Evil Dead (2013)

OT: Evil Dead - 90 Minuten - Horror
Evil Dead (2013)
Kinostart: 17.05.2013
DVD-Start: 02.10.2013 - Blu-ray-Start: 02.10.2013
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Filmkritik zu Evil Dead

Obwohl im vergangenen Jahr mit The Cabin in the Woods ein Horrorfilm in die Kinos kam, der die Funktionsweise des Genres offenbarte und darüber hinaus mit den dazugehörigen Klischees abrechnete, präsentiert uns Sam Raimi, der 1981 für den Kultfilm Tanz der Teufel verantwortlich war, nun das Remake Evil Dead und engagierte dafür die Hollywoodnewcomer Fede Alvarez (Regisseur) sowie Rodo Sayagues (Drehbuchautor), welche 2009 den Kurzfilm Panic Attack! drehten. Demnach wird die Frage aufgeworfen, wieso Raimi seinen eigenen Film, welcher bereits das Genre prägte, neu verfilmen lässt. Sollen die altbekannten Klischees, die in den aktuellen Mainstream-Horrorfilmen in der Überzahl vorgefunden werden können, unterwandert werden? Raimi, Alvarez und Sayagues geben mit Evil Dead eine klare Antwort darauf und diese ist tatsächlich negativ. Das Remake soll nicht das Genre revolutionieren, es soll zeigen, was trotz Klischees noch im Horrorfilm steckt und das kann sich auf jeden Fall sehen lassen. Infolgedessen beginnt alles wie gewohnt. Die obsolete Geschichte wird wieder aufgerollt – das Buch erneut geöffnet.

Fünf Freunde begeben sich in den Wald und suchen eine Hütte auf. Vier der Freunde sind sich einig: Mia (Jane Levy), Davids (Shiloh Fernandez) Schwester, soll endlich die Finger von den Drogen lassen. Olivia (Jessica Lucas), Eric (Lou Taylor Pucci), David und Natalie (Elisabeth Blackmore) stehen Mia somit bei dieser schwierigen Lebensphase bei. Doch nach der Ankunft nimmt Mia einen widerlichen Gestank wahr, sodass die Freunde in den Keller der Hütte gelangen. Dort finden sie „Das Buch des Todes“ und erwecken demzufolge das Böse erneut zum Leben. Der Kampf ums Überleben hat begonnen…

Jeder Horrorfan sollte wissen, dass die jungen Menschen nicht in den Wald gehen um die bösen Drogen zu vergessen, sondern um welche zu konsumieren. Aus einem Drogenkonsum wird ein Drogenentzug, allerdings kosten die Filmemacher dieses veränderte Detail nicht aus und präsentieren uns daraufhin keinen Film, der mit der Wahrnehmung des Zuschauers und der Figuren spielt. Stattdessen werden pure Klischees in den Vordergrund gestellt. Dabei werden die Hintergründe der zwei Geschwister beleuchtet und deren Verletzlichkeit veranschaulicht. Die Charakterisierung der drei Nebencharaktere fällt zudem eindimensional aus.

Die Figuren und deren Schicksal können des Weiteren den Zuseher kaum berühren. Die Identifizierung mit den Charakteren funktioniert nur teilweise, da deren Einführung im Zusammenhang mit altbekannten Tricks skizziert wird. Die Rede ist beispielsweise vom bereits ausgelutschten Spiegeltrick oder vom Badewannentrick, in diesem Fall ist es die Dusche, oder auch vom oft verwendeten Trick mit dem Auto, indem jemand aufgeregt am Steuer sitzt und plötzlich jemand anderes vor ihm/ihr auf der Straße steht. Diese verstaubten „Spannungserzeuger“ bzw „Schocker“ tragen dazu bei, dass man sich zu Beginn des Remakes verärgert in den Kinostuhl legt und auf bessere Zeiten hofft.

