Star Trek Into Darkness (2013)

OT: Star Trek Into Darkness - 132 Minuten - Action / Abenteuer / SciFi
Star Trek Into Darkness (2013)
Kinostart: 09.05.2013
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Star Trek Into Darkness

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Es ist schwer etwas über Star Trek zu schreiben ohne sich mit den zahlreichen Hardcore-Fans anzulegen. Auch J.J. Abrams scheint sich der Tatsache bewusst gewesen zu sein, dass es ein quasi unmögliches Unterfangen ist die Legacy der Reihe in ein Reboot zu transferieren, ohne dass man sich einen besonderen Kniff einfallen lässt. Mit der Erzeugung einer parallelen Timeline ist ihm dies aber 2009 durchaus eindrucksvoll gelungen und man durfte gespannt sein, wie es mit der Reihe weitergehen würde. Denn wie der letzte Teil bereits gezeigt hat ist nun alles möglich, hat J.J. Abrams sich doch die luxuriöse Ausgangslage zurechtgelegt, dass er auf alle bekannten Charakter zugreifen kann, aber nicht mehr auf Ereignisse aus der Originalserie Rücksicht nehmen muss. Und dass dies einen ganz besonderen Reiz haben kann, zeigt er auch in Star Trek Into Darkness wieder eindrucksvoll.

Captain James T. Kirk (Chris Pine) hat ein Problem mit Regeln und Autoritäten, bzw. setzt sich gerne über eben diese hinweg, wenn es angebracht erscheint. Im aktuellen Fall, verstößt er gegen die Vorschrift sich nicht in die Entwicklung anderer, unterentwickelter Lebeformen einzumischen, als er seinen Freund und ersten Offizier Spock (Zachary Quinto) aus einem Vulkan rettet und dabei die hochentwickelte Enterprise von einem noch unterentwickelten Urvolk erblickt wird. Daraufhin wird er von Admiral Pike (Bruce Greenwood) degradiert - gleichzeitig bahnen sich aber größere Probleme am Horizont an. Sternenflotten-Offizier John Harrison (Benedict Cumberbatch) ist zum Terroristen geworden und verbreitet Angst und Schrecken. Es beginnt eine großflächige Menschenjagd, die auch den fragilen Frieden zwischen der Sternenflotte und den Klingonen gefährdet...

Die alternative Origin-Geschichte hat J.J. Abrams bereits bravourös erzählt, allerdings darf man immer mit Spannung erwarten ob es auch gelingt eine Filmreihe dauerhaft am Puls der Zeit zu halten, nachdem die grundlegenden Fronten abgeklärt sind. Im Grunde genommen gelingt es Abrams aber diese Zweifel bereits in den ersten Minuten seines Films zu zertrümmern. Star Trek Into Darkness wirft uns unmittelbar ins Geschehen - mitten auf einen fremden Planeten, hinein in eine Verfolgungsjagd, die sich immer weiter aufbauscht, um am Ende in einem gewaltigen Vulkan-Showdown zu kulminieren. Der Einstieg könnte kaum besser sein, denn mit seinem wahnwitzigen Tempo, dem Gefühl für die Stimmungen und der präzisen Action verspricht der Film bereits wahnsinnig viel.

Und auch in Folge macht Abrams so gut wie alles richtig. Der Film gibt sich äußerst modern, ist audiovisuell am Zenit des modernen Blockbusterkinos, schneidet ernste, aktuelle Themen an und bleibt dennoch dem Spirit der Reihe treu und liefert den Fans genügend Andeutungen und Anknüpfpunkte um sie zufrieden zu stellen. Dabei gelingt Abrams was nur selten funktioniert: Sein Film oszilliiert im Takt mit den aktuellen zeitgeschichtlichen Herausforderungen und Problemen, was besonders durch den Hauch Terrorismus symbolisiert wird, der sich als Schleier über das Geschehen legt und gleichzeitig verkommt er nicht zur spaßlosen, ernsthaften Auseinandersetzung, sondern zelebriert seinen Status als Unterhaltungsfilm mit Genuss.

Das beginnt bei kleinen Details in den Szenen, geht über die kolossal inszenierte Actionsequenzen und endet bei der lebhaften Interaktion der Figuren untereinander. Denn wenn Abrams eines versteht, dann ist es wie man den Heroismus der Figuren und ihre Courage mit einem Knall den Zusehern entgegenschallen lässt. Die Atmosphäre knistert, man fühlt sich als Teil der Crew und der Film zieht mit viel Geschick an den richtigen Fäden um sein Universum zu etablieren und gleichzeitig mit viel Genuss die klassische Blockbusterformel anzuwenden, ohne dass man das Gefühl hätte der Film wäre angestaubt, oder überholt. Eher ist das Gegenteil der Fall, da Star Trek Into Darkness mit seiner temporeichen Erzählweise und seiner hypermodernen Ästhetik eine makellose Neuzeit-Blockbustervorstellung abliefert.

