Dead Man Down (2013)

OT: Dead Man Down - 118 Minuten - Action / Krimi / Drama / Thriller
Dead Man Down (2013)
Kinostart: 04.04.2013
DVD-Start: 20.09.2013 - Blu-ray-Start: 20.09.2013
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Filmkritik zu Dead Man Down

Der dänische Kino- und Filmregisseur Niels Arden Oplev inszenierte Verblendung (2009), den ersten Teil der Millenium-Trilogie des schwedischen Autors Stieg Larsson und arbeitete infolgedessen unter anderem mit der schwedischen Schauspielerin Noomi Rapace zusammen. Nach dem internationalen Erfolg der Roman-Trilogie kamen die drei Verfilmungen der Reihe international in die Kinos. Noomi Rapace erhielt daraufhin große Rollenangebote aus der Traumfabrik und etablierte sich in Hollywood als talentierte Darstellerin. Im Jahr 2011 folgte dann ein US-amerikanisches Remake zu Niels Arden Oplevs Verblendung, welches David Fincher inszenierte. Auch dieses Filmprojekt konnte sich international an den Kinokassen durchsetzen.

Im Zuge dieser Entwicklungen hat auch der Regisseur Niels Arden Oplev ein Angebot aus Hollywood erhalten. Ihm wurde der Regiestuhl am Set des Rachefilms Dead Man Down zugesprochen. Daraufhin engagierte er erneut Noomi Rapace als Hauptdarstellerin und angelte sich zudem Colin Farrell (Total Recall, 2012) als Titelhelden. Zwar hört sich diese Kombination viel versprechend an, jedoch konnte sich der Filmemacher letztendlich nicht entscheiden, ob er ein Drama oder einen Actionthriller in Szene setzen möchte, sodass ein Film hervorgekommen ist, der nicht einheitlich funktioniert.

Victor (Colin Farrell) führt ein Doppelleben. Er beteiligt sich an einer Gruppe, welche illegale Aktivitäten durchführt und von Alphonse Hoyt (Terrence Howard) geleitet wird. Darüber hinaus trifft er sich mit Beatrice, einer ehemaligen Kosmetikerin, die nach einem Unfall mit einem verstellten Gesicht leben muss. Beatrice hat sich aber nicht zufällig an Victor gehängt - sie hat Victor bei einem Mord gefilmt und erpresst ihn nun. Er soll den Mann töten, der ihr die Lebensfreude genommen hat. Victor ist damit die Marionette in ihrem Racheplan. Was sie nicht weiß: Victor möchte selbst Rache ausüben…

Eine clever verstrickte Rachegeschichte bietet Dead Man Down vordergründig. Langsam offenbaren sich die Absichten und Motive der Charaktere. Beatrice zeigt sich kühl und entschlossen ist aber im Wahren sehr verletzlich. Auch Victor trägt eine Schutzmaske. Diese umhüllt nicht nur sein Gesicht sondern auch sein Herz. Aus dieser Ausgangssituation kristallisiert sich im weiteren Verlauf der Handlung eine Liebesgeschichte heraus, die durch das Schauspiel von Colin Farrell und Noomi Rapace durch den Film getragen wird. Trotzdem möchte der Funken nicht zum Zuschauer überspringen. Eindeutig liegt das Problem nicht bei der Chemie des Schauspielduos, sondern bei der Narration, die verwendet wird um die Geschichte an den Zuseher zu bringen.

Dead Man Down beginnt wie ein Actionthriller. Das Genre wird in der Exposition des Films mit einer rasanten Schießerei festgelegt. Doch daraufhin folgt die Einführung der Hauptperson. Die Romanze beginnt. Die Rachepläne werden geschmiedet und die Doppelbödigkeit des Skripts langsam offenbart. Jedoch stellt sich heraus, dass die zwei Handlungsstränge doch nicht so klug miteinander verbunden sind, wie man es sich zu Anbeginn der Handlung dachte. Denn dafür werden viel zu viele Klischees im Rachenetz positioniert. Aufgrund dessen hält sich der Film viel zulange an Baustellen auf, die genauso gut auch weggelassen oder mit originellen Ideen ausgetauscht hätten werden können.

Folglich geht auch die Atmosphäre verloren, die dem Zuseher aus Verblendung (2009) bekannt sein sollte. Beispielsweise ist es dort dem Filmemacher gelungen eine Liebesgeschichte in Verbindung mit einem Racheplan und einem Kriminalfall unter einen Hut zu bringen, ohne dabei den Betrachter des Films mit unnötigen Klischees zu langweilen. Ferner setzt der Regisseur Niels Arden Oplev zu wenige Actionsequenzen in Szene. Daraus folgt, dass der große Showdown, der einer Light Version des Showdowns aus Quentin Tarantinos Django Unchained gleicht, nicht in das Gesamtkonzept des Rachefilms passt. Einerseits wertet dieses Finale den Film zwar noch auf, da dadurch die Handlung actionreich vorangetrieben wird. Andererseits entsteht dadurch ein weiterer Bruch im roten Faden des bisher präsentierten Films.

Fazit:
Dead Man Down ist ein Rachethriller, der zahlreiche Stationen abdeckt, aus denen aber keine Einheit gebildet werden kann. Es wird deutlich, dass sich der Filmemacher Niels Arden Oplev nicht einigen konnte, ob er nun ein Drama oder einen Actionthriller inszenieren möchte. Herausgekommen ist ein Rachefilm, der eine kluge Vernetzung der präsentierten Fakten vortäuscht, letztendlich aber mit Klischees und bereits bekannten Handlungssträngen enttäuscht. Übrig bleibt ein teils kurzweiliger, teils langatmiger Rachefilm, der an einem verregneten Nachmittag gesehen werden kann.

Wertung:
6/10 Punkten
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