Schwerter des Königs

OT: -  127 Minuten -  Fantasy
Schwerter des Königs
Kinostart: 30.11.2007
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Schwerter des Königs

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Man muss es einfach bei jeder Einführung zu einem seiner Film erwähnen: Dr. Uwe Boll hat den Ruf als einer der schlechtesten Filmemacher unserer Zeit. Dennoch schafft er es immer wieder, seine Projekte zu finanzieren, und dank zugkräftiger Lizenzen (seine unzähligen Videospieladaptionen) oder kontroverser Themen (siehe Postal), gespickt mit zahlreichen großen Namen, das Publikum in das Kino zu locken. Sein neuester Streich Schwerter des Königs ist mit der Lizenz zum beliebten Computerspiel Dungeon Siege ausgestattet und liefert ein bemerkenswertes Staraufgebot. Auch der Trailer wirkt noch nicht so schlimm, wie man es von einem Boll erwartet, aber Grund für gute Laune ist dennoch nicht gegeben: Denn Bolls Handschrift ist einfach unverkennbar.

Herzog Fallow (Matthew Lillard) hat einfach keine Lust, auf den natürlichen Tod des Königs Konreid (Burt Reynolds) zu warten, welcher ihn auf den Thron befördern würde, und deshalb verbündet er sich mit dem bösen Magier Gallian (Ray Liotta), welcher sich selbst zu König der Krugs erhebt, und das an sich harmlose Volk zu geschickten Kämpfern werden lässt. Unter dem Befehl von Gallian plündern die Krugs das Land und erreichen schließlich auch das Dorf von Farmer (Jason Statham), töten dort seinen Sohn und entführen seine Frau Solana (Claire Forlani). Mit seinem Schwager Bastian (Will Sanderson) und seinem Freund Norick (Ron Perlman) zieht er los, um seine Frau zu retten...

Die große Überraschung bei Schwerter des Königs ist, dass der Film zu Beginn tatsächlich ein bisschen Abenteuerfeeling aufkommen lässt. Zwar spielt sich dies auf qualitativ sehr minderwertiger Ebene ab und die Geschichte rund um Farmer erinnert etwas an Braveheart, aber es entsteht doch der Eindruck, dass man im Folgenden ein unterhaltsames B-Movie mit hohem Trashfaktor sehen könnte. Genretypisch wird dem Helden zunächst ein Grund gegeben, sein behütetes Zuhause zu verlassen, er schart seine Gefährten um sich und zieht schließlich los.

Dabei ist allerdings zu erwähnen, dass ich persönlich ein großer Fantasyfan bin und deshalb meinen Gefallen an der klischeehaften Ausgangslage fand, doch sobald dieser Abschnitt abgeschlossen wurde, gibt es nicht mehr viel zu lachen. Es folgt eigentlich eine Phase, die ca. 1,5 Stunden andauert, in der dramaturgisch einfach nichts los ist. Das große Problem ist, dass Uwe Boll nicht inszenieren kann, und so verkommen die Actionszenen, auf die er sich im Folgenden verlässt, zu belanglosen Scharmützeln, und da sie absolut keine erfrischenden Ideen besitzen, schleicht sich gähnende Langeweile in den Film.

Vom Optischen her hat man sich für Schwerter des Königs nicht wirklich viel einfallen lassen. Die Aufmachung ist dermaßen offensichtlich von Der Herr der Ringe gestohlen, dass es schon förmlich weh tut. Doch nicht nur der Wald, der verdächtig an die Ankunft in Lothlorien erinnert, sondern auch die Festung des Magiers Gallian, Chrystwind, die man auch einfach Mordor nennen könnte, oder die Gestaltung der bösen Krugs, die aussehen wie Orks ohne vernünftiges Make-up, und die stattdessen mit billigen Gummimasken ausgestattet werden, sind eigentlich eine Frechheit.

Inszenatorisch operiert Boll auf gewohntem Niveau. Er schafft es nicht, seinen Film im Fluss zu halten, sondern holpert sich durch die Geschichte. Durchzogen von Anschlussfehlern und schlecht gemachter Action hebt sich Schwerter des Königs nicht maßgeblich von einem 08/15 Trashfilm ab, nur diese Werke haben in den meisten Fällen kein 60 Millionen Dollar-Budget zur Verfügung. Die Musik ist ein peinliches Gedudel, sodass in keiner Sekunde Stimmung aufkommt, und auch das Drehbuch ist nicht mehr als B-Movie Standardkost. Die Dialoge schließlich sind das Sahnehäubchen, die den Film endgültig in eine Peinlichkeit driften lassen.

Es ist wirklich bemerkenswert, wie es Uwe Boll immer wieder schafft, so namhafte Darsteller für seinen Film aufzutreiben. Mittlerweile sollte doch jeder wissen, dass selbst großartige Schauspieler unter der Führung von Boll wie absolute Dilettanten wirken. In Schwerter des Königs ist es lediglich Jason Statham, der zumindest durch sein Charisma überzeugt, wenn er schon sonst absolut führungslos durch den Film irrt. Die anderen Schauspieler können einem schon fast Leid tun: Denn wie man es schafft, einen talentierten Charakterdarsteller wie Ray Liotta auf derart peinlichem Niveau agieren zu lassen, ist mir ein Rätsel. Zur Verteidigung der Darsteller: Sie können nichts dafür, denn unter Bolls Regie hat noch keiner gut gespielt.

Fazit:
Schwerter des Königs ist soetwas wie der peinliche B-Movie-Bruder von Der Herr der Ringe, doch was dem Zuseher den Spaß an diesem trashigen Film raubt, ist, dass der Film nicht nur ein 60 Millionen Dollar-Budget, sondern auch eine talentierte Darstellerriege zur Verfügung hatte, was man von einem Trashfilm normalerweise nicht behaupten kann. Uwe Boll kreiert ein unausgegorenes Stückwerk, das zwar zu Beginn noch auf kurzweilige B-Movie Unterhaltung hoffen lässt, aber schließlich durch seine Laufzeit von 127 Minuten in gähnender Langeweile endet. Lediglich einige unfreiwillig komische Szenen, die den Zuseher aus dem Halbschlaf reißen, sorgen zumindest machnchmal für Lacher, aber mehr ist an diesem Film nicht dran. Richtig traurig ist allerdings, mitansehen zu müssen, wie sich die an sich guten Darsteller unter der Führung von Boll bis auf die Knochen blamieren.

Wertung:
3/10 Punkte

Filmering.at
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Ø Wertung: 5.4/10 | Kritiken: 1 | Wertungen: 9
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