Kick-Ass 2 (2013)

OT: Kick-Ass 2 - 103 Minuten - Action / Komödie / Krimi / Thriller
Kick-Ass 2 (2013)
Kinostart: 15.08.2013
DVD-Start: 19.12.2013 - Blu-ray-Start: 19.12.2013
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Filmkritik zu Kick-Ass 2

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Kick-Ass ist eine wohltuende Abwechslung innerhalb der Comic-Verfilmungen, was hauptsächlich an der spannenden Ausrichtung der Erzählung liegt. Denn wenn man es genau betrachtet beißen sich so manche Stilelemente gewaltig, aber in Summe gesehen kommt dennoch etwas abgefahrenes heraus, das auf gewisse Weise funktioniert. Auf der einen Seite bietet die Geschichte den geerdeten Ansatz, dass sich ganz normale Menschen ohne Superkräfte anschicken Superhelden zu werden. Aber gleichzeitig gibt es immer wieder Momente die auf völlig abgedrehte Art und Weise ins Extrem ausschlagen und so für schräge over-the-top Momente sorgen. Besonders die extreme Brutalität, aber auch das Verhalten der Figuren sei hier zu nennen. Wer aber nun glaubt, dass man nach dem ersten Teil von Matthew Vaughn nun auf Nummer Sicher geht, der irrt sich gewaltig, denn in Teil 2 wird das Rezept fast noch eine Spur mehr auf die Spitze getrieben.

Mafia-Sohn Chris D'Amico (Christopher Mintz-Plasse) sinnt auf Rache: Seit Kick-Ass (Aaron Taylor-Johnson) seinen Vater (Mark Strong) mit einer Bazooka in die Luft gejagt wurde, will er nichts mehr als sich an dem maskierten Superhelden zu rächen. Als dann auch noch seine Mutter bei einem "Unfall" stirbt, steht ihm nichts mehr im Weg seinen Plan in die Tat umzusetzen. Er wird zum Superschurken Motherfucker und castet sich eine Truppe an maskierten Bösewichteren zusammen, die ihn unterstützen. Kick-Ass hingegen will im Training mit Hit-Girl (Chloe Grace Moretz) seine Fähigkeiten verbessern und ein Team bilden. Als sich diese jedoch aus dem Geschäft zurückziehen muss und sich stattdessen um ihre schulische Laufbahn kümmert, schließt er sich der Truppe "Justice Forever" rund um Colonel Stars and Stripes (Jim Carrey) an...

Gewissermaßen wirkt das Kick-Ass Universum wie ein verzerrter Spiegel, der die Comic-Helden auf ungewohnte Art und Weise reflektiert. Es wird gezeigt was wirklich passieren könnte, wenn man sich als maskierter Rächer auf Tour begibt - namentlich: Man kann übelst verdroschen werden, bzw. muss sich vor Racheakten und auch brutalen Hinrichtungen in Acht nehmen - und gleichzeitig werden auch aktuelle Trends verarbeitet. Im aktuellen Fall ist das Superhelden-Mashup alá The Avengers und Justice League an der Reihe und wie schon beim Vorgänger sorgt vor allem der Erzählton dafür, dass hier etwas ganz eigenes erschaffen wird.

Dabei ist es gar nicht so einfach zu erklären, warum der Film eigentlich funktioniert. Kick-Ass 2 bietet ein wildes Sammelsurium an allen möglichen Dingen. Wie bereits zuvor erwähnt wäre da der Reiz des "was wäre wenn", also zu sehen was herauskommen könnte, wenn sich echte Menschen, ohne besondere Kräfte als Superhelden und Superschurken versuchen. Dann gibt es aber auch die zahlreichen intermedialen Anspielungen, von Comic-Verfilmungen bis zu unserem Medienzeitalter, die für Laune sorgen. Schlussendlich wäre da auch noch die gewaltige Portion Trash und der schwarze Humor, gepaart mit Gags von allen Sorten (vornehmlich weit unter der Gürtellinie) und schließlich noch die immer wieder durchbrechende, extreme Brutalität des Films - was stellenweise zu einer reflektierenden Haltung der Figuren führt. All das sind eigentlich Konzepte, die man nur sehr schwer verbinden kann, da sie im Zuseher gänzlich unterschiedliche Reaktionen bewirken, allerdings sorgt gerade dieser unverträgliche Cocktail für einen spannenden Kinoabend.

