Epic - Verborgenes Königreich (2013)

OT: Epic - 102 Minuten - Zeichentrick / Abenteuer / Komödie / Fantasy
Epic - Verborgenes Königreich (2013)
Kinostart: 16.05.2013
DVD-Start: 01.04.2014 - Blu-ray-Start: 01.04.2014
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Filmkritik zu Epic - Verborgenes Königreich

Animationsfilme werden immer realistischer. Dieser Faktor bereichert das Genre und kann vor allem wegen der erweiterten Computertechnik genutzt werden. Eine detailreiche und greifbare Welt wird dem Zuseher damit geboten. Gleichzeitig kann ein Animationsfilm neben dem Realismus auch weiterhin unreale beziehungsweise fantastische Elemente vorweisen. Basierend auf dem Zeichentrickfilm können in der Welt der Animationsfilme Tiere, Pflanzen oder auch Ungeheuer sprechen und handeln. Diese Wesen dienen folglich aufgrund ihrer Charakterzüge als Identifikationsfiguren für den Zuseher und führen demnach durch den Film.

Beispielsweise lieferte Blue Sky Studios uns bisher die Animationsreihe Ice Age und katapultierte sich mit den miteinander agierenden Tieren in die Herzen der Zuschauer. Darüber hinaus brachte uns das Filmstudio auch den Animationsspaß Rio (2011). Nun möchte Blue Sky einen weiteren Hit landen und präsentiert uns mit Epic – Verborgenes Königreich einen Film, der den Zuschauer bereits nach wenigen Minuten in seinen Bann zieht und außerdem nicht nur visuell, sondern auch emotional berührt.

Mary Katherine (Originalstimme: Amanda Seyfried), ihr Spitzname lautet MK, besucht nach dem Tod ihrer Mutter ihren Vater, Professor Bomba (Jason Sudeikis), der in seinem Haus im Wald wohnt und fest von der Idee überzeugt ist, dass kleine Bewohner auf den Bäumen leben. MK möchte die Beziehung zu ihrem Vater aufbauen, dieser ist allerdings zu sehr mit den für den Menschen kaum sichtbaren Kreaturen des Waldes beschäftigt. Da MK die Vorstellungen ihres Vaters nicht teilt, möchte sie wieder abreisen. Soweit kommt es schließlich nicht, denn MK soll davor eine wichtige Aufgabe im Wald erledigen.

Der Wald wird von den Leafmen (dt.: Blattmännern) bewohnt. Die Leafmen herrschen über den Wald. Ronin (Colin Farrell) ist der Anführer dieser Krieger. Er ist eine Art Vaterfigur für Nod (Josh Hutcherson), der zwar ein Leafman ist, jedoch ganz und gar nicht wie einer handelt und sich demzufolge selbst als Außenseiter bezeichnet. Nod befolgt daraufhin nicht die Anweisungen seines Anführers. Ronin pflegt wiederum eine engere Beziehung zu Tara, der Königin des Waldes (Beyonce Knowles, die auch den Titelsong „Rise Up“ zum Film abliefert). Tara sorgt stets für Harmonie und schützt den Wald vor den Schattenkreaturen, die ihr Reich vernichten wollen. Eines Tages wird Tara von den Schattengestalten, die von Mandrake (Christoph Waltz) angeführt werden, angegriffen und tödlich verwundet. Eine andere, der Welt des Waldes eher fremde Kreatur, erhält aus diesem Grund die Aufgabe die Natur vor den Bösewichten zu schützen. Der Kampf zwischen gut und böse beginnt…

In Epic – Verborgenes Königreich werden zahlreiche Figuren eingeführt. Die oben aufgezählten Charaktere sind die Hauptfiguren, daneben werden aber noch viele Nebenfiguren vorgestellt, die sicherlich eine Bereicherung für den Film darstellen. Beispielsweise sorgen die zwei Schnecken Grub (Chris O’Down) und Mub (Aziz Ansari) für viel Humor und Spaß. Die Charakterisierung der Schnecken weist eine clevere Wendung auf. Somit werden aus glibberigen und schleimigen Schnecken zwei liebenswerte Helden. Weiters können auch der Gangster-Frosch Bufo (Pitbull), die Party-Raupe Nim Galuu (Steven Tyler) und der niedliche Mops sehr gut unterhalten.

