Song for Marion (2012)

OT: Song for Marion - 93 Minuten - Komödie / Drama / Musik / Romanze
Song for Marion (2012)
Kinostart: 15.03.2013
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: 08.10.2013
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Filmkritik zu Song for Marion

Von am
Regisseur Paul Andrew Williams, der eigentlich für seine harten Thriller wie London to Brighton (2006), The Cottage (2008) oder Cherry Tree Lane (2010) bekannt ist, zeigt bei Song for Marion eine neue Facette seines Könnens auf. Mit seinem vierten Film macht er klar, dass er sich nicht nur auf ein Filmgenre fixieren lassen will sondern mit der Tragikomödie Song for Marion gute Unterhaltung für die ganze Familie bieten kann.

Song for Marion erzählt die Geschichte von Arthur (Terence Stamp) und Marion (Vanessa Redgrave). In seinen Charaktereigenschaften könnte das Ehepaar nicht unterschiedlicher sein: er ein verbitterter, kühler und emotionsreduzierter Rentner; sie warmherzig und lebensbejahend. Arthur, der seine Frau bedingungslos liebt, unterstützt sie dennoch bei ihrem Hobby und bringt sie zu ihren Chorproben, an denen sie trotz Krebserkrankung regelmäßig teilnimmt.

Elizabeth (Gemma Arterton), die Leiterin des Chors, vermutet in Arthur eine ähnliche Liebe zur Musik wie dies bei Marion der Fall ist und so versucht Elizabeth ihn zur Teilnahme im Chor zu überreden, was sich als schwieriger als gedacht herausstellt. Erst ein harter Schicksalsschlag dient für Arthur als Anstoß dafür, das eigene Handeln und die Lebenseinstellung zu überdenken.

Das Ehepaar, das kaum unterschiedlicher sein könnte, wird von der Oscar-Preisträgerin Vanessa Redgrave und Terence Stamp, der ebenfalls mit zahlreichen Preisen wie dem Filmpreis von Cannes ausgezeichnet wurde, verkörpert. Ihre jeweiligen Rollen spielen sie, gerade durch ihre jahrelangen Erfahrungen im Filmgeschäft, mit überzeugender Ausdruckskraft, sowohl mimisch als auch stimmlich, sodass ihre Emotionen auf die Zuschauer übergehen. Arthur spiegelt die Art Mensch wider, der es schwer fällt, alte Angewohnheiten abzulegen und so neuen Erfahrungen Platz zu machen und dadurch Neues für die eigene Zukunft zu entdecken. Marion ist dabei genau das Gegenteil von ihm und liebt ihn trotz aller Differenzen.

Paul Andrew Williams macht kein Geheimnis daraus, dass die Handlung teilweise biografische Züge hat. Damit setzt er sich mit einer Thematik auseinander, die viel zu selten in Filmen verarbeitet wird und lenkt die Aufmerksamkeit wieder auf ältere Menschen in der Gesellschaft, deren Geschichte auch erzählt werden sollte. Er zeigt, dass diese Altersgruppe, die oft mit Klischees zu kämpfen hat, zum einen über sehr viel Kraft und Lebenslust verfügt wenn man ihr die nötigen Möglichkeiten bietet. Auf der anderen Seite werden aber auch ihre Ängste, Sorgen und der Umgang mit Schicksalsschlägen veranschaulicht.

Positive Erfahrungen und Unbeschwertheit bilden einen Gegenpol zur verbitterten Lebenseinstellung und ernsten Themen wie dem Umgang mit dem Tod eines geliebten Menschen. Williams verfügt aber den gesamten Film hindurch über das nötige Fingerspitzengefühl für das richtige Mischverhältnis zwischen Humor und Emotionen. Das verleiht diesem stellenweise stimmungsintensiven Film dennoch einen angenehmen Charme.

Fazit:
Paul Andrew Williams lenkt mit Song for Marion die Aufmerksamkeit auf die ältere Generation und liefert eine glaubwürdige Darstellung ihrer Erfahrungen und Wünsche und zeigt, dass es nie zu spät ist für Veränderungen. Eine Mischung aus lustigen, ernsten und sentimentalen Bildern, die aber nie an Authentizität verlieren und diesen Film deshalb sehenswert machen.

Wertung:
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