Ruby Sparks - Meine fabelhafte Freundin (2012)

OT: Ruby Sparks - 104 Minuten - Komödie / Fantasy / Romanze
Ruby Sparks - Meine fabelhafte Freundin (2012)
Kinostart: 07.12.2012
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Ruby Sparks - Meine fabelhafte Freundin

Jeder kennt dieses Gefühl: man liest ein Buch und identifiziert sich mit dem Hauptcharakter. Meistens, weil dieser Erfahrungen schildert, die man selbst bereits durchlebt hat. Verliebt er sich also in eine Person, so denken wir an unsere Liebeserfahrung. Doch was geschieht, wenn sich der Autor selbst in die fiktive Figur verliebt, welche er erschaffen hat und diese dann plötzlich vor ihm steht? Diese Frage hat die Darstellerin Zoe Kazan (Wenn Liebe so einfach wäre, 2009) in ihrem ersten Drehbuch zum Film Ruby Sparks – Meine fabelhafte Freundin beantwortet. Damit die Figur Ruby auch nach ihren Vorstellungen porträtiert wird, ist sie zugleich in diese Rolle geschlüpft. Darüber hinaus hat das Regie-Duo Jonathan Dayton und Valerie Faris (Little Miss Sunshine, 2006) den Film in Szene gesetzt und bringt damit eine sympathische und unkonventionelle Fantasykomödie in die Kinos.

Der junge Schriftsteller Calvin (Paul Dano) steht unter Druck. Sein erster Roman ist ein Bestseller geworden und somit liegen die Erwartungen der Leser und der Medien besonders hoch. Doch aufgrund einer Schreibblockade kann er keinen vernünftigen Satz auf Papier bringen. Schließlich befolgt der Einzelgänger den Rat seines Therapeuten Dr. Rosenthal (Elliot Gould) und erschafft im Zuge dessen die junge Ruby, die seinen Hund mag. Kurz darauf steht Ruby dann vor ihm. Calvin kann seinen Augen nicht trauen und hat das Gefühl durchzudrehen. Ist Ruby real oder nur seine Einbildung? Ist das alles nur ein Traum? Um dies herauszufinden schreibt er merkwürdige Sachen über Ruby. Wechselt die junge Frau also von einer Sekunde auf die andere die Sprache so ist sie seine Schöpfung und er hat seine Traumfrau erschaffen…

Zoe Kazan hat eine lustige Ausgangssituation angefertigt. Ein Mann kann sich seine Traumfrau aus dem Leib schreiben. Wenn er will, dann liebt sie ihn über alles. Ist er genervt, so ist sie still. Passen ihm ihre Körpermaße nicht, so verändert er sie. Dies ist lustig, klingt aber auch tragisch. Die Umsetzung wurde dem angeglichen. Infolgedessen weckt der Film zu Beginn die Neugierde des Publikums mit den zahlreichen Fragen, die aufgeworfen werden. Nebenbei werden sympathische Charaktere präsentiert. Beispielsweise ist Calvin der Einzelgänger, mit dem man gerne befreundet wäre, um ihn aus seiner Situation herauszuhelfen. Harry (Chris Messina), der Bruder von Calvin, ist das genaue Gegenteil des Einzelgängers, sodass sich unterhaltsame Momente herauskristallisieren.

Das Drehbuch schreibt zudem keine Mainstreamgeschichte nach Schema F vor. Demzufolge durchquert der Held des Films eine abgeänderte Heldenreise und entwickelt sich im Verlauf dieser zum Antihelden. Gemeinsam mit Calvin entwickelt sich auch die Story in eine andere Richtung. Wer denkt, er sieht hier einen lustigen Film mit zahlreichen Lachern liegt falsch, denn aus der lustigen Ausgangssituation formt sich eine Fantasy-Romanze. Mit der Fahrt des Paares zu Calvins Eltern beginnt auch ein komplett neues Kapitel. Zwar bieten Annette Bening (Ausnahmezustand, 1998) und Antonio Banderas (Die Haut, in der ich wohne, 2011) als Calvins Eltern eine frische Abwechslung, allerdings harmonisiert dieses Filmkapitel nicht mit dem ersten Drittel. Dasselbe Gefühl vermittelt auch der nächste Abschnitt, welcher ernster ausgefallen ist und die innere Zerrissenheit des Protagonisten zur Schau stellt.

Aufgrund dessen gelingt es den Regisseuren Dayton und Faris das Interesse des Zuschauers nur partiell aufrecht zu erhalten. Trotzdem können die Charakterzeichnungen überzeugen. Der innere Zwiespalt des Protagonisten kann aus diesem Grund während der Peripetie voll und ganz nachvollzogen werden. Der Höhepunkt des Films, welcher zugleich die Moral der Geschichte offenbart, bildet zugleich einen Wendepunkt, der ein Ende bietet, welches so nicht ersichtlich ist und abschließend die Geschichte abrundet.

Fazit:
Die Little Miss Sunshine-Regisseure Jonathan Dayton und Valerie Faris haben mit der Fantasy-Romanze Ruby Sparks – Meine fabelhafte Freundin erneut ein Independent-Film in Szene gesetzt, der zu Beginn mit einer äußerst interessanten Ausgangslage überzeugt, jedoch im weiteren Verlauf ein paar Hänger vorweist. Wegen der gelungenen Figurenzeichnung und der kontinuierlich glänzenden schauspielerischen Leistung der Besetzung, ist der Film nichtsdestotrotz für Freunde von unkonventionellen romantischen Liebeskomödien empfehlenswert.
 
Wertung:
7/10 Punkte
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Erstellt: 03.01.2015