Die oben thematisierte Wendung in der Charakterzeichnung der Schnecken wird zusätzlich auch bei zahlreichen anderen Figuren verwendet. Aufgrund dessen entstehen stets kleine Überraschungen. Aus einem putzigen Geschöpf kann dadurch auf einmal ein riesiges Monster werden. Dies muss aber nicht heißen, dass in Epic – Verborgenes Königreich alle Charaktere geglückt sind. Neben den gut herausgearbeiteten Geschöpfen des Waldes wirken die Schattenwesen eher blass. Im Film werden diese Figuren nur mit einem Charaktermerkmal ausgezeichnet und erhalten lediglich ein Motiv. Ihr handeln kann demnach nicht voll und ganz nachvollzogen werden, weil ihre Hintergründe leider größtenteils im Schatten ihrer Bosheit bleiben. Da es sich jedoch hierbei um einen Animationsfilm handelt und Bösewichte in diesen meistens einfach nur böse sind, kann auch leicht darüber hinweg gesehen werden.

Abgesehen davon überzeugt Epic – Verborgenes Königreich mit seiner epischen Ausstattung. Die 3D-Effekte befinden sich ansonsten auf einem hohen Level. Als Zuseher hat man kontinuierlich das Gefühl in dieser Welt zu sein. Dazu tragen auch die vielen Details sowie die kleinen, magischen Momente bei, welche ständig die Aufmerksamkeit des Betrachters auf sich ziehen. Zum Beispiel wird eine Erinnerung mithilfe der 3D-Technik äußerst plastisch dargestellt. Dem Zuschauer wird die irreale Situation dadurch besser veranschaulicht. Infolgedessen sollte dieser Animationsfilm in der bestmöglichen Qualität gesehen werden und diese ist nun mal die 3D-Version.

Des Weiteren sollte dem Zuseher nach der ersten Filmhälfte die Ähnlichkeit, welche der Film mit einem anderen 3D-Abenteuer vorweist, auffallen. Spätestens nachdem menschenartige Wesen auf Vögeln durch die Luft fliegen, den Wald retten wollen und zumal von einer engen Verbundenheit mit der Natur die Rede ist, sollte jedem James Camerons Avatar – Aufbruch nach Pandora (2009) ins Gedächtnis kommen. Im Übrigen wird auch der Wald an sich als wunderschöner Ort visualisiert. Die Darstellung des Waldes, durch den Computer, trägt hier dazu bei, dass man sich in der Umgebung verliert und vergisst, dass man sich im Kinosaal befindet. Zwar erinnert Epic – Verborgenes Königreich dadurch an den erfolgreichsten Film aller Zeiten, allerdings gelingt dem Regisseur Chris Wedge hier der Brückenschlag auf ein selbstständiges Werk. Der Animationsfilm erinnert im Zuge dessen partiell an Avatar – Aufbruch an Pandora, partiell entstehen aber auch eigene Ideen, welche sich in eine andere Richtung bewegen. Es kristallisiert sich  hierbei nicht das Gefühl heraus eine Avatar-Kopie zu sehen, sondern eher eine Fortsetzung bzw. eine Anlehnung an das Cameron-Werk.

Fazit:
Die Macher von Ice Age haben erneut einen wertvollen Film für Groß und Klein kreiert. Der neue Animationsfilm Epic – Verborgenes Königreich versetzt sein Publikum mit seiner detailreichen und wunderschön in Szene gesetzten Umgebung ins Staunen. Vor diesem Hintergrund kann man sich voll und ganz fallen lassen und beinahe zwei Stunden lang in eine epische Welt eintauchen, die mit liebenswerten und humorvollen Lebewesen bewohnt ist. Dabei erinnert das Ganze teilweise an James Camerons Avatar – Aufbruch an Pandora. Jedoch handelt es sich hier um keine lieblose Kopie des erfolgreichsten Film aller Zeiten, denn der Regisseur Chris Wedge schafft es zwischen alt und neu zu oszillieren und damit ein eigenständiges Abenteuer hervorzubringen.  

Wertung:
8/10 Punkte
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