Wolverine: Weg des Kriegers (2013)

OT: The Wolverine - 126 Minuten - Action / Abenteuer / Fantasy / SciFi
Wolverine: Weg des Kriegers (2013)
Kinostart: 26.07.2013
DVD-Start: 29.11.2013 - Blu-ray-Start: 29.11.2013
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Filmkritik zu Wolverine: Weg des Kriegers

Die Kinolandschaft wird zurzeit von Superhelden beherrscht. Dies reflektieren vor allem die Einspielergebnisse der Blockbuster. Egal ob Iron Man, Thor, Batman, Spiderman oder Superman, die Kinogänger kriegen nicht genug. Aus diesem Grund gibt es auch zahlreiche Sequels, Prequels oder Reboots. Ein Held, der seit seinem ersten Kinoauftritt in X-Men (2000) äußerst populär ist und seitdem insgesamt in sechs Blockbustern als beliebter Marvel-Held und Mutant zu sehen war, ist Wolverine beziehungsweise Logan, gespielt von Hugh Jackman.

Wolverine gehört zu den knallharten Helden. Er kann sich selbst heilen, seine Klauen sind diamantenhart, seine Sprüche supercool und seine Wutausbrüche unkontrollierbar. Kein Wunder, dass er 1974 zum ersten Mal im Marvel-Universum am Ende einer Comic-Ausgabe von The Incredible Hulk auftauchte. Doch trotzdem ist Wolverine auf der Kinoleinwand nicht den gleichen Weg wie Hulk gegangen. Wolverine wurde bis dato trotz seiner humorvollen Sprüche ernst dargestellt und diesen Weg führt nun der Regisseur James Mangold im zweiten Solo-Film des Mutanten fort.

Der Fokus liegt in Wolverine: Weg des Kriegers damit mehr auf Logan und seine Probleme. Da Wolverine: Weg des Kriegers sich chronologisch betrachtet nach X-Men: Der letzte Widerstand (2006) abspielt versucht Logan mit dem Verlust seiner großen Liebe Jean Grey (Famke Janssen), die ständig in und außerhalb seiner Träume vor ihm auftaucht, sowie mit seiner Gabe, der Unsterblichkeit, umzugehen. Logan zieht sich zurück und verfolgt infolgedessen die Wege eines Einzelgängers, bis eines Tages die schwertschwingende Japanerin Yukio (Rila Fukushima) vor ihm steht.

Yukio bittet Logan sie zurück nach Tokio zu begleiten, um sich dort von einem alten Bekannten, dem er einst während des Zweiten Weltkriegs das Leben rettete, und welcher im Sterbebett liegt, zu verabschieden. In Tokio angekommen wird Logan mit Verhaltensweisen konfrontiert, die ihm nicht bekannt sind. Zusätzlich lernt er die faszinierende Mariko (Tao Okamato) kennen. Die Zeit des Friedens ist dann auch abgelaufen, denn Yakuzas, Samurais, sowie Vertreter seiner eigenen Art haben es auf den wütenden Mutanten abgesehen. Der Einzelgänger wird demnach mit Liebe, Ehre, Verlust und Sterblichkeit in Verbindung gebracht – muss folglich lernen damit umzugehen…

Filmemacher James Mangold (Todeszug nach Yuma, 2007; Walk the Line, 2005; Identität, 2003) kündigte mit Wolverine: Weg des Kriegers einen Charakterfilm an. Letztendlich ist daraus ein kurzweiliger Hollywoodblockbuster geworden, der sich mit dem inneren Kosmos seines Hauptcharakters beschäftigt, diesen jedoch nicht zu sehr in den Mittelpunkt stellt. Wolverine: Weg des Kriegers ist keine Charakterstudie. James Mangold und sein Team skizzieren demzufolge keine komplexen Irrungen und Wirrungen. Stattdessen wird zwischen gut und böse unterschieden und die Probleme des Protagonisten klar und deutlich veranschaulicht. Der Stoff, der in den zwei Stunden behandelt wird, ist dem Zuseher bewusst, sodass im Verlauf des Films nicht tiefer in die Psyche des Helden getaucht wird.

Das ist auch nicht weiterhin schlimm, da auch Figuren wie Mariko und Yukio, als Begleiterinnen von Logan, sich entfalten dürfen. Eher mager sieht es dagegen bei den Bösewichten aus. Eine wichtige Gegenspielerin stellt Viper (Svetlana Khodchenkova) dar. Neben ihren Kräften und ihrem Motiv, welches erst im späteren Verlauf des Films richtig zum Vorschein kommt, bleibt diese Figur flach. Auch anderen Nebencharakteren werden nur ein paar Charaktermerkmale zugeschrieben. Tiefgreifende Nebencharaktere wären in dieser Filmkonstruktion auch nicht möglich gewesen. Denn diese wurden gegen äußerst kurzweilige Actionszenen eingetauscht. Wolverine: Weg des Kriegers kann also mit gut in Szene gesetzten Actioneinlagen beeindrucken. Besonders der Kampf zwischen Wolverine und eines Yakuzas auf einem fahrenden Hochgeschwindigkeitszug wird sicherlich noch lange nach dem Eintritt des Abspanns in Erinnerung bleiben, selbst wenn ein paar auftretende Logikfehler ein wenig von der Handlung ablenken.

Wolverine ist mit geballten Schlägen wieder zurück. Allerdings setzt Regisseur James Mangold hier weniger auf Brutalität. Demnach werden die Schäden, welche Wolverine auf seinen menschlichen Gegnern hinterlässt, nicht direkt in die Kamera gehalten – ein paar ärgerliche Momente entstehen dadurch. Darüber hinaus dürfen auch die coolen Sprüche des Mutanten als auch sein eigenartiger Humor nicht fehlen, der für gut platzierte Lacher sorgt. Auch Hugh Jackmans körperliche Verfassung ist besser als je zuvor. Seine starke physische Präsenz wird aufgrund dessen häufig in den Mittelpunkt gestellt – auf jeden Fall ein Hingucker.

Kein Hingucker sind dafür die 3D-Effekte, die nur bei manchen Actionszenen zur Geltung kommen. Wer also bereits oft von 3D-Filmen enttäuscht wurde, sollte sich hier für die 2D-Version entscheiden, da das 3D in diesem Fall nicht als Filmsprache angesehen werden kann, so wie James Cameron die Technik in Avatar – Aufbruch nach Pandora (2009) einführte. Des Weiteren werden X-Men Fans auch mit kleinen Schmankerln belohnt. Beispielsweise tauchen einige bekannte und sehr beliebte Charaktere aus der Mutantenreihe im Film auf. Wer einen Vorgeschmack auf den im nächsten Jahr erscheinenden X-Men Film haben möchte, der sollte sitzen bleiben, denn nach dem Eintritt des Abspanns folgt noch eine kleine Überraschung.

Fazit:
Wolverine: Weg des Kriegers ist nicht die erwartete Charakterstudie geworden. Stattdessen hat Regisseur James Mangold einen Blockbuster kreiert, der kurzweilige Action, coole Sprüche, gut portionierten Humor und einen ernst zu nehmenden Helden bietet. Vor diesem Hintergrund erscheinen Kritikpunkte, exemplarisch die ein oder andere flache Figur, kleinere Logikfehler sowie die überflüssigen 3D-Effekte, nicht als allzu große Miesmacher. Abschließend kann für X-Men Fans und für diese, die es noch werden wollen, eine Kinoempfehlung ausgesprochen werden.

Wertung:
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Ø Wertung: 6.9/10 | Kritiken: 1 | Wertungen: 24
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