Animatrix (2003)

OT: The Animatrix - 102 Minuten - Zeichentrick / Action / Abenteuer / SciFi
Animatrix (2003)
Kinostart: Unbekannt
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Animatrix

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In Animatrix erzählen acht namhafte Anime-Regisseure neun Kurzgeschichten rund um die Matrix-Trilogie. Zu einem Teil mit Bezugnahme auf die von der Filmreihe aufgeworfenen Fragen, zum anderen Teil werfen Schicksalsschläge hinzugekommener Charaktere neue Aspekte auf. Die Gebrüder Wachowski lieferten zu den ersten vier der angeführten Kurzfilme das Drehbuch.

Der letzte Flug der Osiris zeigt den reibungslosen Übergang zu Matrix Reloaded und bildet somit eine narrative Einheit mit dem zweiten Teil. Sowohl ästhetisch als auch atmosphärisch hielt sich Der letzte Flug der Osiris an die Parameter der Hauptfilme, um einen möglichst fließenden Übergang zwischen Teil 1 und 2 zu gewährleisten.

Die zweite Renaissance Teil 1 und 2 sind für Fans der Trilogie wahrlich am interessantesten. Ohne übertriebenem Pathos und aus sicherer Distanz erfahren wir wie es zur Revolte der Maschinen kam. Vom ersten Aufstand sozial entwickelter aber unzufriedener Maschinen, bis zum absoluten Weltkrieg, wird der Anfang vom Ende episch geschildert. Besonders in diesem Kurzfilm wird das tiefgreifende Potential der Matrix-Trilogie wahrnehmbar, womit auch eine Zunahme der Enttäuschung über verpasste Möglichkeiten miteinhergeht.  

KID’S Story – im expressionistisch gezeichnetem Stil - ist der einzige biographische Ausflug einer in der Trilogie erschienen Person. Für Fans der Filmreihe leicht verständlich, während Andere vielleicht den Wink eines unbedeutenden Dialogs in Matrix Reloaded kaum vernommen haben.

Programm hingegen gehört zum weniger sehenswerten Part da die Trilogie die Thematik „eine Liebe auf dem Prüfstand“ bereits fast schamlos breit getreten hat.  

World Record schildert ähnlich wie KID’s Story und Beyond unerklärliche Phänomene die als Fehlerhaftigkeit des Schöpfers ausgewiesen werden. Während die Trilogie diesen Diskurs mit religiösen Ansätzen im Keim zu ersticken drohte, nahm World Record ironisierend das Thema wieder auf.   

Als das größte Experiment und Neuinterpretation der Matrix-Mythologie kann der Kurzfilm A Detecitive Story angesehen werden. Mit dem Erscheinen von Trinity (eine der Hauptfiguren aus der Filmreihe) im gezeichneten Film-Noir Stil, wird die in sonst dominantem Grünstich inszenierte Zukunftsvision der Wachowski-Brüder bildhaft neu übersetzt.

Der letzte Kurzfilm, Matriculated, unterstreicht abermals  die defätistische Situation im Krieg gegen die Maschinen, beziehungsweise den Zustand lange nach dem großen Krieg.  Zu Matriculated muss festgehalten werden, dass er hinsichtlich der gezeigten Ausgangslage wie kein anderer Kurzfilm aus dieser Reihe die Messias-Rechtfertigung  ausspricht - infolge der Erkenntnis, dass nur der Schöpfer sich selbst, mit seinen eigenen Mitteln, die ihn am Leben erhalten ebenso zerstören oder aus der Not retten können. Die Trilogie propagierte diese Erkenntnis unentwegt, tat aber nicht genug daran die Kausalitäten des Beziehungsgeflechts Schöpfer, Unterdrückungsmittel und Mensch genauer zu erhellen.

Jeder dieser  Anime-Kurzfilme könnte beliebig ausgebaut werden, wobei mehrere Filmgenres abzudecken wären. Animatrix setzt keine vollständige Struktur in die mythologischen Ausmaße der Trilogie fest, sondern determiniert ihre versteckte Größe, welche  aufgrund der kompromissbelasteten Anforderungen einer gigantischen Blockbusterproduktion schwer greifbar wurde. Der größte Verdienst von Animatrix liegt darin, atmosphärisch wieder zum Kern der Sache zurückzukehren.   

Das Universum der filmischen Erzählung lässt sich nicht um drei Hauptfiguren verdichten und den Geniestreich zu versuchen einen epischen Film plus kurzweiligen Kinoabend zu produzieren hätten die Wachowskis wahrscheinlich erst gar nicht geschafft. Zweifellos gehören die Matrixfilme zu den essentiellsten und technisch innovativsten Actionkrachern der Filmgeschichte, nur ist genau das ihr Makel. Die großen Geschichten über die Matrix erzählt eine Kurzfilmreihe die an der Oberfläche wenig spektakulär erscheint, ihr aber jene Tiefe verleiht die im ersten hochgelobten Teil schmerzlich vermisst wird.

Wertung:
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Filmering.at
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Ø Wertung: 8.1/10 | Kritiken: 0 | Wertungen: 8
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Erstellt: 09.09.2012