Was allerdings nicht so gut funktioniert ist, dass die Erzählebene schon fast etwas zu überladen wirkt. Der Film beschäftigt sich mit Kick-Ass, Hit-Girl und dem Motherfucker, versucht allen Figuren die nötige Zeit zu geben, damit sie sich entfalten können, bzw. damit man ihre Taten halbwegs verstehen kann und will rund um diese zentral erarbeiteten Charaktere auch noch eine Fülle an Nebenfiguren etablieren. Das alles, samt den Entwicklungskrisen der Figuren, nimmt einiges an Zeit in Anspruch und man hat an manchen Stellen das Gefühl, dass all dies etwas zuviel des Guten ist und der Film nicht alles auf leichtfüßige Art und Weise unter einen Hut bekommt.

Dem entgegen wirken aber die durch die Bank großartigen Darstellerleistungen. Aaron Taylor-Johnson und Chloe Grace Moretz tragen souverän durch den Film, aber besonders die Auftritte von Christopher Mintz-Plasse als Bösewicht sind wahre Showstealer. Er spielt den Antagonisten mit einer gewaltigen Prise Wahnsinn, aber vor allem auch mit viel Teenager-Trotz und ohne jedes Verständnis dafür, wie ein Bösewicht eigentlich handeln sollte. Das sorgt für wahrhaft grandiose Momente der Unfähigkeit, die mitunter zu den witzigsten Augenblicken des Films zählen. Auch Jim Carrey reisst so manche Szene an sich, allerdings hat er leider weit weniger Szenen im Film, als man auf Grund der Promotion annehmen könnte.

Schlussendlich ist Kick-Ass 2 vor allem eines: Ein verdammt wilder Ritt, bei dem die Elemente nicht sanft ineinandergleiten, sondern mit einem gewaltigen Knall aneinandergedonnert werden. Es wird hier förmlich erzwungen, dass sich unverträgliche Erzählschwerpunkte aneinanderschmiegen, und auch obwohl ein solcher Ansatz normal nicht funktioniert, geht er in Kick-Ass 2 durchaus auf. Wer den ersten Teil mochte, bekommt als auch bei Teil 2 ein Sammelsurium an bösem Humor, viel Blut und einem radikal anderen Erzählansatz innerhalb der Comic-Verfilmungen. Wer schon den ersten Teil nicht mochte, der wird wohl mit dem Nachfolger noch viel weniger anfangen.

Fazit:
Kick-Ass 2 ist die radikale Fortführung der wilden Superhelden-Persiflage. Es werden zahlreiche eigentlich unvereinbare Ansätze mit Gewalt zu einem ungezähmten Konglomerat zusammengepresst und obwohl es eigentlich anders sein müsste, funktioniert dieser radikale Ansatz überraschend gut. Der Mix aus Genre-Unterwanderung, Huldigung, Humor und Brutalität sorgt für einen interessanten Cocktail und bietet einen spannenden Kontrast zu allem, was man aus dem Genre der Comic-Verfilmungen gewohnt ist. Natürlich wird eben dieser wilder Ritt nicht jedem zusagen, vor allem da der Film noch weniger Rücksicht als sein Vorgänger nimmt. Großes Kino ist das zwar nicht, aber ein leicht infantiler Hau-Drauf-Spaß ist dennoch dabei herausgekommen.

Wertung:
7/10 Punkte
Filmering.at
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Ø Wertung: 6.8/10 | Kritiken: 1 | Wertungen: 17
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