Hitchcock (2012)

OT: Hitchcock - 98 Minuten - Biographie / Drama
Hitchcock (2012)
Kinostart: 15.03.2013
DVD-Start: 12.07.2013 - Blu-ray-Start: 12.07.2013
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Filmkritik zu Hitchcock

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Zählt man den Dokumentarfilm von 2008 über eine kanadische Metal-Band nicht mit, feiert Sacha Gervasi mit Hitchcock seine Premiere als Regisseur. Dabei könnte man meinen, dass er sich nicht allzu sehr von seinem bisherigen Genre entfernt hat. Schließlich haben Filmbiografien durchaus eine dokumentarische Grundlage. Glücklicherweise ließ Gervasi sich nicht dazu verleiten 90 Minuten lang das Leben und Wirken von Alfred Hitchcock herunter zu beten. Stattdessen rückt er den Entstehungsprozess seines Meisterwerks Psycho in den Vordergrund und behandelt die Liebesgeschichte zweier Filmschaffenden zur Kunst und zu einander.

Hitchcock erzählt von der engen künstlerischen Zusammenarbeit zwischen Alfred Hitchcock (Anthony Hopkins) und seiner Frau Alma (Helen Mirren). Als Hitchcock das Buch Psycho in die Hände fällt, ist er überzeugt, einen grandiosen Filmstoff gefunden zu haben. Die Filmstudios zweifeln jedoch an seinem neuen Projekt und verweigern die Finanzierung. Mit der Unterstützung seiner Frau beschließt Hitchcock den Film aus eigener Tasche zu bezahlen und beginnt mit den Dreharbeiten, die sich bald als mörderisch schwierig erweisen.
 
Hinter jedem erfolgreichen Mann steht immer eine starke Frau. So oder so ähnlich könnte man die Beziehung zwischen Alfred und Alma wohl beschreiben. Alma war zudem die einzige Person, die Mitspracherecht bei der Entstehung von Hitchcocks Projekten hatte. Doch es herrschte nicht immer Friede Freude Eierkuchen. Hitch, wie er sich selbst gerne nannte, warf einen großen Schatten, aus dem Alma nur schwer heraus treten konnte. Sein Schatten wird im Film stets als wiederkehrendes Motiv verwendet. Die allseits bekannte Hitchcock- Silhouette, die immer wieder den Eindruck erweckt als würde der „Master himself“ in seiner eigenen Biografie einen seiner berühmten Cameo-Auftritte hinlegen.

Doch hinter der Größe und dem Genie Hitchcock steht ein Mann, der von Selbstzweifeln geplagt ist. Ein großes Kompliment muss hier an Anthony Hopkins ausgesprochen werden. Er überzeugt sein Publikum mit der Darstellung eines Mannes, der nach außen hin Stärke und Standhaftigkeit beweist. Denn in einer Zeit, in der konservative Moralvorstellungen herrschen, findet Hitch seine Herausforderung darin, den größten Horrorklassiker aller Zeiten zu drehen. Im Inneren jedoch sieht es freilich anders aus. Von Unsicherheiten geplagt sucht er Halt bei seiner Frau. Mirren beweist sich hier als perfekter Konterpart. Sie erträgt die Schwächen ihres Filmehemannes, agiert fast mütterlich ohne dabei selbst je unterwürfig oder gar kleinlaut aufzutreten und ist damit klar die heimliche Hauptfigur.

Obwohl auch die Rollen der Janet Leigh (Scarlett Johansson) und Vera Miles (Jessica Biel) prominent besetzt sind, sind es gar nicht so sehr die Darsteller selbst, die hier die tragende Rolle spielen. Tiefer gehende Charakterzeichnungen sind hier nicht zu finden. Vielmehr ist es die Vielzahl an Details, die das Gesamte als Kunstwerk erscheinen lassen. Ganz nach Hitchcock-Manier geht es nicht um die Story selbst, sondern darum, wie sie erzählt wird. Schön anzusehen sind zum Beispiel Hitchcocks unentwegte Ambitionen das Normale mit dem Fantastischen zu verbinden, zu beobachten, wie er selbst in seine eigenen dunklen Fantasien eintaucht.  

Natürlich ist allseits bekannt, dass Psycho schon bei seiner Premiere große Erfolge erzielte, dennoch folgt man als Zuseher gespannt dem Entstehungsprozess. Bis heute dirigiert Hitch die Angstschreie seines Publikums. So, wie es nur einer kann: der Master of Suspense. Das Original.

Fazit:
Gervasi hat Mut bewiesen als Regieneuling eine Biografie zu drehen, die von einem der größten Regisseure erzählt. Doch mit zwei talentierten Oscar-Preisträgern hatte er beachtenswerte Unterstützung. Anthony Hopkins zeigt einen Hitchcock, der mitreißt, berührt und amüsiert. Hitchcock trifft vielleicht nicht alle Geschmäcker, da jeder wohl seine eigenen Vorstellungen und Erwartungen über das Genie mitbringt. Dennoch ist der Film gut gelungen und daher auch für nicht Hitchcock-Kenner einen Blick wert.

Wertung:  
8/10 Punkte
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