Gangster Squad (2013)

OT: Gangster Squad - 113 Minuten - Krimi / Drama
Gangster Squad (2013)
Kinostart: 25.01.2013
DVD-Start: 24.05.2013 - Blu-ray-Start: 24.05.2013
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Filmkritik zu Gangster Squad

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Gangster in schicken Anzügen, Los Angeles in der Hand von Verbrechern, zwielichtige Cops, die einen Flirt mit der Kriminalität eingehen um die Gangster zu Fall zu bringen - Gangster Squad erinnert in nicht wenigen Aspekten an den Film Noir, oder an ähnliche Filme wie L.A. Confidential und wurde deshalb auch lange als möglicher Oscarkandidat gehandelt. Eine Einschätzung, die recht absurd ist, wenn man den fertigen Film einmal gesehen hat - denn der neue Film von Zombieland Regisseur Ruben Fleischer, hat nichts mit einer ambitionierten Aufarbeitung des Themas am Hut, sondern bietet vor allem eines: Köstliche Unterhaltung, die zwar dazu führt, dass der Film im Reigen der “ernsthaften” Filme nichts zu suchen hat, aber das wird dem Publikum wohl ziemlich egal sein. Denn als “guilty pleasure” konsumiert macht Gangster Squad einfach sehr vieles richtig.

Los Angeles im Jahr 1949: Der aus New York kommende Gangster Mickey Cohen (Sean Penn) hat die Stadt im Sturm erobert. Seine Konkurrenten hat er vernichtet, die Cops hat er bestochen, die Politiker im Sack und es steht nichts mehr seiner totalen Kontrolle über die Stadt im Weg. Nur der unbestechliche Polizeichef Parker (Nick Nolte) hat es satt, dass seine Stadt in den Händen eines Verbrechers ist. Durch Zufall stößt er auf den engagierten, gutherzigen und ehrlichen Cop John O'Mara (Josh Brolin), den er mit einer Geheimmission beauftragt. Er soll eine kleine, schlagkräftige Truppe zusammenstellen, die außerhalb des Gesetztes operiert und Mickey Cohens Geschäfte zertrümmern soll. Also beginnt er mit der Suche nach den richtigen Kerlen, die Los Angeles wieder zurückerobern sollen...

Bereits nach der ersten Szene des Films ist klar, dass Gangster Squad keine detailierte, scharfgestellte Geschichtsrekonstruktion ist, sondern viel eher eine frei ausgelegte Adaption mit gewaltigem Comicrelief, die mehr Inglourious Basterds als L.A. Confidential ist. Die Gewalt kommt mit extremen Pegelausschlag, die Figuren sind in Klischees gedacht - und genauso handeln und sprechen sie auch, vom feuerspuckenden, wahnsinnigen Sean Penn bis zum prototypischen Helden Josh Brolin und auch die Story breitet vor allem Stereotypen aus. Aber man sollte nicht den Fehler machen Gangster Squad deshalb zu verurteilen, denn dieser Ansatz wurde durchaus bewusst gewählt und wird von Regisseur Ruben Fleischer auch mit Genuss ausgekostet.

Es scheint so als wüssten die Filmemacher ganz genau was das Publikum will und genau das serviert der Film auch. Nach der stimmigen Einführung folgt die Wahl des richtigen Teams, die Ausbildung, kleinere Scharmützel und schließlich der kleine Rückschlag, gefolgt vom großen Showdown. Gangster Squad erfindet wahrlich nichts Neues, aber was der Film macht, das macht er auch gut. Die Einzelmomente werden geschickt ausgekostet und dank des gelungenen visuellen Stils und der ausufernden Brutalität, wird man als Zuseher immer wieder gepackt und folgt dem Geschehen auf der Leinwand gebannt.

Neben der genüsslichen Inszenierung von Ruben Fleischer, sind es vor allem die Darsteller, die Gangster Squad auszeichnen. Man merkt den unterschiedlichen Akteuren richtiggehend an mit wieviel Genuss sie ihre Comic-Charaktere auf die Leinwand schmettern. Sean Penn als cholerischer, mustergültiger Mafia-Maniac ist genauso grandios wie sein fast schon beängstigend aufrichtiger Gegenpart Josh Brolin. Aber auch die Nebendarsteller, vom immer ausgezeichneten Ryan Gosling als etwas ambivalenteren Cop mit gutem Herzen, über den grimmigen Nick Nolte und der Femme Fatal Emma Stone bis hin zu Anthony Mackie, Giovanni Ribisi, Robert Patrick und Michael Peña als Komplettierung des Gangster Squads, wirkt jede Rolle perfekt besetzt und gespielt.

Es gibt eigentlich nur eines, das der Film innerhalb seines eigenen Anspruchs nicht so gut macht. Immer wieder kommt das Gespräch auf die Tatsache zurück, dass das Gangster Squad aller Grenzen übertritt und die Cops fragen sich ob sie sich überhaupt noch von den Verbrechern unterscheiden. Nur: Das wirkt im Film leider überhaupt nicht ambivalent. Innerhalb der klaren schwarz-weiß Trennung der Welt, hat man nämlich gar nicht das Gefühl, dass die Cops über die Stränge schlagen - somit bleiben die moralischen Bedenken auch nur bloße Behauptungen, die im Film nur ausgesprochen werden, aber sich beim Betrachten des Films nicht wirklich aufdrängen. Doch das ist nur eine kleine Delle innerhalb eines sehr unterhaltsamen Films: Wer auf der Suche nach einem “guilty pleasure” ist, wird mit Sicherheit seine Freude an Gangster Squad haben.

Fazit:
Um Verwirrungen vorzubeugen: Wer sich einen seriösen Crime-Noir-Thriller erwartet, der sollte schnell umdenken. Denn Gangster Squad ist viel eher Inglourious Basterds, als L.A. Confidential und fühlt sich innerhalb dieser Rolle auch sehr wohl. Zombieland Regisseur Ruben Fleischer entfesselt eine höchst unterhaltsame Gewaltorgie mit stark ausgeprägtem Comicrelief und einer klaren schwarz-weiß Trennung der Figuren. Recht viel mehr muss man über Gangster Squad auch nicht wissen: Dank grandiosen Darstellern, einer kreativen Inszenierung und einem hohen Unterhaltungswert, empfiehlt sich der Film als klassisches “guilty pleasure”, das einfach nur Spaß machen will und diesen Anspruch  auch problemlos erfüllt

Wertung:
8/10 Punkte
Filmering.at
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Ø Wertung: 7.2/10 | Kritiken: 1 | Wertungen: 25
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