu MIB herstellen würde, um der persönlichen Bemerkung Platz zu machen, dass Bridges und Reynolds, trotz ihrer Eindimensionalität, viel sympathischer sind als die Männer in Schwarz. R.I.P.D`s Kurzweiligkeit entsteht aus dem konsequenten Vollzug seiner Ereignisse, ohne hektisch zu werden. Manchmal wirkt der Film dadurch etwas fragmentiert, allerdings ohne seine Schlüssigkeit zu verlieren. Woraus die schöne Schlussfolgerung zu machen sei, dass auch die Schwächen von R.I.P.D nicht sinnlos im Raum stehen. 6 von 10 mit der klaren Tendenz Richtung 7.

Basagic igor

Wertung:
6/10 Punkte
Filmering.at
Community
Ø Wertung: 6/10 | Kritiken: 0 | Wertungen: 9
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