Iron Man 3 (2013)

OT: Iron Man 3 - 130 Minuten - Action / Abenteuer / SciFi
Iron Man 3 (2013)
Kinostart: 01.05.2013
DVD-Start: 04.10.2013 - Blu-ray-Start: Unbekannt
Will ich sehen
Liste
18235
Bewerten:

Filmkritik zu Iron Man 3

Von am
Iron Man gegen den Mandarin, Dr. Aldrich Killian gegen Tony Stark, Tony Stark gegen sich selbst und die Iron Man-Armee gegen Pepper Potts! Im wahrscheinlich letzten Iron Man-Film mit Robert Downey Jr. und Gwyneth Paltrow (als Pepper Potts) werden die Konfliktbeziehungen verkompliziert. Schielt etwa Regisseur und Co-Drehbuchautor Shane Black mit einem Auge zu Nolans Batman hinüber? Nicht wirklich. Glücklicherweise bleiben sich die Marvel Studios treu und produzieren zum wiederholten Male eine Zirkusvorstellung wie wir es von ihnen gewohnt sind – ein „bisschen“ anders ist es doch geworden.

Um gleich eins vorwegzunehmen: Am Ende des Abspanns ist zu lesen, dass Iron Man zurückkehren wird. Dabei ist eher von einer Fortsetzung des Filmes „Avengers“ auszugehen, als dass Robert Downey Juniors Paraderolle ausgeleiert wird bis kein Cent mehr herauszuholen ist. Es gibt gute Gründe dafür:

Iron Man 3 ist ein indirekter Nachfolger von Avengers und wie es schon in THOR lautete: „Magie ist die Wissenschaft, die wir nicht verstehen“, werden die wissenschaftlichen Superlativen mit  jedem weiteren Film aus den Avengers-Kreisen nicht weniger und die Gegenspieler verglichen zu ihren Vorgängern auffällig mächtiger. Diese Kreise werden nun so weit gezogen, dass jede übermenschliche Fähigkeit aus dem Marvel-Unversium wissenschaftlich reproduzierbar scheint. Dr. Aldrich Killians (Guy Perace) Supersoldaten sind gewiss keine Drehbucherfindung aber so manch unerfahrener Zuseher akzeptiert eher die mangelnde Logik von Superkräften die durch simple Unfälle entstanden sind als die gezüchteten Human Torch-Adaptionen (Fantastic Four).

Fähigkeiten wie Körpertemperaturen über 1000 Grad Celsius oder rasant nachbildendende Gliedmaßen sind nicht einleuchtender, wenn ihre Erschaffung fortlaufend mit Schlagwörtern aus Physik, Genetik und Chemie zu begründen versucht wird. Kurzum gesagt, in einem möglichen 4. Teil reichen keine zehn Dissertationen aus, um weitere Gegenspieler-Superlativen aus dem Bereich „wissenschaftliche Phantasterei“ zu rechtfertigen. Metaphorisch gesprochen, versteht sich. Was im Comic selbstverständlich erscheint, muss nicht zwingend auf der Leinwand funktionieren. Die Spider-Man-Trilogie ist ein gutes Beispiel dafür wie  Bösewichten durch gute Ideen mehr filmische Qualität zugesprochen wird als nach immer größerem und immer stärkerem zu suchen. Das Publikum weiß ohnehin, dass Superhelden Rückschläge erleiden aber nie scheitern. Eine Grund-Botschaft dürfte zumindest auch beim desinteressiertesten Marvelfilm-Zuseher angekommen sein: „Nur eine moralisch integer praktizierte Wissenschaft schützt uns vor dem Rückfall in die Barbarei.“

Wer sich bei THOR fragte wann Thor endlich seinen konkreten Auftritt haben wird und warum The Dark Knight Rises (ACHTUNG: DC Comics) ein Film ist, in dem Batman nur vorkommt aber kein Batman-Film ist, erlebt auch hier ähnliche Zweifel. Streckenweise wirkt Tony Starks überlange Präsenz und Iron Mans Abstinenz wie ein selbstständiges Spinn Off-Implantat im eigentlichen Iron Man Film. Shane Blacks interessanter Versuch dem Film Ambivalenz zu verleihen wird nicht jedem gefallen.

