Warm Bodies (2013)

OT: Warm Bodies - 98 Minuten - Drama / Horror / Romanze
Warm Bodies (2013)
Kinostart: 22.02.2013
DVD-Start: 11.07.2013 - Blu-ray-Start: 11.07.2013
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Filmkritik zu Warm Bodies

Der Zombiefilm hat bisher eine postapokalyptische Situation präsentiert in der die Untoten nur noch ein Ziel vor Augen haben: alle Überlebenden zu töten. Ihr Spürsinn ist auf lebendiges, menschliches Fleisch ausgelegt, sodass sie stets ihre Beute finden und verspeisen können. Die bekanntesten Vertreter sind hier Night of the Living Dead (1968), Dawn of the Dead (1978) und Land of the Dead (1970). Diese Filme prägten das Genre und legten zugleich die Grenzen fest, die bis dato auch nicht durchbrochen wurden, bis Summit Entertainment, das Filmstudio, das uns die Twilight-Saga brachte, den Roman Warm Bodies des Autors Isaac Marion verfilmen lies.

Demzufolge wurden zwei Genres, die romantische Liebeskomödie und der Zombiefilm, zusammengelegt und dabei ist ein Film herausgekommen, der Elemente der Twilight–Saga vorweist, jedoch das Publikum der Vampir-Reihe größtenteils abschrecken wird. Darüber hinaus werden die Anhänger der oben aufgezählten Zombiefilme auch keine große Freude an diesem Film haben, da die Gewaltszenen sehr auf Kosten der Liebesgeschichte entschärft wurden. Infolgedessen stellt sich die Frage welche Zielgruppe Warm Bodies ansprechen möchte.

Der Zombie R (Nicholas Hoult) lebt ein monotones Leben. Er befindet sich auf der Suche nach noch lebendigen Menschen, dessen Gehirne er verspeist, sodass deren Erinnerungen zu seinen Erinnerungen werden. Demnach wird er kontinuierlich an das Leben erinnert, das er einst führte. Ist er mal nicht hungrig, redet er mit seinem Zombie-Freund M (Rob Corddry). Das Gespräch wird mit unterschiedlichen Stöhnlauten vorangetrieben bis einer das Handtuch wirft und weiterzieht. Eines Tages erhält Rs Zombieleben erneut einen Sinn. Nachdem er das Gehirn des jungen Mannes Perry (David Franco) gefressen hat, schießen ihm seine Erinnerungen ins Gehirn. R sieht zärtliche Momente, die Perry mit seiner Freundin Julie (Teresa Palmer) durchlebt hat. Aufgrund dessen verschont er Julie und führt sie in ein verlassenes Flugzeug. R erkennt, dass er Gefühle für sie entwickelt. Sein Herz beginnt wieder zu schlagen…   

R ist also ein Untoter, der sich in eine junge Frau verliebt. Beim Lesen dieses Satzes sollten die Alarmglocken läuten. Diese Liebesgeschichte hat bereits Stephanie Meyer mit den Figuren Bella und Edward präsentiert und dabei Millionen Menschen in ihren Bann gezogen. Es muss zwar gesagt werden, dass Warm Bodies nicht die Position der Twilight Saga einnehmen möchte, trotzdem erinnert der Film an die Vampir-Reihe. Ferner weist Teresa Palmer, die Hauptdarstellerin der romantischen Zombie-Komödie, eine gewisse Ähnlichkeit mit Kristen Stewart vor. Ihre eingeschränkte Gesichtsmimik sowie ihre Gesichtszüge erinnern an die junge Twilight-Darstellerin. Um den direkten Vergleich jedoch zu vermeiden, trägt Teresa Palmer ihre Haare blond. Auch die Story verläuft anders. Es scheint also, als ob die Teenager dadurch auf den Film aufmerksam gemacht werden sollen.    

Wie bereits angedeutet, ist die Romanze auch die Schwachstelle des Films, denn im Endeffekt kann nicht nachvollzogen werden, weshalb sich Julie in R verliebt, der kurz davor in ihrer Anwesenheit das Gehirn ihres Freundes gefressen hat. Aus diesem Grund funktionieren die Szenen zwischen Palmer und Hoult nicht auf romantischer Ebene. Dahingegen überzeugen die komödiantischen Szenen zwischen ihnen umso mehr. Beispielsweise bleibt die Szene im Gedächtnis, in der R Julie lehrt wie ein Zombie zu gehen. Zugleich erinnert diese Szene an die Zombie-Komödie Shaun of the Dead (2004) von Edgar Wright.

Des Weiteren hat der Regisseur Jonathan Levine (50/50 – Freunde fürs (Über)leben, 2011) den Freunden des Zombiefilms keinen gefallen gemacht. Die Gewaltszenen wurden nämlich komplett entschärft. Keine Eingeweide hängen heraus und Blut muss zuerst im Film vom Zuschauer gesucht werden. Dennoch bietet Warm Bodies mit knochigen Kreaturen und gefressener Gehirnmasse kleine Schmankerl für die klassischen Zombiefans. Bemerkenswert ist auch, dass der Film das Element des postapokalyptischen Films aufgreift, welches gezielt eingesetzt wird, um bestimmte Assoziationen beim Betrachter auszulösen. Beispielsweise findet der Charakter Tallahassee (Woody Harrelson) in Ruben Fleischers Zombieland ganz viele Twinkies. Dies verweist auf die noch lebendige Welt vor der Apokalypse und löst auch ähnliche Gedanken beim Zuschauer aus. In Warm Bodies sind es die Zombies, die auf romantische Plakate blicken und dadurch an die Liebe erinnert werden. Der Film ist somit selbstreflexiv und stellt in diesem Augenblick den Zombie mit dem Menschen gleich, ermöglicht damit die Rückkehr der Metamorphose, sodass der Zombie letztendlich wieder zum Menschen werden kann.

Fazit:
Warm Bodies, der neue Film des Regisseurs Jonathan Levine, versucht die Gattungen Romantic Comedy und Zombiefilm zu vereinen und demnach ein neues Filmgenre zu entwickeln. Das Ganze stellt sich letztendlich als netter Versuch heraus. Das größte Problem des Films ist, dass es schwer sein wird ein Publikum für diese merkwürdige Kombination zu finden, denn für eine romantische Zombiekomödie ist der Film erstens zu sanft in seiner Gewaltdarstellung und zweitens nicht romantisch genug. Dagegen funktionieren die komödiantischen Szenen sehr gut. Wer also neugierig ist wie ein Meeting zwischen Zombie und Liebe ausgehen wird, der kann einen Blick riskieren, sollte allerdings nicht zu viel erwarten.

Wertung:
6/10 Punkte
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