Halbe Stunden

OT: -  20 Minuten -  Experimental
Halbe Stunden
Kinostart: Unbekannt
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Filmkritik zu Halbe Stunden

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Kurzkritik im Rahmen der Viennale 2007:
Die Viennale dient selbstverständlich nicht nur dem vorzeitigen Sichten von Filmen, die erst später ins Kino kommen, sondern es bietet sich vor allem auch an, einige Experimente zu wagen und Filme anzusehen, die man ansonsten nie zu Gesicht bekommen würde. Halbe Stunden ist mit Sicherheit einer dieser Filme, der allerdings kein abendfüllender Spielfilm ist, sondern nur ein 20minütiger Kurzfilm, der in einer Doppelvorstellung mit dem thematisch ähnlichen Hamilton gezeigt wurde. Wobei Halbe Stunden noch wesentlich empfehlenswerter ist, als Hamilton.

Nicolas Wackerbarth konnte sein Projekt auf 35mm realisieren, und herausgekommen sind wirklich schöne Bilder, von einer ansprechenden Ästhetik. Inhaltlich kann leider nicht viel über das Projekt gesagt werden, denn Halbe Stunden spielt eigentlich beinahe ausschließlich in einem Haus und zeigt den Alltag von Melanie (Cristin König), die alleine ihren Tag über die Bühne bringt, und dabei höchstens noch durch den Besuch eines sehr seltsamen Vertreters (Abek vom Acker) abgelenkt wird, was beim Zuseher den Effekt auslöst, dass man die ganze Zeit über wartet, dass irgendetwas Schlimmes passiert.

Nicolas Wackerbarth nennt seinen Film selbst einen Thriller über einen ereignislosen Tag, und dies ist auch eine relativ treffende Beschreibung für den vorliegenden Film. Ich möchte gleich an dieser Stelle festhalten, dass es sehr unfair ist, Experimentalkino auf einer Wertungsskala einzuordnen, denn der Film ist so eigentlich nur schwer zu beschreiben. Die drei Punkte, die der Film schließlich erhält, sind in meinen Augen zwar repräsentativ für dieses Werk, aber der Reiz des Experimentalkinos kann so natürlich nicht beschrieben werden.

Denn Halbe Stunden handelt wirklich von nichts. Er zeigt nur den Alltag von Melanie, schafft es aber überraschenderweise dennoch, Stimmung aufzubauen, doch dabei ist zu beachten, dass die Resonanz wirklich ausschließlich in den Augen des Betrachters liegt. Denn der Großteil des Publikums wird sich in diesem Film ganz einfach zu Tode langweilen, doch vielleicht gibt es dennoch den einen oder anderen, den diese Art Kino anspricht und der so einmal eine ganz andere Form von Spannung erleben kann. Denn irgendwie schafft es Halbe Stunden, eine mystische Spannung auszustrahlen und das Interesse für die Hauptfigur zu wecken, sodass man sich, auch unterstützt durch das offene Ende, selbst so einige Gedanken zum Film machen kann.

Fazit:
Ich muss gleich vorweg sagen, dass es sehr unfair ist, diesen Film in eine Wertungsskala zu pressen. Denn objektiv muss man einfach festhalten, dass Halbe Stunden für den Großteil der Menschheit ein gähnend langweiliges Stück Zelluloid ist, das höchst banale Alltagssituationen aneinander reiht, und so sehr weit von einem großen Kinoerlebnis weg ist. Dennoch kann man natürlich einen Experimentalfilm nicht mit "normalem" Kino in einen Topf werfen, und jeder, der sich auf ein Experiment einlassen will, bekommt mit Halbe Stunden einen Film vorgesetzt, der, selbstverständlich nur für eine Minderheit, einen gewissen mystischen Reiz ausströmt und dank des offenen Endes auch Raum für eigene Gedanken lässt.

Wertung:
3/10 Punkte

Filmering.at
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