Side Effects – Tödliche Nebenwirkungen (2013)

OT: Side Effects - 106 Minuten - Krimi / Drama / Thriller
Side Effects – Tödliche Nebenwirkungen (2013)
Kinostart: 26.04.2013
DVD-Start: 11.10.2013 - Blu-ray-Start: 11.10.2013
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Filmkritik zu Side Effects – Tödliche Nebenwirkungen

Steven Soderbergh geht in den Ruhestand, beziehungsweise in eine längere Schaffenspause und aus diesem Grund hat sich der Filmemacher bemüht positiv in Erinnerung zu bleiben. Im Zuge dessen folgten nach dem Viren-Thriller Contagion (2011) mit Haywire (2011) und Magic Mike (2012) zwei Unterhaltungsfilme. Betrachtet man nun seinen vorerst vorletzten Film Side Effects – Tödliche Nebenwirkungen so kommt eine kritische Haltung im Hinblick auf die Pharmaindustrie hervor. Dessen ungeachtet ist dieser Thriller ein Unterhaltungsfilm, der seine volle Wirkung nur entfalten kann, wenn die Handlung vor dem Kinobesuch nicht bekannt ist. Demnach wird in dieser Rezension kaum auf die Filmhandlung eingegangen. Im nächsten Absatz folgen also nur kleine Anhaltspunkte zu den Hauptfiguren.

Emily (Rooney Mara) und Martin Taylor (Channing Tatum) führen ein luxuriöses Leben, doch das Blatt des Glücks wendet sich als Martin wegen Insiderhandel verhaftet wird und zu einer vierjährigen Haft verurteilt wird. Währenddessen zieht Emily in ein Apartment und verfällt in Depressionen. Als der Zeitpunkt von Martins Entlassung näher kommt, verbessert sich Emilys Zustand nicht - er wird schlimmer. Emily verlässt ihre Therapeutin Dr. Victoria Siebert (Catherine Zeta-Jones) und sucht Hilfe bei Dr. Jonathan Banks (Jude Law). Er verschreibt ihr ein neu entwickeltes Antidepressivum, das Emily sofort einnimmt. Die tödlichen Nebenwirkungen, die daraufhin folgen, hat aber keiner kommen sehen…

Der Thriller Side Effects – Tödliche Nebenwirkungen besteht aus drei Teilen und großen Wendungen. Jeder dieser Teile wird mit einer Wendung abgeschlossen. Darüber hinaus enthalten die ersten beiden Akte jeweils einen Protagonisten. Im ersten Akt ist es Emily Taylor, die im Zentrum des Geschehens steht und die Handlung antreibt. Im zweiten Akt rückt dann Dr. Jonathan Banks in den Mittelpunkt. Wer nun denkt, dass Side Effects – Tödliche Nebenwirkungen ein Episodenfilm ist, der liegt falsch und wird eines Besseren belehrt, denn der Drehbuchautor Scott Z. Burns, der für Steven Soderbergh auch Der Informant (2009) und Contagion verfasste, beherrscht die Kunst gelungene Plotpoints zu setzen sehr gut und kann somit den Zuseher durchaus überraschen.

Um aus Side Effects – Tödliche Nebenwirkungen einen nicht vorhersehbaren Thriller zu machen, ändert Scott. Z. Burns mindestens ein Detail der bereits bekannten klassischen Wendungen der Traumfabrik und spielt infolgedessen in fast allen Belangen mit den Erwartungen der Zuschauer. Der Autor versucht die Klischees des Genres zu umgehen, macht dabei jedoch einen großen Fehler. Funktioniert seine Vorgehensweise noch in den ersten zwei Dritteln der Handlung, so wirkt der letzte große Plottwist übertrieben und aufgesetzt. Die Glaubwürdigkeit der kompletten Geschichte gerät damit ins Wanken, die Story wirkt konstruiert und die Figurenzeichnungen werden daraufhin noch kurz vor dem Ende vom Zuseher hinterfragt.

Vieles ist also nicht so wie es scheint in diesem Film, dessen Nebenwirkungen auch die Zuschauer zu spüren bekommen. Somit wird aus einem Thriller über die Pharmaindustrie ein Film über Opportunismus und Machtgier. Trotz dieses Spiels mit dem Zuschauer, welches am Ende mit einem zwiespältigen Gefühl endet, darf der große Kritikpunkt nicht zu eng gesehen werden, denn Steven Soderbergh möchte hier ersichtlich sein Publikum unterhalten und zeigt dies auch mit seiner Inszenierung, die er dem Drehbuch anpasst. Geschickt verpackt der Regisseur die Anhaltspunkte, welche zu den Plottwists führen, regt im Zuge dessen das Interesse des Zusehers an und erzeugt zugleich Spannung. Beispielsweise wird gleich zu Beginn, typisch für einen Thriller, eine Szene gezeigt, die das Resultat eines Ereignisses vorführt. Denkt man zuerst, dass die in dieser Szene präsentierten Anhaltspunkte bis zum Ende durch den Film führen, so hat man sich getäuscht, denn das Mysterium wird auf jeden Fall früher als erwartet aufgelöst.

Ferner überzeugen die schauspielerischen Leistungen durchgehend. Rooney Mara bringt die launenhafte Emily reizvoll herüber und präsentiert nach ihrem Auftritt in David Finchers Verblendung (2011), für den sie für einen Oscar nominiert wurde, eine weitere Facette ihres Talents. Jude Law veranschaulicht das ständige Schwanken seines Charakters, das zwischen Ruhe und Anspannung hin und her pendelt, glaubwürdig. Auch Catherine Zeta-Jones und Channing Tatum können das Beste aus ihren Rollen, die etwas eindimensional ausgefallen sind, herausholen.    

Fazit:
In seinem vorerst vorletzten Film Side Effects – Tödliche Nebenwirkungen spielt der Regisseur Steven Soderbergh mit den Erwartungen der Zuschauer und präsentiert daher viele Plottwists und eine unkonventionelle Handlungsstruktur. Für diese ist besonders der Drehbuchautor Scott Z. Burns verantwortlich, der sich zu viel vorgenommen hat und sich damit mit der letzten Wendung ins eigene Fleisch schneidet, sodass der Zuseher auch die Nebenwirkungen des Films zu spüren bekommt. Trotzdem gelingt es Steven Soderbergh sein Publikum zu unterhalten, sodass dieser Thriller sicherlich empfehlenswert ist.  

Wertung:
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