Wie so oft wird dieses Warten auf den Superhelden mit Existenzkrisen begründet, die es erst mal zu überwältigen gilt. Die sind im Marvel-Filmuniversum in der Regel ironischen Einschlags und oberflächlich skizziert. Selbst Hulk (Mark Ruffalo) wurde in den Avengers zu einem echten Kumpel der noch an seinen Aggressionsproblemen arbeitet. Ganz in dieser Tradition verhaftet geben sich Tony Starks Panikattacken mit Avengersbezug in demselben Maße recht harmlos. Denkt man an Teil 1 und 2 der Iron Man-Reihe, läuft jede  darstellerische Überreaktion von Robert Downey Jr.  seinem Charakter zuwider. In dieser Hinsicht kann psychologische Zurückhaltung auch eine Stärke sein. Es sieht danach aus, als ob nun wichtige Elemente von Starks Gefühlsspektrum in kinotauglicher Fassung abgearbeitet wurden. Weitere Experimente sind den Produzenten aus kommerziellen Sicherheitsgründen weniger zuzutrauen. Vielleicht im Re-Boot?

Insgesamt finden sich drei große Actionsequenzen, die von wahrlich epischer Größe sind. Eine davon ist das furiose Finale auf das man sich besonders freuen darf, denn die Iron Man-Armee ist gelinde formuliert eine Kriegserklärung an alle Epileptiker da draußen. Im CGI-Zeitalter sind Reizüberflutungs-Orgien nichts nennenswertes, dennoch ist die Endschlacht mit Starks Blechmännern ein Wahnsinnsspaß bei dem keine Einstellung länger dauert als um gerade noch zu begreifen was man soeben gesehen hat. Erklärte Feinde von brachialer Schnittarbeit werden die richtige Gangart nichtsdestotrotz loben müssen. Die High-Tech-Massenschlägerei mit besten Sitzplätzen, ist Fackel-Jonglage auf offenen Pulverfässern und will erst mal überboten werden.

Der Mandarin ist im Übrigen der außergewöhnlichste Bösewicht aller Marvel-Verfilmungen. So erfrischend und überraschend war kein Gegenspieler zuvor. Allerdings bekam Ben Kingsley angesichts der zweistündigen Spielzeit viel zu wenig Leinwandpräsenz. Guy Pearce als Dr. Aldrich Killian ist auf seine Art nicht weniger eindrucksvoll als Kingsley, spielte messerscharf und blieb stets stillvoll in allen destruktiven Intentionen – wunderbar! Auch hier gilt das Argument es beim 3. Teil zu belassen.

Fazit:
Das größte Kompliment ist Shane Black zu machen und wie es ihm gelungen ist, einen Superhelden-Film dieser Länge so kurzweilig wirken zu lassen. Obwohl ein paar Mängel auszumachen sind, verläuft der Film aufgrund durchdachter Dialoge, dem großartigen Spiel von Kingsley und Pearce oder der dramaturgischen Detailverliebtheit (abseits kleinerer Fehltritte) fast wie aus einem Guss.  Er ist definitiv nicht auf ganzer Linie gelungen aber ein gelungener und charakterstarker Abschluss der Iron Man Trilogie.  

Wertung:
8/10 Punkte
Filmering.at
Community
Ø Wertung: 7.4/10 | Kritiken: 2 | Wertungen: 45
10 /10
2%
9 /10
9%
8 /10
47%
7 /10
31%
6 /10
4%
5 /10
0%
4 /10
0%
3 /10
4%
2 /10
0%
1 /10
2%
Vielleicht interessiert dich auch
Iron Man 2 (2010)
Star Trek Into Darkness (2013)
Vergessene Welt: Jurassic Park (1997)
Marvel
Iron Man
Ant-Man (2015)
Star Wars Episode 3: Die Rache der Sith
The Amazing Spider-Man (2012)
Alle Empfehlungen anzeigen
Der Film ist in diesen Listen
Will ich sehen
Liste von Missdavies
Erstellt: 18.10.2015
Will ich sehen
Liste von Al
Erstellt: 25.06.2014
Will ich sehen
Liste von shane4486
Erstellt: 03.05.2014
Alle Listen anzeigen