The Sapphires (2012)

OT: The Sapphires - 103 Minuten - Komödie / Drama / Musical
The Sapphires (2012)
Kinostart: Unbekannt
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu The Sapphires

1968 – kein gutes Jahr für Aborigines in Australien. Von der Gesellschaft ausgegrenzt hatte man es damals als Außenseiter nicht einfach. Dann noch als Frau groß herauskommen zu wollen – unerhört. Doch vier Frauen hatten den Mut sowie den Ehrgeiz und gründeten die Soul-Gruppe The Sapphires - begeisterten mit ihren Songs zahlreiche Menschen. Auf dieser wahren Geschichte basiert das Kinodebüt von Wayne Blair, welches letztes Jahr während der internationalen Filmfestspiele in Cannes und Toronto von den Kritikern hoch gelobt wurde. The Sapphires ist ein Film, der gute Laune versprüht und nebenbei noch die Themen „Vietnam-Krieg“ und „Stolen Generation“ anschneidet. Vier Frauen, welche von einem charmanten Mann begleitet und geführt werden, führen durch den Film und sorgen für kurzweilige Momente.

Die zwei Schwestern Gail (Deborah Mailman) und Julie (Jessica Mauboy) singen seit ihrer Kindheit gerne alleine oder zusammen mit ihrer Cousine Cynthia (Miranda Tapsell). Bei einem örtlichen Talentwettbewerb versuchen sie zielstrebig ihr Glück und werden dabei vom Musiker Dave Lovelace (Chris O’Dowd) entdeckt. Dave erkennt das musikalische Potential der Frauen und möchte gerne mit ihnen zusammenarbeiten. Da Gail, Julie und Cynthia sehr familiär sind, nehmen sie auch ihre Cousine Kay (Shari Sebbens) in ihre Gruppe auf, die sie The Sapphires nennen. Auf Dave wartet viel Arbeit. Er versucht den vier Frauen Choreografien beizubringen und lässt sie zudem einzeln vorsingen, um die jeweiligen Stärken und Tiefen der Sängerinnen herauszufinden. Gail, Kay, Julie und Cynthia müssen demnach nicht nur viel Kritik einstecken, sie müssen auch mit familiären Problemen zu Recht kommen und werden ferner mit Liebe und dem Vietnamkrieg konfrontiert…

Ganz klar zählen die Stimmen und infolgedessen die Gesangseinlagen der vier Schauspielerinnen und Sängerinnen zu den Stärken des Films. Als Zuschauer kann man sich damit auf Hits wie „What a man“ und „I can’t help myself (Suger Pie, Honey Bunch)“ freuen. Darüber hinaus punktet der Musikfilm mit dem Zusammenspiel der Akteure. Nicht nur die Musikgruppe wirkt wie eine Einheit und kann somit überzeugen, auch jedes einzelne Bandmitglied fällt mit positiven als auch negativen Charaktereigenschaften auf, sodass sicherlich jeder Zuschauer sein Lieblingssaphir finden wird. Ansonsten kann auch Chris O’Dowd Sympathiepunkte sammeln. Er legt als trinkfester und humorvoller Musiker eine äußerst charmante Performance ab und kann sich damit als einziger Mann unter vier Frauen sehr gut behaupten.   

Neben Emanzipation und Selbstbestimmung schneidet das Kinodebüt des Regisseurs Wayne Blair zwei ernsthafte Themen an. Die Sapphires waren nämlich dafür bekannt während des Vietnamkrieges vor den Soldaten gesungen und diese mit guter Laune versorgt zu haben. Leider wird der Vietnamkrieg nur oberflächlich behandelt und wirkt damit wie ein Fremdkörper im restlichen Film. Genauso kann auch der Nebenplot, welcher sich um die „Stolen Generation“ dreht nicht voll und ganz überzeugen. Zwar erhält eine der Figuren dadurch eine tiefgründige Charakterisierung, letztendlich wird das Thema jedoch zu kurz behandelt und verblasst aus diesem Grund im Schatten der musikalischen und humorvollen Momente, die dieser Film zu bieten hat. Des Weiteren wartet eine kleine Liebesgeschichte auf den Zuschauer, die strukturell wie eine Romanze aus einer typischen Liebeskomödie aufgebaut ist. Dies wertet den Film jedoch nicht ab, denn die Mischung aus Romanze und Musik ergibt im Endeffekt ein kurzweiliges Erlebnis, welches gute Laune beim Betrachter hervorruft.  

Fazit:
The Sapphires, das Kinodebüt des Filmemachers Wayne Blair, ist ein Feel-Good-Movie, das mit starken Gesangseinlagen, sympathischen Figuren, humorvollen Dialogen und einer Prise Dramatik überzeugen kann. Neben den aufgezählten Faktoren weist der Film auch kleinere Drehbuchschwächen auf, über die man aber gerne hinweg sieht, sobald die Sapphires ihre Stimmen vereinen.

Wertung:
7/10 Punkte
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Ø Wertung: 7/10 | Kritiken: 0 | Wertungen: 1
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