Die Croods (2013)

OT: The Croods - 98 Minuten - Zeichentrick / Abenteuer / Komödie / Familie
Die Croods (2013)
Kinostart: 21.03.2013
DVD-Start: 31.12.2013 - Blu-ray-Start: 31.12.2013
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Filmkritik zu Die Croods

Nach der Shrek-Tetralogie brachte Dreamworks 2011 das Spin-Off Der gestiefelte Kater in die Kinos. Statt Märchenparodien bot der Animationsfilm zahlreiche Zitate aus verschiedenen Filmen. Der gestiefelte Kater lehnte sich an vielen Erfolgsproduktionen an und zitierte damit beispielsweise aus Avatar – Aufbruch nach Pandora (2009), Fight Club (1999), Kung Fu Panda 2 (2011), Aristocats (1970) uvm. Das Problem dabei war, dass diese Zitate lieblos in die Filmhandlung integriert wurden und demnach am Ende ein Zitatmanifest hervorkam, das einen bitteren Nachgeschmack hinterließ. Allerdings eignete sich der Animationsfilm hervorragend für Kinder und Erwachsene die einen kurzweiligen Film sehen wollten - erfüllte hier auch seinen Zweck. Ähnlich sieht es nun bei der neuen Dreamworks-Produktion Die Croods aus.

Die Croods leben in einer längst vergangenen Zeit. Die Familie verbringt fast den ganzen Tag in der Höhle und hat deshalb auch große Naturgefahren überlebt. Der Vater Grug (Originalstimme Nicolas Cage; deutsche Stimme: Uwe Ochsenknecht) ist übervorsichtig und weist alles ab, was neu und riskant aussieht. Dagegen ist seine Tochter Eep (Originalstimme: Emma Stone; dt. Stimme: Janine Reinchard) mit dieser Lebensart nicht einverstanden. Sie hat die Macken ihres Vaters satt und möchte ein abenteurliches Leben führen. Deshalb verlässt sie in der Nacht vorsichtig die Höhle und trifft während ihres Ausflugs auf Guy (Ryan Reynolds; dt. Stimme: Kostja Ullmann), der das genau Gegenteil ihres Vaters ist…

Neben den drei eben vorgestellten Charakteren ist auch die Großmutter der Familie von Belang, denn sie erinnert stark an Sids Oma aus Ice Age 4 – Voll verschoben. So wie Sid in Ice Age seine Großmutter loswerden möchte, genau so kann Grug die älteste Frau in der Familie nicht ausstehen und lässt sich demnach keine Gelegenheit entgehen, um diese zu beseitigen. Daraus entstehen zu Beginn gelungene Lacher, mit der Zeit wirkt der Gag aber ausgelutscht und überstrapaziert. Ausgelutscht wirkt auch der Handlungsstrang, welcher sich um den Weltuntergang dreht. Nach zahlreichen Weltuntergangsfilmen in den vergangenen Jahren, beispielsweise 2012 (2009), 4:44 Last Day On Earth (2011) und Auf der Suche nach einem Freund fürs Ende der Welt (2012) ist dieses Thema bereits oft genug im Kino durchgekaut worden. Demzufolge ist dieser Handlungsstrang, der in der ersten Filmhälfte angerissen wird, nervig, selbst wenn das Ganze nett gemeint ist.

Darüber hinaus läuten beim Betrachten der weiblichen Hauptfigur die Alarmglocken. Eep ist eine junge Frau, die nach Emanzipation strebt. Sie hat rotes, lockiges Haar, ist körperlich fit, hat einen starken Willen und möchte gegen die Eltern rebellieren. Hier muss man gar nicht weit denken, um auf Merida –Legende der Highlands (2012) zu kommen. Natürlich handelt es sich bei dieser Figur, egal ob Merida oder Eep, um eine Identifikationsfigur für Kinder und Teenager, aber das Problem ist schlicht und einfach, dass Die Croods viel zu oft von anderen Produktionen abkupfert und unterm Strich nicht viele originelle Ideen bietet. Die Charaktere und Beziehungen werden oberflächlich und klischeehaft skizziert. Der Film vermittelt demnach das Gefühl, dass die Filmemacher und Drehbuchautoren Kirk De Micco und Chris Sanders auf Nummer sicher gehen wollten und den Schwerpunkt auf Unterhaltung, visuelle Effekte und auditive Perfektion gesetzt haben.

Denn besonders auf technischer Ebene überzeugt der Animationsfilm. Die 3D-Effekte als auch die Ausstattung sind vorzüglich – ein Augenschmaus! Den Filmemachern macht auf dieser Ebene so schnell keiner etwas vor. Die Bilder wurden mit vielen Details ausgeschmückt und ziehen den Zuschauer damit automatisch an. Auch der Humor und die Witze, wenn sie nicht gerade überstrapaziert werden, laden zum Lachen ein. Die Regisseure punkten mit Slapstick-Humor und jagen die Croods regelrecht durch ein actionreiches Abenteuer. Erwähnenswert und urkomisch ist die Art und Weise, die die Croods verwenden um einen Schnappschuss zu machen. Des Weiteren schließt man als Zuseher sofort die kleinen Kreaturen des Films ins Herz. Es scheint so, als ob Kirk De Micco und Chris Sanders ihre ganzen Ideen in den Entwurf dieser Lebewesen gesteckt haben. Somit bleibt der Hosenhalter von Guy, auch Klammer genannt, das absolute Highlight des Films.

Aufgrund der liebevollen Nebenfiguren, des Slapstick-Humors und der klischeehaften Familienbeziehungen sowie Hauptcharaktere, funktioniert Die Croods als kurzweiliger Familienfilm. Als Außenstehender muss man diesen Film nicht gesehen haben, da Die Croods zu wenige originelle Ideen bietet und zu oft andere Erfolgsproduktionen imitiert.  

Fazit:
Die Croods bietet Slapstick Comedy am Fließband. Hinzu kommen liebevolle Nebenfiguren, klischeehafte Hauptcharaktere, familiäre Beziehungen nach Schema F sowie eine typische Familienfilmmoral. Doch nicht nur deswegen werden Kinder und Eltern ihren Spaß an diesem Film haben. Ein großer Pluspunkt ist die Technik, die Kirk De Micco und Chris Sanders präsentieren. Die Effekte überzeugen auf ganzer Linie. Auch auditiv ist der Animationsfilm auf dem neuesten Stand. Wer jedoch einen originellen Animationsfilm erwartet wird enttäuscht, da Die Croods einfach viel zu viel abkupfert und kaum etwas Neues hervorbringt.

Wertung:
6/10 Punkte
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Ø Wertung: 5.7/10 | Kritiken: 1 | Wertungen: 7
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