Movie 43 (2013)

OT: Movie 43 - 90 Minuten - Komödie
Movie 43 (2013)
Kinostart: 25.01.2013
DVD-Start: 13.06.2013 - Blu-ray-Start: 13.06.2013
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Filmkritik zu Movie 43

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Movie 43 ist ein Comedy-Projekt, das aus 25 Segmenten besteht, die von insgesamt elf Regisseuren inszeniert wurden und für die sich eine ganze Palette an hochrangigen Schauspielern zur Verfügung gestellt hat. Kate Winslet, Hugh Jackman, Halle Berry, Naomi Watts, Anna Faris, Richard Gere und viele andere machen sich hier vor der Kamera zum Affen und fluchen was das Zeug hält. So hat man die Hollywoodstars noch nie gesehen und ein Hugh Jackman, dem die Hoden vom Hals hängen ist einer der wenigen Höhepunkte des Films und wahrscheinlich auch einer der besseren Sketches des Filmes.

Alles beginnt mit einem Youtubevideo: zwei Freunde versuchen sich als menschliches Dartspiel. Dabei steckt sich einer einen Pfeil in den Mund und der andere wirft ihm die Dartscheibe ins Gesicht. Hier macht sich der kuriose Humor des Films bereits bemerkbar und in dieser Anfangsszene wird eins klar: nicht alle absurden Ideen sind automatisch lustig. Auch Übertreibung und politische Unkorrektheit amüsiert nicht automatisch und wird einem tiefgründigeren schwarzen Humor nicht gerecht. Vulgarität, sexuelle Freizügigkeit, Rassismus, Sexismus, gar Inzest bzw. Kindesmissbrauch werden völlig ad Absurdum geführt - an sich nichts Schlechtes, doch hier geht die Rechnung nicht auf. Denn der Film verfolgt nur den einen Selbstzweck, Tabus und vornehmliche Grenzen (die eigentlich schon längst keine mehr sind) bis zur Surrealität auszureizen.

Movie 43 wirft zu keinem Zeitpunkt eine kritische Sichtweise zu dem auf, was er zeigt. Fragen zu ethisch-moralischen Konflikten, die er thematisiert, wie sexueller Norm und Abweichung, Verdinglichung der Frau oder zum Alltagsrassismus, werden nicht aufgeworfen. Vielmehr scheint es, dass schlechte Erziehung, Sexismus in der Werbung verlacht und belächelt werden. Durch die übertriebene und surreale Aufmachung der Situationen, die so im Alltag nicht auftreten, wird ein Bezug zur Wirklichkeit obsolet.

Die Witze sind zwar gut verpackt und durch prominente Schauspieler gut vertreten, doch gehen die Lacher oft auf Kosten der Schwächeren in der Gesellschaft (Frauen, Minderheiten). Was hat es zum Beispiel auf sich, wenn vom Holocaust beiläufig als von „der Sache da, sie wissen schon“ die in Europa geschehen ist, spricht? Dies passt weder zur Figur, die dies einfach so dahersagt, noch ist die Aussage irgendwie motiviert und wird im Folgenden auch nicht weiter erörtert. Die Aussage ist schlichtweg bescheuert und wird im Folgenden einfach unter den Tisch gekehrt.

Vorab wurde dem Film eine nie zuvor dagewesene Art von Humor und Tabubruch zugesprochen, allerdings trifft dies keineswegs zu und wenn dann allenfalls für ein Mainstreampublikum. Ein Vergleich zu Scary Movie drängt sich auf, für den Anna Faris - in Movie 43 spielt sie die junge Frau, die sich von ihrem Freund wünscht, dass er seinen Darm auf ihr entleert - maßgeblich bekannt ist. Die Scary Movie-Filme, die sich zur Aufgabe machen, Horrorfilme zu parodieren, haben erstaunlich viel mit Movie 43 gemeinsam: auch sie stellen das Ekelerregende aus, um es zu verlachen. In beiden Fällen funktioniert dies nur bedingt und nur für ein spezielles, kulturell stark geprägtes Publikum, um es vorsichtig zu sagen: für ein junges (um nicht zu sagen pubertäres) Hollywood- überfüttertes amerikanisches Kinopublikum. Es scheint hier nur um den Tabubruch an sich zu gehen, vergleichbar mit der Tendenz im Horrorfilm immer noch ekelerregendere und noch grausamere Hinrichtungen zu inszenieren. Bei Filmen wie Movie 43 geht es nur darum eine politisch unkorrekte oder anstößige Anekdote an die andere zu reihen. Auch von Zuseherseite wird diese Steigerung bis ins Absurde unterstützt und zu einem Wettkampf zwischen denen, die solche Filme verkraften und gutheißen und jenen anderen, die mit erhobenem Zeigefinger für den guten Geschmack polemisieren.

Die Episoden des Filmes werden nur dürftig durch eine inkonsistente Rahmenhandlung zusammengehalten. Wie bereits erwähnt stellen zwei Teenager ein Video auf Youtube, durch den kleinen Bruder sabotiert beschließen sie ihm einen Streich zu spielen und erzählen ihm von einem verbotenen Film Namens „Movie 43“, der so unglaublich sein soll, dass ein Mann, nachdem er den Film gesehen hatte, ein ganzes Kloster voller Nonnen vergewaltigt haben soll. Das wirklich Besondere an dem Film ist und bleibt wohl wirklich der Schauspielstab. Ob der Film sein Publikum gut unterhält und ob die Lacher tatsächlich zum Brüllen komisch sind, sei dahin gestellt und ist wohl vom Publikum abhängig- immerhin ist Humor Geschmackssache.

Fazit:
Als Versuch eine neue Art von Komödie zu schaffen mit großem Budget und A- Prominenz mag die Idee wohl aufs Erste spannend klingen und auch einiges an Potential versprechen, Movie 43 scheitert aber auf fast allen Ebenen. Die einzelnen Episoden lassen sich nicht zusammenzufügen und sind höchstens als Sketches in einer Comedyshow geeignet. Wahllos durch eine schlechte Rahmenhandlung aneinandergefügt, wie sie nun mal leider zu sehen sind in diesem Film, sind sie völlig überfrachtet und nach der Hälfte des Filmes hat man eigentlich auch schon genug von dem Ganzen Klamauk. Movie 43 ist eine oberflächliche Unterhaltungskomödie, die man nicht wirklich ernst nehmen kann. Glanz bekommt der Film nur durch SchauspielerInnen wie Kate Winslet, die hier in einer der besten Szenen des Films beim Date mit Hugh Jackman nahe dran ist sich zu übergeben, wenn ihr Hugh Jackman etwas tollpatschig seine in Suppe getauchten am Hals hängenden Testikel ins Gesicht klatscht.

Wertung:
6/10 Punkte
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