Promised Land (2012)

OT: Promised Land - 106 Minuten - Drama
Promised Land (2012)
Kinostart: Unbekannt
DVD-Start: 24.10.2013 - Blu-ray-Start: 24.10.2013
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Filmkritik zu Promised Land

Es ist in Hollywood nicht einfach einen Film zu produzieren, der sich auf ein ökologisches Thema konzentriert. Bereits seit vielen Jahren legt die Filmindustrie in Amerika ihren Fokus auf Blockbuster und Entertainment. Doch Matt Damon (Contagion, 2011; Green Zone, 2010) und John Krasinski (Jarhead, 2005; Away we go – Auf nach Irgendwo, 2009) haben sich nicht davon abschrecken lassen und verfassten trotzdem das Drehbuch zum Film Promised Land, welches sich um das Thema Fracking dreht. Die Erdgasgewinnung mithilfe der umstrittenen Herangehensweise wurde schon in den Medien breit getreten. Fracking soll somit umweltschädlich sein, da giftige Chemikalien in den Boden gespritzt werden. Die Folgen können für die Landwirtschaft fatal sein. Um also das Geld für diesen Film zusammen zutreiben haben sich Damon und Krasinski dazu entschlossen ihre Geschichte mit sympathischen und zuordenbaren Charakteren zu präsentieren. Infolgedessen wird der Kern der Handlung humoristisch übermittelt, sodass die Frage aufkommt, ob die Wahl des ausgewählten Wegs nicht doch zu unseriös für ein solches Thema war.

Steve Butler (Matt Damon) zählt in seiner Firma zu den besten Angestellten. Er pachtet das Land von Bauern im Namen der Firma Global Crosspower Solutions und kann dabei großen Profit herausschlagen. Deshalb wird er zusammen mit seiner Kollegin Sue Thompson (Frances McDormant) in die Kleinstadt McKinley geschickt, um dort im Hinblick auf die Fracking-Methode das Vertrauen der Einwohner zu gewinnen. Alles verläuft nach Plan und das Ziel scheint mit Leichtigkeit erreicht zu sein. Doch was Sue und Steve nicht erwartet haben: ein Bewohner kennt auch die negative Seite der Fracking-Methode und erzeugt Zweifel bei seinen Nachbarn. Folglich wird die Entscheidung hinausgezögert. Darüber hinaus erscheint der Umweltschützer Dustin Noble (John Krasinski) und legt Steve und Sue große Steine in den Weg…

Um das umstrittene Thema rund um das Thema Fracking leicht an ihre Zuschauer zu bringen, haben die Drehbuchautoren Matt Damon und John Krasinski ihre Charaktere äußerst sympathisch gestaltet und zudem deren Alltag mit viel Humor ausgeschmückt. Dieser erscheint auch authentisch, denn die Witze werden nicht mit dem Vorschlaghammer serviert und lockern die Thematik demnach auf. Der Regisseur Gus Van Sant (My Own Private Idaho, 1991) skizziert die lustigen Situationen zwischen den sich permanent neckenden Kollegen Steve und Sue mit viel Feingefühl und erzeugt dadurch ein angenehmes Gefühl beim Zuschauer. Dieser muss weiters kein Vorwissen zum Thema Fracking mitbringen, da die wichtigsten Informationen während des Filmverlaufs anschaulich erklärt werden.

Der Kunstgriff, den Damon und Krasinski anwenden, ist, dass die Hauptcharaktere und zugleich Übeltäter Steve und Sue im Zuge ihrer Charakterisierung Sympathiepunkte beim Zuschauer sammeln können. Aufgrund dessen entsteht beim Betrachter das Dilemma, welches die Frage aufwirft, ob Fracking nun gut oder schlecht sei. Dieses Dilemma wird auch beim Hauptcharakter Steve erzeugt, der auf dem Land groß geworden ist und damit die Situation der Landwirte gut nachvollziehen kann. Dessen ungeachtet muss hier aber das späte Erscheinen dieses Dilemmas angemerkt werden. Steve scheint die Tatsache, dass er seine Kunden hintergeht lange nicht zu stören. Das plötzliche Auftreten des Dilemmas und die Methode, welche dies hervorbringt, ist auch das größte Problem des Drehbuchs und Films.

Die Drehbuchautoren Damon und Krasinski greifen nämlich hierfür in eine völlig veraltete und verstaubte Trickkiste und ziehen daraus ihren Wendepunkt, den sie im letzten Drittel des Films präsentieren - zerstören damit zugleich ihre aufgebaute Authentizität und setzten ferner einen Schlussstrich unter ihrem wertungsfreien Weg. Dem Zuseher wird demzufolge kein Spielraum mehr geboten die Fracking-Methode selbst zu bewerten, sondern regelrecht eine Lösung unter die Nase gehalten. Auch am Ende ist es den Drehbuchautoren leider nicht gelungen die Klischees des Genres zu unterwandern, sodass nach dem Erscheinen des Abspanns ein fader Beigeschmack eintritt.

Fazit:
Obwohl Promised Land mit einem umstrittenen Thema auf seinen Zuschauer wartet, gelingt es dem Regisseur Gus Van Sant und den Drehbuchautoren Matt Damon und John Krasinski eine angenehme Ausgangssituation für den Betrachter zu erzeugen. Auch die Thematik und Problematik wird anschaulich präsentiert und humorvoll gestaltet. Mithilfe der gekonnten Charakterisierungen der Hauptfiguren ist man als Zuschauer lange Zeit auf sich allein gestellt und muss somit selbst entscheiden inwiefern die vorgestellte Fracking-Methode positiv bzw negativ ist. Diese Herangehensweise nimmt jedoch im letzten Drittel ein katastrophales Ende, denn hier wird die kurzweilige Filmstruktur radikal mit einer altbekannten Wendung und mit klischeehaften Storyelementen dekonstruiert, sodass ein fader Beigeschmack entsteht. Letztendlich ist Promised Land ein kurzweiliger Film, der das aktuelle sowie kritisch betrachtete Fracking-Problem leicht an den Mann bringt, allerdings zu oberflächlich behandelt.

Wertung:
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