After Earth (2013)

OT: After Earth - 100 Minuten - Action / Abenteuer / SciFi
After Earth (2013)
Kinostart: 07.06.2013
DVD-Start: 17.10.2013 - Blu-ray-Start: 17.10.2013
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Filmkritik zu After Earth

Von am
Man kann schon Mitleid haben mit M. Night Shyamalan, der auf dem Weg zur großen Regiekarriere einmal falsch abgebogen ist und seitdem vergeblich nach dem Weg zurück auf die große Bühne sucht. Mit The Sixth Sense hat alles einst so vielversprechend begonnen, doch nachdem er sich mit ähnlich angelegten Filmen wie Unbreakable, The Village und Signs, die allesamt versuchten vom großen Schlusstwist zu leben, in eine Sackgasse manövriert hatte, sorgten die Ausbruchsversuche mit Das Mädchen aus dem Wasser, dem desaströsen The Happening und Die Legende von Aang erst recht für einen schwierigen Stand in der Filmindustrie. Mittlerweile sind wir an einem Punkte, dass das Studio eher versteckt, dass Shyamalan am Regiestuhl sitzt - und auch mit dem aufgesetzten und müden SciFi-Schnellschuss After Earth wird sich dieser Stand nicht so schnell verbessern. Bezeichnenderweise konnte nicht einmal Blockbustergarant Will Smith dafür sorgen, dass der Film die Erwartungen am US-Box-Office erfüllt, was nur einmal mehr belegt, dass Shyamalan scheinbar das Pech an den Fingern kleben hat.

In über 1000 Jahren wird die Menschheit der Erde den Rücken gekehrt haben und auf dem neuen Planeten Nova Prime Zuflucht gesucht haben. Dort sorgen die hoch ausgebildeten Ranger dafür, dass sie vor feindlichen Lebewesen sicher sind. Diese Ungetümer sind ganz besonders beängstigend, da sie die Furcht der Menschen wittern können und so nur die wahrlich furchtlosen Krieger eine Chance gegen sie haben. Der wohl beste seiner Zunft ist General Cypher Raige (Will Smith), was es seinem Sohn Kitai (Jaden Smith) natürlich besonders schwer macht in seine Fußstapfen zu treten. Um ihre Beziehung zu verbessern brechen die beiden auf zu einer Trainingsmission, doch nachdem sie in einen Asteroidensturm geraten, stürzt ihr Raumschiff auf die Erde. Nur Cypher und Kitai überleben den Absturz, doch da die Beine des Vaters gebrochen sind, liegt es alleine am Sohn die feindliche Umgebung zu durchqueren und ein Notfallsignal abzusetzen...

Es ist schon eine beeindruckende Ironie zu erkennen, wenn man sich die thematischen Eckpfeiler des Films und seine Umsetzung ansieht. Denn zerlegt man die Geschichte von Kitai in seine Kernkonzepte, so handelt sie vor allem davon dass ein Junge seine Vergangenheit verarbeiten und seine Angst hinter sich lassen muss um der Mann zu werden, der er gerne sein möchte. Gleichzeitig erkennt man aber die Ängstlichkeit mit der sich Regisseur M. Night Shyamalan hinter seinen Schauspielern versteckt. Er traut sich nicht Akzente zu setzen - eine Handschrift erkennt man, abgesehen von der eingeflochtenen Ökobotschaft, fast gar nicht und so sieht man hier quasi einen ängstlichen Filmemacher, der versucht eine Figur seine Angst bewältigen zu lassen, was alles in allem leider keinen sehr entschlossenen Eindruck vermittelt.

Problematisch ist auch, dass der Film leider viel mehr Pose als alles andere ist. Am wichtigsten scheint es zu sein, dass die Figuren ihre Gestik und Mimik so platzieren, dass man ihnen die Entschlossenheit förmlich am Gesicht ablesen kann, was schon mal sehr unfreiwillig komisch wirkt und letztendlich auch dazu führt, dass selbst Will Smith in der platten Borniertheit der Charakterzeichnung jedes Charisma verloren geht, und der Film letzten Endes gänzlich ohne wirkliche Führungsfigur dasteht, da die Hauptqualifikation von Jaden Smith nun mal ist, dass er sich den Nachnamen mit Will Smith teilt. Auch diese “Freunderlwirtschaft” trägt nicht gerade zum Sympathiefaktor des Films bei, sondern verstärkt eher nur seine durchkalkulierte Struktur.

Auch wer nur auf der Suche nach einem kurzweiligen Actionkracher für Zwischendurch ist, wird wohl bessere Alternativen als After Earth finden. Grund ist dass der Film eher gemächlich angelegt ist und sich die Spannung in Grenzen hält. Scheinbar hat man sich auch völlig bewusst dazu entschieden die Schauwerte nicht zu sehr ausufern zu lassen - zwar wird das Potential immer wieder angedeutet, allerdings schafft es der Film in letzter Instanz nicht auf der visuellen Ebene neue Akzente zu setzen. In Kombination mit der Tatsache, dass der Film auch für anspruchsvolle Filmfans nicht besonders empfehlenswert ist, kann man After Earth leider nicht wirklich empfehlen, da er sich zwischen alle Stühle setzt und ihm jede inszenatorische Kraft und Würze fehlt.

Fazit:
After Earth ist leider zu gemächlich und unspannend um wirklich als Actionfilm durchzugehen, aber gleichzeitig ist er zu simpel und oberflächlich um für die anspruchsvollen Filmfans zu funktionieren. Herausgekommen ist also eine unzureichende Mischung, die man keinem so richtig empfehlen kann. M. Night Shyamalan versteckt sich als Regisseur förmlich hinter seinen Darstellern, denen es aber nicht gelingt den Film zu tragen - das muss man als Zuseher nicht unbedingt mit einem Kinoticket würdigen.

Wertung:
4/10 Punkte
Filmering.at
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Ø Wertung: 4.3/10 | Kritiken: 1 | Wertungen: 3
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