Eye in the Sky

OT: -  90 Minuten -  Thriller
Eye in the Sky
Kinostart: Unbekannt
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Eye in the Sky

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Kurzkritik im Rahmen der Viennale 2007:
Das war er also, der mysteriöse Überraschungsfilm, der jedes Jahr im Rahmen der Viennale bereits im Vorfeld für wilde Spekulationen sorgt. Und das Prädikat Überraschungsfilm hat sich Eye in the Sky wahrlich verdient, denn mit diesem Werk hat wohl niemand gerechnet. Doch ob dies nun so positiv ist, ist eine andere Sache, denn immerhin fehlten dem Viennale-Programm von vornherein Filme wie Cassandra`s Dream, Rescue Dawn, Funny Games, Eastern Promises, Redacted, In the Valley of Elah, My Blueberry Nights, und viele mehr. Irgendwie hätte man sich also doch einen anderen Film gewünscht, auch wenn Eye in the Sky insgesamt dann doch einiges zu bieten hatte.

Eye in the Sky legt gleich einmal einen außerordentlich furiosen Start an den Tag. Einige Diebe bringen sich in Stellung, positionieren sich an den verschiedensten Orten rund um ihr Ziel. Der Beobachter am Dach gegenüber soll vor ankommenden Polizisten warnen, und schon geht es los, und im Eiltempo geht der Raub auch schon über die Bühne. Danach folgt der Perspektivenwechsel zu den ermittelnden Beamten, die sich um den Fall kümmern. Bobo (Kate Tsui) ist gerade erst zur "Surveillance Unit" der Hong-Kong Polizei gestoßen und muss gleich mit ihrem Vorgesetzten Sgt. "Dog Head" Wong (Simon Yam) losziehen, um den Fall zu lösen. Es beginnt ein Katz und Maus-Spiel, bei dem der Anführer der Räuber Shan (Tony Leung) das oberste Ziel ist...

Eye in the Sky, dieser Titel bezieht sich offensichtlich auf die allwissenden Überwachungskameras, die unerbitterlich alles aufzeichnen, was ihnen vor die Linse läuft. Diese Kameras haben auch eine wichtige Rolle im Film, denn ohne sie wäre es dem Ermittlungsteam nicht möglich, den Verbrechern auf den Fersen zu bleiben. Bereits kurz nach dem Raub können die Polizisten einen Täter identifizieren und verfolgen ihn schließlich, damit dieser sie zu seinem Anführer bringt. Viele Szenen werden auch aus dem Blickwinkel der Überwachungskameras gezeigt, um deren Bedeutung noch zu verstärken.

Überhaupt ist Eye in the Sky ein sehr technologielastiger Film, der ähnlich wie die Bourne-Reihe sehr auf Realismus setzt. So werden die Verfolgten über das Handy geortet, schließlich mit Überwachungskameras verfolgt, aber auch von Polizisten auf konventionelle Weise beschattet. Das Beobachten hat dabei einen sehr großen Stellenwert, und der Film fokussiert an vielen Stellen sehr auf das Observieren der Verdächtigen. Dabei geht Eye in the Sky einen ähnlichen Weg wie kürzlich Das Bourne Ultimatum, in dem er Verfolgungen und kleine Bewegungen zelebriert, und schließlich durch seinen hektischen Schnitt und die treibende Musik unglaubliches Tempo erzeugt.

Dabei lassen die Filmemacher allerdings jeden sich bietenden politischen Aspekt aus und konzentrieren sich statt dessen voll und ganz auf den adrenalingeladenen Thrill des Films. Zwar nutzen die Polizisten alle sich bietenden Möglichkeiten, um die Verbrecher zu überwachen, aber ein wirkliches Statement in Richtung Überwachungsstaat wird nicht gemacht, sondern alle Überwachungsinstrumente werden als gegeben betrachtet und nicht hinterfragt. Dies ist zwar auf der einen Seite schade, aber dafür schüttelt der Film somit Ballast ab und konzentriert sich auf das Wesentliche.

Es rücken vor allem drei Darsteller in den Vordergrund: Dies sind Simon Yam als schräger Ermittler, der den Film durch seinen Humor, der allerdings nicht immer ankommt, aufwertet, und sein Gegenspieler, dargestellt von Tony Leung, der seiner Rolle die nötige diabolische Cleverness verabreicht. Kate Tsui bleibt dagegen leider etwas blass, aber ihre Leistung bleibt zumindest solide. Auch die nötige urbane Hektik und das stimmige Hong-Kong Flair überzeugen, aber dennoch fehlt einiges auf den ähnlich angelegten dritten Bourne-Teil.

Auffallend ist, dass sich die Macher für einen Hong-Kong Thriller überraschend zurückhalten und auf sehr wenige Actioneinlagen setzen. Das Tempo des Films wird lediglich durch die Kameraführung, gepaart mit dem hektischen Schnitt, erzeugt, und durch den pulsierenden Score vorangetrieben. Lediglich ein Shoot-Out hat es in den Film geschafft, aber dafür ist dieser recht ordentlich inszeniert, wenngleich er auch etwas zu kurz geraten ist. Im letzten Drittel gibt es außerdem einen ziemlich starken Qualitätsabfall, da die Story in diesem Abschnitt an einigen Stellen durch Zufälle vorangetrieben wird und auch das Tempo nicht mehr ganz so hoch ist. Eye in the Sky bleibt zwar dennoch ein solider Film, allerdings fehlt an Das Bourne Ultiumatum, der in eine ähnliche Kerbe schlägt, doch einiges.

Fazit:
Eye in the Sky überzeugt durch eine ziemlich gelungene urbane Paranoiaatmosphäre, und schafft es durch seine Kameraführung, den hektischen Schnitt und vor allem den treibenden Score, ordentlich Tempo in die Geschichte zu bekommen. Die Verfolgungs- und Überwachungsszenen erinnern dabei etwas an Das Bourne Ultimatum, jedoch ohne dessen Klasse je zu erreichen. Die Chance, jene Überwachungsinstrumente, die von den Polizisten genutzt werden, zu kritisieren, bleibt ungenützt, und das letzte Drittel, in dem die Geschichte manchmal durch Zufälle vorangebracht wird, und das Tempo merklich abfällt, schmälert den Gesamteindruck merklich. Dennoch bleibt Eye in the Sky ein schneller, kompakter und unterhaltsamer Film, der trotz einigen Schwächen für einen kurzweiligen Kinoabend sorgt.

Wertung:
6/10 Punkte

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