Neighboring Sounds (2012)

OT: O som ao redor - 131 Minuten - Drama / Thriller
Neighboring Sounds (2012)
Kinostart: Unbekannt
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Neighboring Sounds

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In Neighboring Sounds (O Som oa Redor) persifliert Regisseur Kleber Mendonça Filho das Leben in einem kleinen Wohnviertel inmitten der brasilianischen Millionenstadt Recife. Das Resultat ist eine amüsante Aneinanderreihung skurriler Alltagsgeschichten im Stile Robert Altmanns voll vielfältiger Charaktere und gespickt mit sarkastischer Sozialkritik.

In vier zusammenhängenden Kapiteln erzählt Kleber Mendonça Filho vom Zusammenleben einer kleinen Nachbarschaft in einer brasilianischen Großstadt. Einst ein kleines ländliches Vorstadtgebiet ist die Siedlung zu einer beeindruckenden Wohnstraße angewachsen. Der Individualität der Bewohner hat dies keinen Abbruch getan. Francisco (W.J. Solha) ist der Patriarch des Viertels, dessen Familie seit Generationen den Großteil der Häuser verwaltet. Sein Neffe João (Gustavo Jahn) ist sein würdiger Nachfolger, sein Neffe Dinho (Yuri Holanda), ein tolerierter Autodieb. Und Bia (Maeve Jinkings), Mutter und unbefriedigte Hausfrau, führt eine nicht enden wollende Fehde gegen ihre Schwester und deren bellenden Wachhund. Überwacht wird das ganze Geschehen von Clodoaldo (Irandhir Santos) und seinen beiden Kumpanen, die bewaffnet mit Mobiltelefonen den Kampf gegen potentielle Unruhestifter angesagt haben.

Die einzelnen Episoden sind ineinander verquickt und bestechen durch einen subtilen Humor, der sich aus den zwischenmenschlichen Beziehungen der individuellen Charaktere ergibt. Jeder einzelne Charakter erlebt sein eigenes skurriles Schicksal und doch sind sie alle miteinander verknüpft. Von Anfang an lässt sich eine tragische Kollision der Ereignisse erahnen. Kurz vorbei huschende Personen, verstörende Traumsequenzen und Rückblenden in die Vergangenheit brechen die einzelnen Anekdoten auf, erzeugen eine gewisse Spannung die am Ende des Films kulminiert.

Unterstützt wird die Dramaturgie des Films durch die exzessive Inszenierung der städtischen Architektur. Man lebt wie man wohnt und einmal mehr reflektiert Architektur die sozialen Unterschiede der Menschen. Dienstboten dürfen sich nur in gewissen Bereichen bewegen. Spielende Kinder können ihren Ball nur von außen gegen die hohen Wände der Grundstücksgrenzen treten. Die urbane Struktur der Stadt spiegelt die Hierarchie der darin lebenden Menschen wieder. Alte Einfamilienhäuser werden durch hohe moderne Plattenbauten ersetzt und dazwischen sorgt eine privates Security Team für Zucht und Ordnung.

Neighboring Sounds ist ein Kaleidoskop der gegenwärtigen Mittelschicht Brasiliens. Abgeschottet von ihrer Umwelt leben die Menschen in kleinen Festungen, in ständiger Angst vor äußeren Einflüssen und dem Neid ihrer Nachbarn. Doch selbst Überwachungskameras und hohe Zäune können sie nicht vor dem Lärm ihrer Nachbarn schützen.

Fazit:
In einer beliebigen Wohnstraße in der brasilianischen Millionenstadt Recife haben sich die unterschiedlichsten Charaktere zusammen gerottet und leben in scheinbarer Eintracht. Doch wo sich Menschen häufen zeigen sich auch Gegensätzlichkeiten und Irritationen. Regisseur Kleber Mendonça Filho erzählt von ihnen und noch von viel mehr. Mit bissigem Humor portraitiert der Regisseur das Alltagsleben der gegenwärtigen Mittelschicht Brasiliens, die unausweichlich auf einen zwischenmenschliche Katastrophe zusteuert.

Wertung:
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