Der Trauerwald (Mogari no mori)

OT: -  97 Minuten -  Drama
Der Trauerwald (Mogari no mori)
Kinostart: Unbekannt
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Filmkritik zu Der Trauerwald (Mogari no mori)

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Kurzkritik im Rahmen der Viennale 2007:

Als erstes möchte ich die Leser darauf hinweisen, dass nicht alle Viennale-Kritiken so umfangreich werden, wie man es sonst gewohnt ist. Der Grund dafür ist, dass dies zeitlich ganz einfach nicht möglich ist im stressigen Festivalbetrieb, aber vielleicht wird dieser Ansatz beim Schreiben auch gleich wieder verworfen, und ich kann mich nicht zurückhalten und muss doch mehr zu einem Film schreiben. Ich will nur an dieser Stelle gesagt haben, dass sicher nicht alle Viennale-Kritiken so umfangreich wie gewohnt sein werden. Ich bitte um euer Verständnis!

Der Trauerwald (ET: The Mourning Forrest, OT: Mogari no mori) war also der Film, der die diesjährige Viennale für mich eingeläutet hat, natürlich abgesehen von den Pressevorführungen, und war aus meiner Sicht insofern ein Pflichttermin, da der Film in diesem Jahr den Großen Preis der Jury in Cannes gewonnen hat, und so auf sich aufmerksam machte. Was als erstes auffällt, sind die wirklich wunderschönen Bilder, in denen man sich des öfteren verliert, aber diese sind eben nicht ausreichend, um dem Zuseher über 97 Minuten Langeweile hinweg zu helfen.

Der Trauerwald ist die Geschichte einer Beziehung, aber nicht in der Art, wie man sie ständig in Form einer Romanze zu sehen bekommte, sondern in Form einer platonischen, freundschaftlichen Beziehung. Shigeki (Shigeki Uda) lebt in einem Altersheim und ist in Trauer um seine verstorbene Frau. Machiko (Machiko Ono) arbeitet in diesem Heim und versucht sich liebevoll um Shigeki zu kümmern, doch auch sie ist in Trauer, nachdem sie ihren Ehemann und ihr Kind bei einem Unfall verloren hat. An Shigekis Geburtstag will sie ihm eine Freude machen, und nimmt ihn mit auf einen Ausflug, doch nachdem sie mit dem Auto stecken bleiben, müssen sie zu Fuß weiter und verirren sich schließlich im Wald...

Der Trauerwald spielt in der wunderschönen, abgeschiedenen Landschaft rund um Nara, einem Ort, der rund eine halbe Stunde von Osaka entfernt ist. Diese Umgebung war wohl auf doppelte Weise hilfreich für den Film, denn auf der einen Seite symbolisiert diese Abgeschiedenheit noch zusätzlich die Vereinsamung, unter der die beiden Hauptfiguren leiden, und auf der anderen Seite bietet dieser Landstrich einfach atemberaubend schöne Bilder, wobei die Landschaft nicht zur bloßen Hintergrundkulisse degradiert wird, sondern eine nicht wegzudenkende Bestimmung in der Geschichte einnimmt.

Bereits die Einführung der Charaktere ist in sehr schönen Bildern gehalten, und besonders das Versteckspiel zwischen Shigeki und Machiko, das zuerst mit sehr nahen Einstellungen beginnt, wobei sich die Kamera dann langsam immer weiter zurückzieht, um das Geschehen aus einer wachsenden Distanz zu betrachten, ist, unterstützt durch die umwerfenden Landschaftsaufnahmen, einfach atemberaubend schön. Richtig lyrisch und poetisch werden die Bilder dann allerdings erst, wenn sich die beiden Hauptfiguren im Wald verirren, und Regisseurin Naomi Kawase sehr auf Symbolik und eine gewisse spirituelle Atmosphäre Wert legt.

Die beiden Hauptdarsteller, die im Film übrigens ihre wirklichen Namen verwenden, um sich besser in die Rolle hineinzuversetzen, liefern dabei zwar keine wirklich überragende, aber eine grundsolide Leistung. Doch leider ist dies einfach nicht genug, um den Film weiterempfehlen zu können. Die Bilder sind wirklich ausdruckstark,und wunderschön, doch wem nutzt dies, wenn der Film nur so vor sich herplätschert und nie fesselnd ist. Ich habe nichts gegen ruhige Filme im Allgemeinen, aber wenn es so langatmig wie hier ist, dann wird es auch mir zu viel. Allerdings sei erwähnt, dass ich nie richtig in den Film gefunden haben, und so kann man dem Film durchaus eine Chance geben, denn die primären Vorzeichen stimmen ja.

Fazit:
Der Trauerwald verfügt wirklich über außerordentlich schöne Bilder, die in ihrer lyrischen und poetischen Kraft einmalig sind, und die auch lange in Erinnerung bleiben. Dennoch habe ich nie in die Geschiche gefunden und musste doch sehr stark aufkeimende Langeweile feststellen. Eine Chance geben kann man diesem Film allerdings dennoch, denn die Vorzeichen stimmen, und somit können alle, die an ruhigen, bedächtigen Filmen ihre Freude haben, auch hier einen Blick riskieren, denn vielleicht findet so mancher doch besser in den Film als ich. Anhänger des Mainstreamkinos sollten sich allerdings von diesem Film fern halten.

Wertung:
5/10 Punkte

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