Schlussmacher - Liebe ist nichts für Feiglinge (2013)

OT: Schlussmacher - 110 Minuten - Komödie
Schlussmacher - Liebe ist nichts für Feiglinge (2013)
Kinostart: 11.01.2013
DVD-Start: 05.07.2013 - Blu-ray-Start: 05.07.2013
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Filmkritik zu Schlussmacher - Liebe ist nichts für Feiglinge

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Jede zweite Ehe wird geschieden, - dann geht’s ums Geld und vielerorts geht es sogar schon bei der Hochzeit darum. Wunderbar hineingestellt in unsere Profitgesellschaft ist „Schlussmacher“ eine Komödie, die den Zahn der Zeit trifft - und behandelt. Und zwar mit der Frage: „warum nicht gleich mit einer Trennungsagentur das große Geld wagen?“ Matthias Schweighöfer setzt mit seiner Thematik auf ein sicheres Pferd und siegt.

Paul (Schweighöfer) fehlen nur mehr ein paar wenige Trennungen um Partner der Agentur „Happy-End“ zu werden. Zielsicher fährt er von Kunde zu Kunde um die Hiobsbotschaft des jeweiligen Partners zu überbringen, und überzeugt die Trennungsopfer von ihrer neugewonnen Freiheit. Die Figur wäre unsympathisch und mit Schweighöfer absolut fehlbesetzt, wenn es Paul dabei wirklich nur ums Geld ginge. Tatsächlich ist er aber davon überzeugt den Leuten was Gutes zu tun, da Liebe schlussendlich doch zu nichts Positivem führen kann. Seine Überzeugungen basieren auf seiner Kindheit und einer bitteren Enttäuschung seines Vaters. Privat ist er daher auch weit davon entfernt sich fest zu binden. Die attraktive Natalie (Catherine de Léan) wäre wohl potentielle Traumfrau, sucht aber nach einer Weile auch das Weite. Kurz vor seinem Karriereaufstieg wendet sich das Blatt in Pauls Leben. Ein Mann, dem er das Trennungspaket überreicht, reagiert nämlich nicht wie üblich. Der sensible und großherzige Toto (Milan Peschel) lässt sich nicht so einfach abwimmeln. Er überzeugt Paul schließlich mit einem Selbstmordversuch davon, dass er nicht alleine sein kann, und wird ab jetzt zu seinem Schatten. Ein Schatten mit einer ganzen Reihe von Makel, die Pauls Leben ungemein erschweren. Eine Yucca-Palme, Allergiker-Bettwäsche und Dinosaurier-Hausschuhe  geben Paul eine wage Vorstellung von dem, was ihn im Laufe der Woche erwarten wird. Neben - oder gerade durch die zahlreichen Katastrophen, welche folgen, entwickelt sich aber eine ganz besondere Beziehung zwischen den beiden Figuren, die konträrer nicht sein könnten. Denn der größte Unterschied zwischen den beiden Männern ist wohl Totos offenes Herz, das es am Ende schafft, den introvertierten Karrieremenschen komplett umzudrehen.

An Gags mangelt es ebenso wenig, wie an teilweise skurrilen Szenen und sogar ungewohnt großen Stunts. Schweighöfer präsentiert sich als Regisseur,  der lieber nahe am sicheren Ufer schwimmt und als Schauspieler, welcher gewohnt solide Leistung bringt. Mit seinem charmanten Auftreten und seinem vielseitigen Ausdruck funktioniert er für ein breites Publikum, auch wenn man sich ein Wagnis von ihm wünschen würde. Eine große Weiterentwicklung kann man nicht feststellen, wäre aber am gleichen Level von Filmen auch überraschend. Noch kann man nur Vermuten ob da noch einiges mehr in ihm steckt. Regie-technisch ist ihm die Komödie auf jeden Fall ganz gut gelungen. Die Pointen kommen kontinuierlich und sind gut getimt. Musikalisch in derselben Ebene wie Til Schweiger-Filme á la „Keinohrhasen“ oder“ Kokowäh“. Ein Rezept das bewährt ist und funktioniert, wurde hier  1:1 übernommen. Natürlich ist das nichts verwerfliches, muss aber vom Lob abgezogen werden. Was wirklich positiv überrascht, ist ein aufwendiger Autostunt und generell starke Bilder. Teilweise als Road-movie abgedreht, ist der Film wunderbar leinwandtauglich.

Nicht zuletzt soll hier Milan Peschel genannt sein, der den Film auf jeden Fall trägt. Schwer zu sagen, ob er mit einer anderen Besetzung ein auch nur annähernd so positives Resultat abgegeben hätte. Der liebenswerte Katastrophenmensch wird perfekt verkörpert, eine grandiose Einheit aus Optik, Wesen, Kostüm und Ausdruck.

Fazit:
Eine deutsche Komödie nach Rezept. Wer Til Schweigers Filme mag, wird auch vom Schlussmacher angetan  sein. Die Pointen sitzen, die Schauspieler sind solide. Lediglich Peschel reicht das Salz zur Suppe und gibt dem Film die Chance sich abzuheben. Man freundet sich nach dem skurrilen, ersten Eindruck schnell mit ihm an und kann die Kinozeit genießen, ohne gefordert zu werden. Was will man mehr von einer deutschen Komödie.

Wertung:
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Filmering.at
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Ø Wertung: 6.3/10 | Kritiken: 0 | Wertungen: 7
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