Shotgun Stories (2007)

OT: - 92 Minuten - Drama
Shotgun Stories (2007)
Kinostart: Unbekannt
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Shotgun Stories

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Kurzkritik im Rahmen der Viennale 2007:
Shotgun Stories ist das Regiedebüt von Jeff Nichols, der sich auch für das Drehbuch verantwortlich zeigt, und sich auf einfühlsame Weise dem Thema Selbstjustiz nähert. Bereits zwei andere, weitaus größere und besser vermarktete Filme hatten sich dieses Jahr mit diesem Thema beschäftigt. Doch obwohl sowohl Death Sentence als auch Die Fremde in Dir kurzweiliger und unterhaltsamer sind, so ist es doch Shotgun Stories, der ein wesentlich ernsteres Bild des Themas zeichnet, und der somit auch der beeindruckendere Film über das Thema Rache ist.

Die drei Brüder Son (Michael Shannon), Boy (Douglas Ligon) und Kid (Barlow Jacobs) fristen ein relativ überschaubares Dasein, irgendwo im amerikanischen Hinterland, bis eines Tages ihre Mutter vor der Tür steht und ihnen mitteilt, dass ihr Vater gestorben ist. Die drei Brüder sind nicht allzu traurig darüber, hat sie der Vater doch schon vor langer Zeit verlassen und eine neue Familie gegründet. Beim Begräbnis kommt es schließlich zu einem folgenschweren Zwischenfall, als Son auf den Sarg seines Vaters spuckt, was den Zorn der neuen Familie von Sons Vater erregt und schließlich eine Spirale der Gewalt lostritt...

Angesiedelt im Hinterland von Arkansas, in einer Kleinstadt umzäunt von Baumwollfeldern, etabliert Jeff Nichols eine durchaus beeindruckende Atmosphäre. Eingefangen in wunderschönen Cinemasope-Bildern, liefert ihm die Landschaft einen ästhetischen Rahmen, in dem er seine Geschichte erzählen kann. Diese ist insofern beeindruckend als sie den den Kern der Selbstjustizstory nicht bloß nutzt, um für medialen Wind zu sorgen, oder der Story einen besonderen Reiz zu geben, sondern Jeff Nichols setzt sich tatsächlich mit diesem brisanten Thema auseinander. Mit minimalistischen Dialogen vorgetragen, und mit mal rauen, mal poetischen Bildern eingefangen, ist Shotgun Stories aber auch eine treffende Zustandsbeschreibung des amerikanischen Kleinstadtlebens.

Vor allem ist der Film jedoch eine Parabel gegen die Rache und zeigt, wie sinnlos es doch ist, ständig nach Vergeltung zu rufen. Auch zeigt er, wie einfach es doch manchmal sein kann, diese Spirale zu durchbrechen, wenn man es nur will. Oft reicht es, aufeinander zuzugehen und Stopp zu sagen, denn aus Rache gibt es nur selten einen Gewinner, und schon gar nicht kann sie über den Tod eines geliebten Menschen hinwegtrösten. Nebenbei schafft es Shotgun Stories auch noch, die Waffenpolitik der USA etwas anzuprangern und es in Frage zu stellen, ob es wirklich so sinnvoll ist, jedem den problemlosen Zugang zu Schusswaffen zu gewähren. Bei der Viennale 2007 konnte sich Shotgun Stories den FIPRESCI Preis der internationalen Filmkritik sichern. Ob er diesen verdient hat, muss jeder für sich entscheiden, aber sicher ist, dass es der Film schafft, trotz einiger langatmigen Passagen großteils zu überzeugen und seine Botschaft zu übermitteln.

Wertung:
6/10 Punkte





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