The Hangover 3 (2013)

OT: The Hangover Part III - 100 Minuten - Komödie
The Hangover 3 (2013)
Kinostart: 31.05.2013
DVD-Start: 04.10.2013 - Blu-ray-Start: 04.10.2013
Will ich sehen
Liste
18557
Bewerten:

Filmkritik zu The Hangover 3

Von am
Im Jahr 2009 gelang Todd Phillips mit seiner temporeichen Komödie Hangover einer der großen Überraschungshits der Saison. Kaum jemand konnte erahnen, dass aus dem Mix aus (damals) weitgehend unbekannten Darstellern, einer recht simplen Grundidee und viel Vegas-Flair, eine so krachende und überzeugende Komödie entstehen würde. Doch wie es in Hollywood nun einmal leider üblich ist, kann man einen solchen Box-Office-Hit nicht einfach für sich stehen lassen. Was folgte war Hangover 2 - ein Film, der das Überraschungselement völlig ausblendete und völlig auf Nummer sicher setzte. Im Prinzip spielte man die Handlung des ersten Teils in etwas extremerer Form und in einer anderen Location noch einmal durch. Das funktioniert so aber natürlich nicht, also versprach man für den (angeblichen) Abschluss der Reihe eine völlig neue Story: Das Problem ist nur, dass das leider auch nicht wirklich funktioniert.

Leslie Chow (Ken Jeong) gelingt es endlich sich aus dem thailändischen Gefängnis zu befreien. Nun ist er auf der Flucht und der einzige mit dem er noch in Kontakt steht ist sein Kumpel Alan (Zach Galifianakis). Dieser steht aber vor ganz anderen Problemen: Nachdem sein Vater an einem Herzinfarkt stirbt, wird immer offenkundiger, dass es mit dem verwöhnten Alan so nicht weitergehen kann. Also planen seine Verwandten und seine besten Freunde, darunter natürlich das Wolfsrudel Stu (Ed Helms), Phil (Bradley Cooper) und Doug (Justin Bartha), eine Intervention, die Alan von seinen Charakterschwächen befreien soll. Man will ihn in ein Sanatorium schicken, wo er Hilfe finden soll. Doch als sich Stu, Phil und Doug mit ihm auf den Weg machen, ändern sich die Pläne schnell: Gangsterboss Marshall (John Goodman) schneidet ihnen den Weg ab und erpresst sie. Wenn sie ihm nicht innerhalb von 3 Tagen Leslie Chow liefern, dann wird er ihren Freund Doug töten...

Bereits aus dem kurzen Inhaltstext lässt sich eines herauslesen: Die Autoren haben sich in punkto Story deutlich von den bisherigen Teilen entfernt und versuchen sich (zumindest theoretisch) an einer etwas anderen Handlung. Dabei gibt es allerdings zwei Probleme: Erstens mag zwar die grobe Handlung eine andere sein, allerdings orientiert man sich dennoch strickt an gewissen Grundelementen der Reihe, sodass man doch so manches Dejavu Erlebnis hat (vom Verschwinden von Doug, bis zu bereits ähnlich verarbeitete Gags). Und zweitens mag die Story zwar für die Hangover Reihe durchaus neu sein, allerdings ist sie dennoch nichts anderes als ein klassisches Thriller-Klischee, sodass man es trotz dieser Mühe nicht schafft den Überraschungsfaktor des ersten Teils wieder aufleben zu lassen.

Auch die Anknüpfpunkte an die Vorgänger sind eher mühsam, sodass sich Hangover 3 nicht wirklich zu 100% in die Reihe einfügt. Ein viel größeres Problem ist aber, dass man einen klassischen Fehler eingebaut hat, der immer wieder gerne gemacht wird (sei es in Sequels, oder auch in TV-Sendungen) - nachdem man erkannt hat, dass eine schrullige Nebenfigur die Sympathien auf seiner Seite hat, verschiebt sich der Fokus immer mehr auf diese Figur, bis das Publikum durch diesen Overkill nur noch völlig gelangweilt ist. Im Fall von Hangover 3 betrifft dies vor allem Alan und Leslie Chow, die spürbar in den Fokus rücken, während die anderen Mitglieder des Wolfsrudels in den Hintergrund geschoben und teilweise auf ihre nervigsten Eigenschaften reduziert werden.

Noch viel tragischer ist aber das kolossale Timingproblem, das sich hier quer durch den Film zieht. Die Gags zünden kaum und der Rythmus ist äußerst holprig - sowohl in Sachen Wortwitz, als auch auf Ebene der Situationskomik hat der Film große Probleme und findet nie die richtige Form. Gerade wenn man sich an die hohe Gagdichte des ersten Teils erinnert, ist es höchst enttäuschend mit wie wenig sich die Filmemacher hier zufrieden geben. Man spielt auf Nummer sicher und wagt sich kaum aus der Komfortzone heraus - das führt zu einem sehr ausrechenbaren Erlebnis und einer insgesamt sehr seichten und leider auch vergleichsweise langweiligen Mainstreamkomödie, die mit den Qualitäten des großartigen ersten Teils kaum mehr etwas zu tun hat.

Fazit:
Hangover 3 führt den Abstieg der Reihe leider weiter. Während der erste Teil noch für überraschende Pointen und eine sehr hohe Gagdichte stand, ist man mittlerweile in der Komfortzone angelangt: Obwohl sich die Story ein Stück von den ersten Teilen entfernt, riskiert man kaum etwas und spielt immer auf Nummer sicher. Dementsprechend sind auch die Gags sehr ausrechenbar und überhaupt sind wirklich gelungene Szenen Mangelware. Das führt leider insgesamt zu einem vorhersehbaren und tendenziell langweiligen Filmerlebnis, das man sich getrost auch sparen kann.

Wertung:
4/10 Punkte
Filmering.at
Community
Ø Wertung: 5.2/10 | Kritiken: 1 | Wertungen: 19
10 /10
5%
9 /10
5%
8 /10
5%
7 /10
0%
6 /10
11%
5 /10
37%
4 /10
26%
3 /10
5%
2 /10
0%
1 /10
5%
Vielleicht interessiert dich auch
Old School - Wir lassen absolut nichts anbrennen (2003)
The Hangover 2 (2011)
Stichtag (Due Date) (2010)
Megamind (2010)
St. Vincent (2014)
Voll abgezockt (2013)
Jackass: Bad Grandpa (2013)
Immer Ärger mit 40 (2012)
Alle Empfehlungen anzeigen
Der Film ist in diesen Listen
Will ich sehen
Liste von dilman
Erstellt: 22.04.2014