Fay Grim

OT: -  118 Minuten -  Spionage / Komödie
Fay Grim
Kinostart: Unbekannt
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Fay Grim

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Kurzkritik im Rahmen der Viennale 2007:

1998 konnte sich Regisseur und Drehbuchautor Hal Hartley mit seinem Independent Streifen Henry Fool den Preis für das Beste Drehbuch bei den Filmfestspielen von Cannes sichern, und nun im Jahr 2007 folgt das daran anschließende Sequel Fay Grim. Mit seinem Streifen nähert sich Regisseur Hal Hartley der wachsenden Bedrohung durch Terrorismus, die seit dem 11. September 2001 in der Welt umgreift, auf humoristische Weise, macht dies allerdings nicht peinlich im Stile eines Postal, sondern trifft immer den richtigen Ton. Doch leider geht dem Film am Ende etwas die Luft aus.

Fay Grim (Parker Posey) ist nach der Flucht ihres geliebten Henry Fool (Thomas Jay Ryan) alleinerziehende Mutter, und muss auch damit zurecht kommen, dass ihr Bruder Simon Grim (James Urbaniak), der als Poet weltberühmt ist, wegen Beihilfe zur Flucht im Gefängnis sitzt. Doch ihre Welt steht auf dem Kopf, als plötzlich das FBI, genauer gesagt Agent Fulbright (Jeff Goldblum) vor ihrer Tür steht und behauptet, Henry wäre tot und seit Jahren ein Spion gewesen. Nun muss Fay dem FBI behilflich sein, um an die Tagebücher von Henry zu gelangen, die angeblich voll mit versteckten, brisanten Informationen sind...

Regisseur Hal Hartley war beim Screening seines Films im Rahmen der Viennale anwesend und gab dem Publikum auch gleich den Rat mit auf den Weg, dass es durchaus normal ist, dass man gewisse Teile seines Films nicht versteht, da seiner Meinung nach gerade die konfusen Szenen das Interessanteste am Spionagegenre sind. Da wohl keiner einen Film so gut kennt wie sein Regisseur, kann man nur auf dessen Statement verweisen, und so soll niemand verzweifeln, wenn er sich manchmal etwas verloren vorkommt. Denn Fay Grim gewinnt tatsächlich viel Humor aus diesen verzwickten Szenen.

Der Film lässt sich dabei in keiner Sekunde in eine Schublade stecken. Für einen ernsthaften Spionage-Thriller ist der Film natürlich viel zu komisch und überzogen, aber für das Prädikat als reine Komödie reicht es auch nicht wirklich. Doch man soll sich nicht abmühen, dieses ganz und gar besondere Werk in eine Schublade zu stecken. Bereits durch seine im wahrsten Sinne des Wortes "schräge" Kameraposition macht Fay Grim klar, dass in diesem Film alles etwas anders läuft. Es ist einfach herrlich köstlich, diesem Film bei seinen schamlosen Überzeichnungen zuzusehen und zu sehen, wie Hal Hartley es spielend schafft, die Post 09/11 Gesellschaft mit Stil aufs Korn zu nehmen.

Ein weiters Glanzstück sind die großartigen Schauspieler, unter denen sich zwei ganz besonders aufspielen. Zum einen ist dies Fay Grim-Darstellerin Parker Posey, die nicht nur sehr hübsch anzusehen ist, sondern vor allem auch mit lakonischem Witz die Sympathien auf ihrer Seite hat, und zum anderen ist dies Jeff Goldblum, der mit seiner wunderbar übertriebenen Darbietung wohl als DAS Highlight des Films zu bezeichnen ist. Dies alles würde zu einem wirklich köstlichen und amüsanten Film führen, an dem es wenig zu bemängeln gibt, wären da nicht die doch sehr stark spürbaren Durchhänger im letzten Drittel, die den Filmgenuss merklich trüben. Doch ansonsten ist der Film schon wieder so schräg und anders, dass man ihm fast eine Chance geben muss.

Fazit:
Fay Grim ist ein Film der punktet, weil er ganz einfach so erfrischend anders ist. Wie die gewöhnliche Hausfrau da in eine weltweite Spionageaffäre gerät und sich mit Stil und lakonischem Witz durchkämpft, ist einfach herrlich sympathisch. Aufgewertet wird der Film durch die großartigen Leistungen von Parker Posey und vor allem Jeff Goldblum, die den Film spürbar aufwerten und viel zum amüsanten Sehvergnügen beitragen. Doch leider geht Fay Grim am Ende merklich die Luft aus, und so verdirbt das letzte Drittel einen ansonsten durchgehend unterhaltsamen Film. Ansehen lohnt sich jedoch dennoch, alleine schon deswegen, weil Fay Grim einfach so erfrischend anders ist.

Wertung:
6/10 Punkte

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