Diese Hoffnungen werden dann auch im Nu erhört und transformieren sich in eine Fahrt durch die Hölle – denn anders kann diese Gewaltorgie, die auf den Zuschauer wartet, nicht beschrieben werden. Aus einer langweiligen Exposition formt sich eine düstere und beklemmende Atmosphäre. Die Funktion der Einleitung offenbart sich, nachdem die ersten Klingen benutzt werden können, das Böse sein Unwesen treiben darf und demnach das Blut auf den Boden fließt. Von nun an wird das Herz eines Gore-Liebhabers höher schlagen. Wer Horrorhelden wie Freddy und Jason und deren Massaker mag, wird aufgrund der überspitzen Gewaltdarstellung sicherlich auf seine Kosten kommen – ein reines Schlachtmanifest!

Doch gleichzeitig ist das Blutbad nicht nur ein gefundenes Fressen für eingefleischte Horroranhänger – es entwickelt sich auch zu einer Tortur. Diese wird durch einfache Tricks und nicht durch CGI-Effekte hervorgebracht. Im Gegensatz dazu wird in die Make-Up-Kiste gegriffen, Prothesen werden herausgeholt, die Kettensäge geölt, das Messer geschliffen und die Säge bereitgestellt. Da Computereffekte in diesem Horrorremake keine Verwendung finden, wirken die brutalen Entwicklungen auf der Leinwand umso schmerzhafter auf den Zuseher. Der Regisseur webt sein Spiel des Bösen und präsentiert somit kompromisslose Gewalt die sich Stück für Stück steigert. Wer also denkt, er hätte nach 60 Minuten das Schlimmste überstanden, der hat sich mächtig getäuscht, denn es wird sicherlich brutaler als erwartet.

Zeichnet aber eine kompromisslose Gewaltorgie den schockierendsten Film aus, den du jemals gesehen hast? Leider nicht! Zwar spielt Fede Alvarez mit den Nerven des Betrachters, er ergreift aber nicht die Gelegenheit den Zuschauer auch mit der Geschichte zu schockieren. Der Fokus liegt stets auf Body-Horror. Die gereizten Nerven des Zusehers stumpfen aus diesem Grund gegen Ende der Gewaltorgie ab. Dessen ungeachtet ist Evil Dead nichts für schwache Nerven. Im Zuge der bestehenden Gewaltdarstellung erinnert diese Neuverfilmung also mehr an Ryuhel Kitamuras The Midnight Meat Train (2008) als an Pascal Laugiers Martyrs (2008).

Ferner punktet das von Sam Raimi produzierte Evil Dead-Remake nicht nur mit seiner nervenzerreißenden Brutalität, sondern auch mit den Anspielungen an das Original. Die Kamerafahrten aus der subjektiven Perspektive, sowie das Ende des Horrorfilms erinnern an Szenen aus Tanz der Teufel. Folglich werden nicht nur Dämonen zum Leben erweckt. Fede Alvarez versucht mit diesen Kleinigkeiten auch das Original heraufzubeschwören und drückt damit aus dem ursprünglichen Horrorgenre einen weiteren Blutstropfen heraus.

Fazit:
Mit Evil Dead, dem Remake zu Sam Raimis Tanz der Teufel, spielt Regiedebütant Fede Alvarez mit den Nerven des Betrachters und treibt diese an die Grenzen des Erträglichen. Den Titel „Schockierendster Film aller Zeiten“ erhält die Neuverfilmung dennoch, trotz des stark ausgeprägten Body-Horrors, nicht. Dafür ist die Story einfach nicht packend genug. Dessen ungeachtet ist Evil Dead ein Schlachtmanifest, das den eingefleischten Horrorfans eine große Freude bereiten wird. Da der Film trotz seiner Schwächen als Horrorfilm besser funktioniert als der Großteil der Mainstreamproduktionen des Genres, ist schließlich eine Bewertung mit 8 von 10 Punkten, mit Tendenz nach unten, angebracht.

Wertung:
8/10 Punkte
Filmering.at
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Ø Wertung: 7.8/10 | Kritiken: 1 | Wertungen: 14
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