Etwas problematisch ist nur, dass der Film dabei nicht so wirklich kaschieren kann, dass die eigentliche Story, hinter all der eindrucksvollen Fassade, nicht wirklich epischer Natur ist, sondern eher überschaubar bleibt. Aber obwohl der Film diese Schwäche nicht verbergen kann, so kann er mit seinem geballten Unterhaltungswert und seinem wahnwitzigen Tempo zumindest darüber hinwegtrösten. Etwas schade ist nur, dass J.J. Abrams beim finalen Paukenschlag nicht mehr den perfekten Mix zwischen Bombastkino, Emotionen, Fananspielungen und moralischen Fragen hinbekommt, sodass man in allen Belangen das Gefühl hat, dass der Film lediglich an die Grenze von etwas Großem stößt, aber nie den gänzlichen Durchbruch schafft.

In diesem Zusammenhang ist es auch etwas problematisch, dass die Storyfäden für den geübten Zuseher fast schon zu eindeutig in Position gebracht werden, man also bereits recht früh erahnt worauf der Film schlussendlich hinaus will. Dies ist ein Kritikpunkt der sich durchwegs durch den ganzen Film zieht, der aber besonders im finalen Abschnitt schlagend wird, wenn man als Zuseher bereits die meisten Wendungen vorausahnt und es dem Film nicht mehr gelingt für Überraschungen zu sorgen. Gleichzeitig ist es aber auch eindrucksvoll, dass der Film trotz diesen Schwächen so außergewöhnlich gut funktioniert, was vor allem darin begründet ist, dass die stärksten Momente aus der Zeichnung der Figuren hervorgehen.

Erst dank Abrams Fokus auf die Charaktere und die feinfühlige Schilderung der Beziehungen zwischen ihnen, wird man als Zuseher vom Geschehen auf der Leinwand gebannt. Seien es großen Themen, wie die Freundschaft zwischen Spock und Kirk, die im Film eine zentrale Rolle einnimmt, oder nur kleine Verhaltensgesten, Abrams versteht es meisterhaft den Zuseher an die Figuren zu binden, und uns an den Abenteuern teilhaben zu lassen. Auch durch die Anknüpfpunkte an die Vergangenheit der Reihe (aber eben nicht nur, sodass Star Trek Into Darkness auch für Nicht-Trekkies ein Pflichttermin ist) gelingt es ihm unglaublich gut ein Stimmungsgewebe zu flechten, sodass man als Zuseher bei jedem Oneliner und heroischem Aufbäumen mittendrinnen ist und mit den Figuren mitfiebert.

Ausgezeichnete Leistungen liefern natürlich auch wieder die Darsteller. Chris Pine bietet eine wunderbare Identifikationsfigur für den Zuseher und spielt den jungen Kirk mit einer unglaublichen Verve und mit unwiderstehlichem Charisma und auch sein Zusammenspiel mit Zachary Quinto ist wieder herausragend, sodass die beiden die emotional stärksten Szenen des Films für sich beanspruchen. Aber auch auch die restliche Crew, von Karl Urban über Zoe Saldana, bis hin zu Simon Pegg und Anton Yelchin fügt sich perfekt in dieses mit Sorgfalt und Detailliebe konstruierte Universum ein und sorgt für großes Entertainmentkino. Neu an Bord und nicht weniger eindrucksvoll ist Benedict Cumberbatch der als Bösewicht einige Überraschungen in der Hinterhand hält und durchaus eindrucksvoll in Erinnerung bleibt.

Fazit:
Star Trek Into Darkness ist epochales Blockbusterkino, kolossale Unterhaltung und schlicht ein Pflichttermin für die Fans - sei es von Star Trek im Speziellen oder vom Unterhaltungskino im Allgemeinen. J.J. Abrams ist es gelungen an die Vergangenheit der Reihe anzuknüpfen, und dabei dennoch ein modernes Fest für die Sinne zu inszenieren. Er versteht es außergewöhnlich gut ein Stimmungsgeflecht zu weben, aus dessem Ganzen sich ein detailverliebtes Universum konstituiert. Von den Figuren, über die Atmosphäre bis hin zu den kleinen besonderen Momenten wirkt alles wie aus einem Guss und der Film macht es einem sehr einfach, dass man sich in seiner Welt verliert. An der Sache gibt es nur einen Haken, der die Freude etwas trübt: Leider ist die Story bei weitem nicht so episch, wie es der Film einem gerne vormachen würde und außerdem kippt die Balance im letzten Drittel etwas, sodass man ständig das Gefühl hat, dass der Film von einer unsichtbaren Kraft daran gehindert wird vollends zu zünden. Das liegt auch daran, dass geübte Zuseher die Wendungen und Haken der Geschichte recht einfach vorhersehen werden und sich deshalb kaum mehr Überraschungen ergeben. Aber nur dass keine Missverständnisse entstehen: Star Trek Into Darkness ist dennoch fantastisches und modernes Blockbusterkino auf unglaublich hohem Niveau, das für prächtige Unterhaltung sorgt.

Wertung:
8/10 Punkte
Filmering.at
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Ø Wertung: 7.2/10 | Kritiken: 1 | Wertungen: 40
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